13.08.2019 - 14:43 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhrer Siedler feiern Jubiläum

Als vor gut 60 Jahren das neue Baugebiet an der Pressather Straße ausgewiesen wurde, konnte niemand ahnen, was sich daraus entwickeln sollte. Heute gehört die Wolfgangsiedlung mit der Ochsenhut zur größten Wohnansiedlung Grafenwöhrs.

So beschwerlich war Ende der 50er Jahre der Hausbau, als das Ausheben der Baugrube noch mit Schaufel und Kuhgespann erledigt werden musste. Dieses Bild entstammt aus der Anfangszeit der Wolfgangsiedlung, die sich zu einem großen Wohngebiet in Grafenwöhr entwickelt hat. Am Feiertag Mariä Himmelfahrt feiert die Siedlergemeinschaft ihr 60-jähriges Bestehen.
von Wilhelm Dötsch Kontakt Profil

Aufbruchstimmung machte sich Ende der 50er Jahre breit. Nach dem Krieg wurde nicht nur der Wiederaufbau forciert, auch der Bau von Wohnhäusern stand ganz oben auf der Wunschliste der Menschen. So war es auch in Grafenwöhr, wo das Gebiet hinterhalb des Weinbühls zur Bebauung freigegeben wurde. Der erste Bauabschnitt umfasste 15 Häuser, die ab 1957 in der Wolfgang-, Bierloh- und Birkastraße errichtet wurden. So entstand die damals kinderreichste Siedlung Deutschlands. Schnell folgten weitere Bebauungsschritte. Und so wuchs die Wolfgangsiedlung stets weiter.

In diese Zeit fiel 1959 auch die Gründung der Siedlergemeinschaft St. Wolfgang. Georg Amschler war der erste Vorsitzende jenes Vereins, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum feiern kann. Ihm folgte 1970 Georg Schwindl an die Spitze des Vereins, unter dessen Führung bis 1997 die Gemeinschaft einen enormen Aufschwung erlebte. Der Spielplatz an der Flurstraße wurde angelegt und 1978 eingeweiht, auch das Siedlerfest gehört seit dieser Zeit zum festen Jahresprogramm. Groß wurde zu den Jubiläen 25 und 30 Jahre mit Festumzügen gefeiert. Vereinsausflüge und viele Aktivitäten machten die Gemeinschaft immer beliebter. Seit 1991 gehört den Siedlern auch das Alte Kircherl zur Betreuung. So ist ein Verein herangewachsen, der jetzt 260 Mitglieder zählt und von seiner Aktivität nichts eingebüßt hat. Vor allem die Pflege des Spielplatzes erfordert viel Energie. Zahlreicher Besuch von jungen Familien bestätigt aber das ständige Engagement der Vorstandsmitglieder.

Das 60-jährige Vereinsbestehen wird nun am Mittwoch und Donnerstag, 14. und 15. August, mit einem Siedlerfest gefeiert.

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch um 18.30 Uhr mit einem Vorabendgottesdienst am Alten Kircherl. Der Jugendchor Sinfalta gestaltet die Messe musikalisch. Danach ist Dämmerschoppen angesagt. Ähnlich wie im letzten Jahr, als zum 40-jährigen Bestehen des Spielplatzes ein großes Programm für die Kinder aufgezogen wurde, geht es heuer am Donnerstag zu. Erlebnishüpfburg, Kinderschminken, Cocktailbar für Kinder, Anleitungen zum Malen durch Künstler Johannes Janner, Schatzsuche, Popcorn und vieles mehr warten auf den Nachwuchs. Die Erwachsenen kommen natürlich auch auf ihre Kosten. Zum Mittagessen gibt es ab 11.30 Uhr Schweinshaxen und Braten aus dem Backofen sowie Salate. Am Nachmittag können die Besucher Kaffee und Kuchen genießen. Am Grillstand und Ausschank können sich die Festbesucher zudem versorgen. Am Donnerstag dürfen sich die Gäste neben der Verköstigung auch auf einen Auftritt freuen. Für den Nachmittag konnten die Burschen der Schwarzenbacher Schenkelzinterer verpflichtet werden. Die Trommlergruppe Samba Secco musste kurzfristig absagen.

Bereits im Vorfeld wurde ordentlich angepackt, damit zum Jubiläum das Alte Kircherl und die Sandfurthbrücke in neuem Glanz erstrahlen. Das Trio Lothar Helfert, Helmuth Wächter und Anton Wittmann hat beim kleinen Gotteshaus Ausbesserungen am Mauerwerk vorgenommen und es sowohl innen als auch außen mit einem neuen Anstrich versehen. Ferner wurden Unebenheiten des gepflasterten Zugangswegs ausgebessert und vor den beiden Kreuzwegstationen Blumen angebracht. Die Sandfurthbrücke, die zum 30-jährigen Siedlerjubiläum 1989 eröffnet und eingeweiht wurde, erhielt ebenfalls eine Rundumerneuerung und ist jetzt wieder für die nächsten Jahre und das Jubiläum gerüstet.

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