Die Gläubigen feierten am Sonntag das 125-jährige Bestehen der Lourdesgrotte. Dazu war "Grafenwöhrs heiliger Berg" festlich geschmückt. Viele Kerzen, Blumen und gelb-weiße Fähnchen zierten den Ort am 125. Geburtstag der Grotte. Stadtpfarrer Bernhard Müller begrüßte die Gläubigen zum Festgottesdienst, den er zusammen mit Monsignore Karl Wohlgut feierte. Dieser war auch Festprediger.
"Bei der Lourdesgrotte pflegen wir Grafenwöhrer unsere persönliche Marienfrömmigkeit, denn an dieser Stelle ist in den vergangenen Jahrzehnten viel gebetet worden. Die Grotte hat uns auch das Geschehen der Gnadenstätte Lourdes näher gebracht", erklärte Wohlgut. Seit den Tagen der Erscheinung der Bernadette Soubirous kommen vor allem Kranke zur Gnadenstätte. Bernadette sah am Gave de Pau, einem Gebirgsfluss aus den Pyrenäen, in der Grotte von Massabielle eine "schöne Dame" im weißen Gewand und einer blauen Stola. Maria wünschte sich, dass eine Kapelle gebaut werden soll, zu der Gläubige pilgern können. Bernadette sollte mit den bloßen Händen nach Wasser graben. "Die Heilquelle fließt heute noch", erklärte der Festprediger.
Monsignore Wohlgut erinnerte an Bernadette Soubirous, die viel erleiden musste – auch, als sie zwei Jahre nach den Erscheinungen Lourdes verließ, um in Nevers in ein Kloster einzutreten. Nach vielen Demütigungen und einem langen schmerzvollen Leiden an Knochen-Tuberkulose starb Bernadette mit 35 Jahren. Die Muttergottes hatte ihr prophezeit: "Ich werde dich in diesem Leben nicht glücklich machen, wohl aber in der Ewigkeit." Sie selbst habe, demütig wie sie war, gesagt: "Meine Geschichte ist ganz einfach. Die Jungfrau hat sich meiner bedient. Dann hat sie mich in die Ecke gestellt. Dort ist mein Platz, dort bin ich glücklich und dort bleibe ich."
Wohlgut sprach auch von den wunderbaren Heilungen, die sich bereits zu Lebzeiten von Bernadette ereigneten. Da war beispielsweise der 18 Monate alte Louis-Justin, der gelähmt war und Anfälle hatte. Er wurde geheilt, nachdem ihn seine Mutter minutenlang in das eiskalte Wasser der Lourdesquelle tauchte. In den Protokollen der internationalen medizinischen Vereinigung der Ärzte sind fast 7000 unerklärte Heilungen notiert. Eine bischöfliche Kommission hat jedoch keine 100 davon aus kirchlicher Sicht als Wunder anerkannt. Es spielte keine Rolle, welcher Konfession die Kranken angehörten.
Nicht jeder, der nach Lourdes pilgert, wird von seiner Krankheit geheilt. Sicher gibt es Enttäuschte, aber die Zahl derer, die in Lourdes Trost gefunden haben, ist groß. Im Durchschnitt kommen rund zwei Millionen Wallfahrer nach Lourdes. 1940 war es der Dichter Franz Werfel, ein Jude, der vor den Nazis geflohen war. Er bewunderte das gläubige Vertrauen der Christen in diesem Ort. Werfel schrieb ein Buch über das Wunder von Lourdes, das auch verfilmt wurde. Dadurch wurde auch die Marienfrömmigkeit gefördert. "Aber auch unsere Lourdesgrotte auf dem Annaberg ist ein Ort des Gebetes. Auch wenn nichts davon aufgezeichnet ist, dürfen wir davon ausgehen, dass die Wertschätzung dieser Andachtsstätte nicht nachgelassen hat", erklärte Wohlgut. Er dankte allen, die hier beten, sich um die Grotte kümmern und ein Zeichen ihres Glaubens setzen. In Lourdes sind es Soldaten, die in jüngster Zeit zu tausenden aus allen Ländern Europas zusammenkommen und für den Frieden beten.
Den Festgottesdienst am Annaberg hat das Ensemble "ChorDiSono" aus Weiden unter Leitung von Alexander Meiler und Wolfgang Dirscherl am Klavier musikalisch gestaltet. Es erklangen Lieder über die Schöpfung, das "Halleluja" und "You raise me up". Nachdem gemeinsam das "Lourdes"-Lied gesungen war, gab es Weißwürste und Brezen am Fuße des Annabergs. Eine Maiandacht am Nachmittag beendete die Feierlichkeiten an der Lourdesgrotte.


















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