09.04.2019 - 14:57 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Kosten sorgen für Zweifel bei Wasserrutsche

Techniker und Bademeister auf der einen und Bauausschuss auf der anderen Seite sind sich uneins. Wohin mit der geplanten Wasserrutschte im Waldbad? Aufgrund steigender Planungskosten wird an dem Projekt gezweifelt.

Die Liegewiese südlich vom Schwimmerbecken ist der Favorit des Bauausschusses.
von Stefan NeidlProfil

Die Stadträte haben sich den Bau der Wasserrutsche einfacher vorgestellt. Die Planungskosten steigen von ursprünglich 450 000 auf 750 000 Euro. "Die Frage ist, wann die Schmerzgrenze erreicht ist", sagt Gerald Morgenstern (CSU). Die Rutsche allein soll etwa 250 000 Euro kosten. Kostentreiber seien Tiefbau und Technik. "Wir brauchen ein extra Becken mit Haus für die Technik. Außerdem eine eigene Wasserzu- und -abführung", erklärt Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU).

Bei der Ortsbegehung betrachten die Kommunalpolitiker zwei mögliche Standorte: Die kaum noch genutzte Liegewiese zwischen Straße und Sprungturm wäre besser zu überwachen und einfacher zu bebauen. Dort wäre das Gerät aber hinter Umkleide und Kiosk versteckt. Deshalb bevorzugen die Stadträte einen Blickfang auf der Liegewiese südlich vom Schwimmerbecken. Für Bademeister Alexander Waschkewitsch undenkbar: "Unser Ausguck ist gegenüber vom gefährlichsten Ort, dem Sprungturm. Wenn wir südlich bauen, müssten wir über das ganze Becken schreien oder herumlaufen, wenn an der Rutsche was passiert."

Der Platz liegt zudem tiefer als der nördliche. Wasserleitungen inklusive Hebewerk zum Höhenausgleich bis zum bestehenden Abfluss bei der Straße müssten gelegt werden. Die Wiese sei außerdem der beliebteste Liegeplatz der Badegäste. Für Klaus Schmitsdorf (Linke) ein klares Disqualifikationskriterium: "Warum den beliebten Platz auflösen, für eine Rutsche, die eh nur eine Minderheit der Badegäste nutzt?"

Da keine Lösung gefunden wird, wollen die Stadträte eine genaue Kostenaufstellung für beide Standorte, um über eine weitere Vorgehensweise entscheiden zu können. Einen Fakt, der dem Gremium bitter aufstößt, spricht Thomas Schopf (FW) offen an: "Für beide Varianten müssten Bäume gefällt werden. Im und um das Waldbad gibt es eh kaum noch Wald."

Den Stadträten sticht auch der Zustand des 41 Jahre alten Beckens ins Auge. Der Winterfrost hat 1500 Fließen abgesprengt, die aktuell ausgebessert werden. "Das werden jedes Jahr mehr werden", prophezeit Bademeister Stephan Potröck. Thomas Reiter (CSU) hinterfragt: "Ist da eine Modernisierung des Beckens nicht vernünftiger, bevor eine Rutsche angeschafft wird?" Dies beantwortet Knobloch sofort: "Die jährliche Instandhaltung kostet 30 000 Euro, ein Edelstahlbecken eineinhalb Millionen. Da können wir lange Zeit fürs selbe Geld fliesen."

Die Wiese zwischen Sprungturm und Straße wird kaum noch genutzt. Hier könnte die Wasserrutsche stehen.
Der Bauausschuss rätselt über den idealen Platz und die Kosten der Rutsche.

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