26.06.2019 - 11:05 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Jodeln, singen und springen

Opernarien, koreanische Lieder, Jodeleinlagen, zünftige Blasmusik und Schuhplatteln: Koreanische und bayerische Musiker ziehen mit einem bunten Programm auf der Naturbühne am Schönberg die Zuhörer in den Bann.

von Doris MayerProfil

Höhepunkt des dreitägigen Besuchs zweier koreanischer Judelclubs und einiger Opernsänger war das „Bayerisch-Koreanische Freundschaftsfest“ auf der Naturbühne Schönberg. Ein 30-köpfiges Orchester der Hahnbacher Marktbläser und Ammerthaler Musikanten hieß die Besucher mit zünftig-bayerischer Musik willkommen. Diese beiden Gruppen waren 2014 bzw. 2017 mit Benno Englhart auf Konzertreise in Südkorea. Nun freuten sich Musiker, ihre Bekannten aus Korea in der Oberpfalz wiederzusehen.

Gemeinsam mit dem Generalkonsul der Republik Korea aus Frankfurt, Chang Rok Keum, eröffnete Bürgermeister Edgar Knobloch dann das Fest. Der Konsul freute sich über die entstandenen Kontakte und ermunterte dazu, sie zu pflegen. Anschließend trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Die Begeisterung für alpenländische Musik demonstrierten die Mitglieder des Jodelclubs „Edelweiss“ aus Seoul sowie des Jodelclubs „Enzian“ aus Incheon. Im Chor ließen sie traditionelle Weisen wie „Horch wer kommt von draußen rein“ mit koreanischem Text erklingen, gaben Darbietungen mit Alpenglocken und Holzlöffeln zum Besten, zeigten Volkstänze und ließen Alphörner erklingen. Herausragend präsentierten die Vereine Jodellieder im Chor, als Solistinnen glänzten HyunJin Kim und Mi Yong Young. Daneben gaben sieben Alphornbläser aus Hahnbach unter anderem die Alfonspolka fünfstimmig zum Besten.

Mit Schuplatteleinlagen bereicherten die Schwarzenbacher Schenklzinterer, die 2016 am Oktoberfest in Namhae/Korea tanzten, das Programm. Der Atem mancher Besucher stockte bei den akrobatischen Einsätzen. Der Höhepunkt aber war, als zuerst Tenor Jeongyo Kim und später sein Kollege, Bariton SongHun, die Bühne betraten. Als Kim aus „Das Land des Lächelns die Opernarie“ und „Dein ist mein ganzes Herz“ anstimmte, ging ein Raunen durch die Menge. Mit Arien aus dem „Barbier von Sevilla“ gewann er das Publikum für sich.

Später bot Tenor Kyongo Lee Standards aus Mexiko, Schottland und Spanien dar. Dann holte er seine Kollegen mit auf die Bühne. Aus Berlin reiste Teemeisterin Sonja Glaeser an. Sie stellte die Kunst des Teekochens vor und erläuterte die -zeremonie. Das vom koreanischen Restaurant „BAP“ angebotene Essen fand reißenden Absatz und rundete das Fest ab. Beim Abschied am Abend und beim Weißwurstfrühstück am folgenden Tag bedankten sich die Koreaner, teils mit Tränen in den Augen, für die Gastfreundschaft, die sie in Grafenwöhr erfuhren .

Info:

Ursprung einer Freundschaft

Bis 2018 lebte Maria Seidl, die Schwester eines guten Freundes von Benno Englhart, mit ihrem Mann Alfred Fackler mehrere Jahre in Seoul, der Hauptstadt von Südkorea. Fackler arbeitete dort für Samsung. Als Englhart mit Maria Seidl ins Gespräch kam, konnten sich beide eine Konzertreise mit den Hahnbacher Marktbläsern nach Korea gut vorstellen. Die Musiker und auch eine Koreanerin, die solche Reisen organisiert, wurden sich einig. So begann Englharts Begeisterung für das Land und die freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Es wurden schnell Kontakte geknüpft.

Englhart war in den letzten Jahren mit einem Kollegen, den Schwarzenbacher Schenkelzinterern und den Ammerthaler Musikanten bei verschiedenen Events in Korea. In der Vergangenheit wurden bereits koreanische Musikgruppen in Grafenwöhr begrüßt. Als Dank für die selbst erfahrene Gastfreundschaft hat Englhart in Zusammenarbeit mit der Kulturreferentin der Stadt Grafenwöhr und den Schwarzenbacher Schelnkelzinterern den bayerisch-koreanischen Abend auf die Beine gestellt. Alfred Fackler, der mit auf die Bühne geholt wurde, erklärte dazu: „Es hat mich immer fasziniert, wie gut die Musiker verschiedener Nationalitäten harmonieren – auch wenn sie keine gemeinsame Sprache finden, da oft Koreaner nicht gut Englisch sprechen. Die Musik verbindet die Menschen über Ländergrenzen hinweg.“

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.