18.03.2019 - 16:16 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Nur noch ein verkohltes Gerippe

Von den Schuppen ist nach dem Brand in der Eichendorffstraße in Grafenwöhr nicht viel übrig geblieben. Nun geht es ans Aufräumen.

Verheerend sieht es nach dem Feuer in der Eichendorffstraße in Grafenwöhr aus.
von Autor MORProfil

"Die alten Holzlegen und Geräteschuppen zwischen den Blöcken müssen weg." Das steht nach dem erneuten Brand in der Eichendorffstraße - im Juni 2016 hatte rund 50 Meter weiter schon einmal ein Schuppen Feuer gefangen - für Rainer Hofmann, Geschäftsführer der Wohnungsbau GmbH, fest. Er besichtigte am nächsten Morgen die aktuelle Brandstelle und berichtete, dass die alten Schuppen noch in diesem Jahr weichen werden.

Eigentlich war der Abbau erst für die nächsten Jahre vorgesehen gewesen, sagte er. Die Holz-Gebäude, die einst zum Lagern von Brennmaterial dienten, seien nach dem Bau einer zentralen Hackschnitzelheizanlage schon länger nicht mehr notwendig. Die Mieter lagern dort mittlerweile unter anderem Fahrräder und Gartenmöbel, teilte er mit. Zur Zeit laufe auch die Planung der Eichendorffstraße, die im zweiten Zug die Neugestaltung der Innenhöfe zwischen den Wohnblöcken vorsehe.

Die hohe Brandgefahr bei den alten mit Dachpappe gedeckten Schuppen ist auch für Feuerwehrkommandant Alexander Richter nicht mehr tragbar, er fordert deshalb den Abbau. Am Samstag kurz nach Mitternacht waren seine Wehr und viele weitere Helfer zu dem Großbrand in die Eichendorffstraße gerufen worden (wir berichteten). Beim Löschen des Feuers stießen die Einsatzkräfte auf ein halb gefülltes Ölfass und Gasflaschen, was die Arbeiten zusätzlich erschwerte. Eine Flasche explodierte sogar. Richter ist mit dem Einsatzablauf dennoch zufrieden. Alle Helfer haben gut zusammengearbeitet, lobte er.

Dies bestätigte auch Bürgermeister Edgar Knobloch. Er war zur Eichendorffstraße geeilt und hatte sich über den Einsatz informiert. "Von der Evakuierung, dem Einsatz der Löschtrupps bis zum Aufbau der Einsatzleitung lief alles koordiniert und professionell ab", war er beeindruckt und lobte Feuerwehr und Sanitäter.

Ein Ölfass wurde aus den Brandresten geborgen und am nächsten Tag über den städtischen Bauhof entsorgt
Info:

Ermittlungsstand der Polizei

Noch den gesamten Montag über suchten die Brandermittler der Kriminalpolizei Weiden in der Eichendorffstraße in Grafenwöhr nach der Ursache für den Brand. Was der Grund für das plötzliche Feuer in einem Schuppen- und Garagenkomplex war, kann Dietmar Winterberg, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, am Montag deshalb noch nicht sagen. Am Dienstag wisse er möglicherweise aber schon mehr, vermutet er. Derzeit werde allerdings noch in alle Richtungen ermittelt. Die Polizisten würden vor Ort alles unter die Lupe nehmen, also nach Brandbeschleunigern suchen, aber auch technische Leitungen auf einen Defekt hin überprüfen.

Einen Zusammenhang zu dem Brand vor drei Jahren, als ebenfalls in der Eichendorffstraße ein Schuppen und Autos in Flammen aufgingen, sieht Winterberg derzeit nicht. Die genaue Ursache für das Feuer im Juni 2016 konnte nie ermittelt werden, teilt der Polizeisprecher mit. Ob es vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung war, ließ sich nicht klären. Winterberg hofft nun, dass es im aktuellen Fall dagegen bald konkrete Ergebnisse gibt. (spi)

Zerstörte Fahrräder in den alten Geräteschuppen.
Auch Gasflaschen waren in der Holzlege gelagert - ein erhebliches Gefahrenpotenzial bei der Brandbekämpfung.
Durch die enorme Hitze bei dem Brand wurde auch die Fassade des angrenzenden Wohnblocks in Mitleidenschaft gezogen.

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