18.01.2021 - 15:12 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Glübdefeiertag in Grafenwöhr: Früher "hitzige Krankheit", heute "Corona"

Vor 290 Jahren gab es in der Stadt Grafenwöhr ein Seuche, an der zahlreiche Menschen gestorben sind. Damals hatten die Bürger keinen eindeutigen Namen dafür und keine Impfungen, aber dafür "St. Sebastian".

Seit 1982 steht die Pestsäule am Marktplatz. Bei einer "Historischen Stadtführung" erinnerte Regina Bräutigam von der Katholischen Theatergruppe an eine Frau, die an einer Art Typhus erkrankt war.
von Renate GradlProfil

Überlieferungen zufolge handelte es sich in den Jahren 1729 und 1730 um eine "ansteckende hitzige Krankheit". Ähnlichkeiten mit dem Coronavirus, das seit rund einem Jahr grassiert und eine Pandemie auslöste, hatte "eine erste Welle", die es im Frühjahr 1729 gab. Weitere Wellen waren im Herbst sowie im Frühjahr 1730. Auch damals suchte man nach Möglichkeiten, diese Krankheit zu besiegen.

Die Grafenwöhrer erinnerten sich damals an den Pestheiligen "St. Sebastian", der im Dreißigjährigen Krieg verehrt wurde. Da Sebastian am 20. Januar Namenstag hat, versprachen die Grafenwöhrer, immer am 20. Januar einen Feiertag zu halten, um an diesem Tag zu beten.

Auch heuer wird der Gelübdefeiertag der Stadt Grafenwöhr begangen. Der Gottesdienst wird jedoch nicht in der Alten Pfarrkirche gefeiert, sondern wegen der Abstandsregel um 9 Uhr in der großen Friedenskirche. Eine Andacht zu Ehren des heiligen Sebastian wird um 14 Uhr in der Mariä-Himmelfahrtskirche gehalten.

In der Mariä-Himmelfahrtskirche gibt es einen Sebastiansaltar.
In der Mariä-Himmelfahrtskirche gibt es einen Sebastiansaltar. Der Gottesdienst wird jedoch heuer in der Friedenskirche gefeiert.

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