18.03.2020 - 10:39 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen"

Über Trickbetrug, falsche Polizeibeamten und Microsoft-Support-Anrufer klärte Martin Behrendt in seinem Vortrag in der Grafenwöhrer Grundschule auf. Das Wichtigste dabei: Der Referent war ein echter Polizei-Oberkommissar.

Polizeioberkommissar Martin Behrendt klärt in der Aula der Grund- und Mittelschule über Trickbetrug auf. Konrektorin Ruth Seitz dankt ihm für seinen Vortrag.
von Renate GradlProfil

Konrektorin Ruth Seitz begrüßte die Interessierten in der Aula der Grund- und Mittelschule zu dem Kurs der Polizei. Eingeladen hatte dazu die Volkshochschule in Kooperation mit dem Elternbeirat der Schule. "Es gibt immer neue Phänomene und Tricks, mit denen Betrüger arbeiten. Die Fälle, die ich Ihnen vorstelle, sind ganz aktuell in den letzten drei Wochen zur Anzeige gebracht worden", erklärte Polizeioberkommissar Martin Behrendt. Trickbetrug geschieht meistens über das Telefon, entweder wahllos oder gezielt, indem Telefonnummern von Personen mit alten deutschen Namen gewählt werden. Die Anrufer versprechen dann Gewinne, indem es bei einem Anruf heißt: "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen". So wollen sie die Angerufenen einlullen. Was die Betrüger jedoch wollen, ist eine Vorabzahlung der Notarkosten. Behrendt riet deshalb, sofort aufzulegen, denn alles andere ist verschwendete Zeit.

Auch die angezeigte Rufnummer stimmt nicht, denn diese Leute sitzen laut dem Redner in einem Callcenter, meistens in der Türkei. Gezahlt werden soll beispielsweise mit Google-Play-Karten, ein Bezahlsystem im Internet. Behrendt warnte davor, sich mit diesen Betrügern anzulegen; denn dann könne es sein, dass man mitten in der Nacht Anrufe von ihnen bekommt.

Auch falsche Polizisten können sich am Telefon melden und nach Bargeld sowie Wertgegenständen fragen. "Es ist ein Wahnsinn, wie viel Geld die Leute daheim haben und wie auskunftsfreudig sie sind", bemerkte der Grafenwöhrer Beamte. Betrüger am anderen Ende der Leitung würden die Angerufenen verwirren. Hierbei könne die 110 am Telefon angezeigt werden. Die echte Polizei wird jedoch nie mit "110" anrufen und niemals Geld fordern, betonte Behrendt. Wenn aus irgendeinem Grund trotzdem ein Polizist an der Wohnungstür klingelt, ist dieser uniformiert und mit einer braunen Marke der Kriminallpolizei ausgestattet.

Beim Enkeltrick wird eine Notlage vorgetäuscht. "Die Leute haben null Skrupel", weiß Behrendt, der auch einen Mitschnitt eines vermeintlichen "Microsoft-Support-Anrufers" dabei hatte und die neue Form des Taschendiebstahls vorstellte. Anhand eines RFID (Radio Frequenz Identification)-Lesegeräts kann die Bezahlfunktion mit der Kreditkarte ausgelesen werden.

"Wenn Ihnen irgend etwas komisch vorkommt bei manchen Telefonanrufen, benutzen Sie niemals die Rückruffunktion. Scheuen Sie sich nicht, den Polizei-Notruf zu wählen. Dieser lautet 09645/92040. Wir kommen lieber einmal umsonst als einmal zu spät", sagte Behrendt abschließend.

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