Seit 1731 feiert Grafenwöhr den Gelübdefeiertag als Dank an den Heiligen Sebastian. Die Gebete zum Seuchenheiligen hatten nach der Pest ihre Wirkung gezeigt und das Leiden rasch beendet. St. Sebastian wurde Patron der Stadt und sein Namenstag zum Ortsfeiertag. 2024 wurde diese Tradition auch in das Verzeichnis immaterielles Kulturerbe in Bayern aufgenommen.
Auftakt des diesjährigen von der Kolpingsfamilie organsierten Festtages war, angeführt von der Stadtkapelle und der Sebastiansfahne, der Kirchenzug. Beteiligt waren die örtlichen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen, Stadtrat, Behördenvertreter, die US-Army und die Bundeswehr. In der Maria Himmelfahrtskirche vor der Statue des Ortsheiligen entzündete Stadtpfarrer Daniel Fenk die Sebastianskerze, die von der Stadt gestiftet wurde.
Persönliche Bedeutung
In seiner Predigt rief der Geistliche dazu auf, den Heiligen Sebastian als einen Patron zu erkennen, der für jeden eine konkrete und persönliche Bedeutung hat. Die Zuschreibungen mit denen der Heilige in der Sebastianslitanei angerufen wird, seien wie damals auch heute noch aktuell. Pfarrer Fenk erinnerte an Kreisheimatpflegerin Eleonore Böhm, die im Alter von 90 Jahren im Dezember letzten Jahres verstarb und das Versprechen niederschrieb: „Ich werde mich über den Wolken zusammen mit dem Hl. Sebastian weiter vehement um den Grafenwöhrer Gelübdefeiertag kümmern“.
Pfarrer Fenk beendete seine Ansprache mit den Worten: „Wer sich unter den Schutz des Heiligen Sebastian stellt darf auf die Hilfe und Erhörung seiner Anliegen hoffen. Darum rufen auch wir voll Vertrauen: Heiliger Sebastian bitte für uns und für unsere Stadt.“ Mit der Segnung der Sebastianspfleile endete der Gottesdienst. Einen großen Dank richtete Pfarrer Fenk an alle Beteiligen, insbesondere an die Kolpingsfamilie und den Polizeichor Weiden unter der Leitung von Josef Frischholz für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes.
Geselliger Teil an der Pestsäule
An der Pestsäule am Markplatz versammelten sich die Gläubigen bei Sebastianspfeilen und Tee mit Rum zu guten Gesprächen und regen Austausch. Bürgermeister Edgar Knobloch und der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Andreas Greiner freuten sich über die Beteiligung von vielen jungen Menschen. Sie werteten es als ein sichtbares Zeichen des Zusammenhalts in der Stadt, und dass weit mehr Menschen der Glaube und das gesellige Miteinander wichtig ist, als man in der heutigen Zeit vermute. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Hans Rettinger spielte zum Frühschoppen im Hotel zur Post auf.






















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