Am 21. Februar war eine Präsenzveranstaltung zum Weltgästeführertag noch nicht möglich. Deshalb lud Gästeführerin Elisabeth Schreml in Kooperation mit dem Heimatverein Grafenwöhr an Mariä Himmelfahrt zu einem Stadtspaziergang ein. 28 Interessierte nahmen an dem Rundgang teil und ließen sich dabei in die Welt der Musik entführen.
Am Sudhausbrunnen, dem „Brunnen vor dem Tore“ sozusagen, startete Schreml den Rundgang. Anhand von Bildern und Anekdoten beschrieb sie diesen besonderen Platz, der sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat. Lebendig erzählte die gelernte Gästeführerin von der ehemaligen Löwenbrauerei und der früheren Wirtshauskultur, bei der die Musik nicht fehlen durfte. Am Fuße des „Heiligen Berges“ gab es zudem einiges über kirchliche Musik zu erfahren.
Schreml erwähnte ebenso den nahegelegenen Schönberg, der durch musikalische Aufführungen, Theaterstücke und das Schlemmer-Kino über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. In der Martin-Posser-Straße entführte sie ihre Zuhörer in die Zeit des Mittelalters und berichtete unter anderem von fahrenden Musikern, die auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienten und auch in Grafenwöhr Halt machten. Mit einem Hinweis auf den historischen Brunnen an dieser Stelle erinnerte sie an das Lied „Wenn alle Brünnlein fließen“.
Die Gästeführerin hielt hier die erste Überraschung bereit, denn alle Teilnehmer durften die neue Elvis-Presley-Dauerausstellung im Kultur- und Militärmuseum besichtigen und dabei Songs des Weltstars hören. In der Militärabteilung zeigte Willi Gottschalk den Besuchern den Frontchristbaum aus dem Ersten Weltkrieg und erzählte die Geschichte dazu.
Am einstigen Unteren Tor erzählte Schreml, wie die Amerikaner 1945 den Truppenübungsplatz übernahmen und in der Folge amerikanische Lebensart und Musik in Grafenwöhr Einzug hielten. Danach ging es in die Wolf-Dietrich-Mayr-Straße und dort beim Kommunbrauhaus spannte sie einen Bogen von früheren Zusammenkünften bei Zoigl und Musik zu den heutigen Großveranstaltungen in Grafenwöhr, wie den Militärmusikkonzerten der USAREUR-Band oder dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest.
Schließlich führte sie die Gruppe in die Maria-Himmelfahrtskirche, unterhielt mit Episoden von Türmern und Musikern und erinnerte an den Sebastianstag, dem sogar ein Lied gewidmet ist. Zum Abschluss resümierte Schreml über die bewegte musikalische Geschichte Grafenwöhrs: von Musikerfamilien, die ihre Begabung von Generation zu Generation weitervererben, über die Wirtshauskultur in der Stadt bis hin zur Ansiedlung des Truppenübungsplatzes, womit die Militärmusik plötzlich präsent war, die die Stadt bis heute mit den Amerikanern verbindet. Zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen der US-Armee Garnison Bavaria und der Stadt Grafenwöhr etwa erhielten die amerikanischen Freunde den Konzertmarsch „Durch alle Zeiten – Through all times“ quasi als Geschenk.
Die Entdeckungstour durch die Welt der Musik endete mit einer Überraschung: Auf dem Vorplatz der Kirche warteten der Elisabeth Schremls Enkel Jonas und Werner Wolfbauer mit ihren Trompeten und spielten ganz nach dem Motto „Musik liegt in der Luft“ für die begeisterten Zuhörer einige Stücke. Nicht nur für die beiden Musiker gab es Applaus, auch von der Gästeführerin verabschiedeten sich die Teilnehmer mit großem Beifall.













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