28.01.2020 - 08:36 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhr: Ab 1. Februar kommt Baxi

Im Landkreis und damit auch in Grafenwöhr sind ab 1. Februar Kleinbusse als Baxis unterwegs. Für die Bürger, insbesondere für Senioren, bedeutet die Einführung ein Mehr an Bewegungsfreiheit.

Der städtische Bauhof ergänzt derzeit die öffentlichen Bushaltestellen in Grafenwöhr mit Baxi-Schildern. Für Mitfahrer ist auch die auf den Schildern vermerkte Telefon-Nummer hilfreich
von Robert DotzauerProfil

Für den Landkreis Neustadt/WN ist das Ganze nicht billig. Er muss in den nächsten Jahren zwei Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Baxi-Einführung zu finanzieren. In einer Übergangszeit helfen staatliche Fördermittel. Zehn Anrufbusse werden im Bereich von zehn Landkreis-Sektoren ab 1. Februar 659 Haltestellen anfahren und den bisher bestehenden ÖPNV ergänzen. Ein weiterer Vorteil: Die Baxis sind schneller, weil sie nur dort halten, wo die Fahrgäste hin wollen.

Derzeit stellt sich der städtische Bauhof auf die neuen Linien ein. An den bekannten Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs gibt es dann extra Hinweisschilder für den Baxi-Service. Bürgermeister Edgar Knobloch informierte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates über die Haltestellen, die im Vergleich zu den bisherigen Haltepunkten unverändert bleiben. Zusätzlich erhält Bruckendorfgmünd eine Haltestelle.

Folgende Haltestellen werden von Anrufbussen angefahren: Bruckendorfgmünd, Dorfgmünd, Grafenwöhr, Bahnhof, Gasthof Böhm, Eichendorffstraße, Geismannskeller, Gründerzentrum, Lagerzufahrt in Höhe von McDonald's, Marienplatz, Michaelswerk, Ochsenhut, Post, Wolfgangssiedlung, Hammergmünd, Hütten und Abzweigung Moos. Beim Baxi handelt es sich um eine Kombination aus Bus und einem Großraum-Taxi, bei dem sich der Fahrgast mindestens eine Stunde im Voraus anmeldet. Die Abholung erfolgt dann an der Baxi-Haltestelle.

Thomas Schopf, Gerald Morgenstern und Udo Greim begrüßten in ihren Redebeiträgen die längst überfällige Einführung als sinnvolle und bezahlbare Ergänzung des ÖPNV. Anstelle von oft leeren Bussen verdiene der Baxi-Start einer großzügigen Bewährung, so die übereinstimmende Meinung der Fraktionsvertreter. Einig waren sich die Sprecher auch über die Fortführung des Fifty-Fifty-Taxis.

In Zeiten der Müllvermeidung und Ressourcenschonung, so die FWG-Fraktion im Grafenwöhrer Stadtrat, möge die Stadtverwaltung Wege zur Vereinfachung der Verwaltungsvorgänge beschreiten. In ihrem Antrag regt die FWG-Fraktion ein EDV-gestütztes Informations- und Dokumentationsmanagement speziell für die Stadtratsarbeit an. Im System sollen sich zum Beispiel Tagesordnungen der jeweiligen Sitzungen sowie die Niederschriften und Vorlagen wiederfinden, soweit sie zur Veröffentlichung vorgesehen sind. Ziel sei ein rasche Verfügbarkeit von Informationen und ein umfassender Überblick für die Mitglieder des Gremiums.

Mit ihrem Antrag an den Stadtrat verbanden die Freien Wähler Empfehlungen zur Verbesserung der EDV-Datenflüsse, zum Beispiel mit der Ausstattung der Ratsmitglieder mit Laptops oder Tablets. Die FW-Fraktion verbindet mit diesem Wunsch auch eine technische Aufrüstung des Sitzungssaales und aller Amtsgebäude. Ein Antrag, der sich auf Bewährtes stützt. Fraktionssprecher Thomas Schopf verwies auf ein ähnliches System auf Kreisebene und wünschte sich unter Beachtung des Datenschutzes einen Grundsatzbeschluss. Die Softwareeinführung könne dann der neue Stadtrat unter Berücksichtigung eingestellter Haushaltsmittel beschließen. Die Hardwarekosten schätzte Schopf auf zirka 400 Euro je Ratsmitglied.

Der Vorschlag fand auch trotz des erheblichen Aufwandes für die Rathausverwaltung die Unterstützung von Morgenstern. Der CSU-Fraktionssprecher regte Vorbereitungsarbeiten für die nächste Wahlperiode an. Auch Thomas Weiß und Klaus Schmitsdorf wünschten sich „Nägel mit Köpfen“, empfahlen allerdings, auf wartungsarme Systeme zu achten. In diesem Zusammenhang kündigte Bürgermeister Edgar Knobloch eine neue Medienausstattung für den Sitzungssaal und das Rathaus an. „Bei einem solch großen Wurf könne man dann auch noch neue und ergonomische Sitzgelegenheiten einplanen“, erklärte Thomas Schopf. Einstimmig fasste die Ratsversammlung folgenden Beschluss: „Die Verwaltung möge alle Möglichkeiten im Hinblick auf eine neue und zeitgemäße Ausstattung des Sitzungssaales und der Ratsmitglieder prüfen und die Kosten im Haushaltsentwurf 2020 berücksichtigen.“ Über Einzelheiten möge der neue Stadtrat entscheiden, hieß es weiter.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.