Konzepte zur Nachverdichtung von Siedlungen und Wohnquartieren sind gefragt. Die Vorteile dieser Strategie liegen besonders vor dem Hintergrund flächensparender Siedlungsformen auf der Hand. Hinzu kommt ein Beschleunigungseffekt, den die Stadt mit Blick auf das vereinfachte und beschleunigte Bauleitplanverfahren im Sinne einer befristeten Sonderregelung im Baugesetzbuch nutzt. Ein unverzichtbares Handlungsfeld, um Bauland zu schaffen, wie Bürgermeister Edgar Knobloch in der Stadtratssitzung betonte.
Für einen Bebauungsplan gleichzeitig Aufstellungs-, Billigungs- und Auslegungsbeschlüsse zu fassen und zusätzlich rechtskonform auf die Umweltverträglichkeitsprüfung zu verzichten, macht Eindruck. Beeindruckend auch das Interesse der Bürgerschaft. Im Zuhörerbereich wurden die Stühle rar, als der Amberger Landschaftsarchitekt Wolfgang Fetsch den Bebauungsplanentwurf in zwei Varianten vorstellte.
Wegen zu dichter Bebauung mit Reihenhäusern in der Nähe des Lagerzaunes einigten sich Planer und Ratsversammlung rasch auf ein Konzept mit etwas aufgelockerter und variabler Wohnnutzung mit Doppelhäusern. Im Mittelpunkt des Vortrages standen danach Einzelheiten der Bebauungsvorschläge, die Verkehrserschließung mit dem Problem einer Sackgasse, Parkplatz- und Gestaltungsfragen, die Dachflächengestaltung der Häuser und die Grünordnung des Areals, das mit 0,96 Hektar Größe insgesamt 19 Parzellen umfasst.
Für den Planer war zudem die „Verschotterung“ von Bauplätzen ein Thema. Für ein Mindestmaß an ökologischer Ausrichtung in den Bebauungsplan-Festsetzungen fand Fetsch allerdings kaum Fürsprecher. Auch behördliche Widerstände sprach der Landschaftsplaner an. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) lehnt eine Bebauung wegen der Grenzsituation zur US-Garnison ab. Zusammenfassend nannte Fetsch das Planungskonzept zwar flächenmäßig optimiert. Eine Optimallösung sehe aber anders aus und sei nicht erreichbar.
In der Aussprache warnte Anita Heßler davor, den künftigen Bauherren zu viele Vorschriften zu machen. Mit Gerald Morgenstern war sie sich einig, das Verbot von Verschotterungen der Vorgärten nicht in die Bebauung-Festsetzungen aufzunehmen. Rundherum gebe es bereits viel Grün, so Morgenstern. Als Kompromiss schlug der CSU-Fraktionssprecher die Wasserdurchlässigkeit von Parkflächen vor. Diplomatisch empfahl Udo Greim, eine Flächenversiegelung so weit wie möglich zu vermeiden. Insgesamt fand der dritte Bürgermeister die Planung für vernünftig. Das Thema der Verschotterung von Gartenflächen war damit noch nicht beendet. Helmuth Wächter prophezeite eine baldige Gesetzesinitiative.
Die Verweigerungshaltung der BImA wertete Bürgermeister Edgar Knobloch als Standart-Stellungnahme. Dennoch kündigte der Rathauschef weitere Gespräche mit Überlegungen zu einem Flächentausch an. Bei einer Gegenstimme von Klaus Schmitsdorf beschloss das Gremium, den Planentwurf im sogenannten beschleunigten Verfahren gemäß § 13b des Baugesetzbuches auf den Weg zu bringen. Schmitsdorf begründete seine ablehnende Haltung mit der drohenden Flächenversiegelung.













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