24.07.2018 - 11:14 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Historie erleben

Raubritter, Soldat und Martin Posser hautnah zu erleben; das und vieles mehr war für die Besucher des Annamarktes in Grafenwöhr möglich.

von Renate GradlProfil

Der Annamarkt mit seinen Fieranten hat Tradition. Bummeln, schauen und kaufen konnte man am Sonntag, wie jedes Jahr. Im Angebot waren Holz- und Dekorationsartikel, Bekleidung, Taschen, Schmuck, Suppen und vieles mehr. Aber mit der historischen Stadtführung wartete auf die Besucher eine Besonderheit, die Premiere hatte.

Über 80 Interessierte nahmen an der Stadtführung teil, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurde. Die Stadtführerinnen in der Grafenwöhrer Gruppe waren Kulturmanagerin Birgit Plößner und Christine Meinl. Die andere Gruppe bestand teilweise aus Grafenwöhrern. Andere Teilnehmer stammten unter anderen aus Pressath, Erbendorf, Kohlberg und Neudrossenfeld. Sie erhielten alles Wissenswertes von Marianne Gottschalk und Elisabeth Schreml.

Start der Stadtführung war beim Rathaus und seinem Brunnen, der bildhaft für die Stadt, die wie eine Insel aus dem Wasser gestiegen ist. Danach begegneten die Teilnehmer einer kranken Frau (Regina Bräutigam) an der Pestsäule. An Typhus war früher die halbe Bevölkerung Grafenwöhrs erkrankt. Die Führerinnen erinnerten auch an den Sebastianstag, dem Ortsfeiertag, der immer am 20. Januar begangen wird. Nur einige Meter weiter gingen die Gruppen entlang der Stadtmauer und trafen dort auf "Martin Posser" (Tobias Wolf). In der Mariä-Himmelfahrtskirche fand der Taufstein von 1425 eine besondere Erwähnung. Die Hoch- und Seitenaltäre hat Wolf Dietrich Mayr, nach dem auch eine Straße benannt wurde, finanziert.

Von den vielen Arbeitsplätzen und der deutsch-amerikanischen Freundschaft erzählte ein Soldat vor dem Museum (Felix Wolf). Eine weitere Station war das Rathaus mit der Mariensäule. Das spätgotische Rathaus wurde 1462 erbaut und ist das zweitälteste Rathaus in der Oberpfalz. 1567 wurde der Bau beendet. Die Wappen der Stadt und des Landkreises zieren es. Früher war ein Brotladen, die Wohnung des Nachtwächters, ein Tanzsaal, zwei Schulräume, Polizei und Feuerwehr dort untergebracht. Auch vom Pranger wurde einiges berichtet. Gegenüber im Gasthof "Zur Post" war von 1830 bis 1890 die Poststation.

Schließlich ging es zu den Felsenkellern am Annaberg und zur Lourdes-Grotte, wo ganz plötzlich das Laub raschelte und man sich vor einem Raubritter (Michael Birner) in Acht nehmen musste. Natürlich wurde auch der Maria-Hilf-Kirche auf dem Annaberg ein Besuch abgestattet. Vom Annaberg aus hatte man einen wunderbaren Blick auf den Kirchturm der Friedenskirche und auf den Wasserturm. Die Stadtführung, die von Schauspielern der Katholischen Theatergruppe wunderbar mit gestaltet wurde, endete in der Wolf-Dietrich-Mayr-Straße. Am Annamarkt wurde auch eine englischsprachige Stadtführung mit Cäcilia Kastl-Meier sowie eine Stadtführung "Militär und internationales Flair" durchgeführt.

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