12.07.2020 - 11:49 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Open Air mit „Susi & die Spießer“ auf der Naturbühne Schönberg

Kabel richtig aufrollen, der „rosa Messie“ aus der Nachbarwohnung und das leidgeprüfte Leben eines Keyboarders: „Susi & die Spießer“ sprechen beim ersten Konzert auf der Naturbühne Schönberg nach Corona vieles an.

Das kulturelle Leben nimmt wieder Fahrt auf: Frontfrau Susi Raith und ihre drei "Spießer" sorgen für beste musikalische Unterhaltung auf der Naturbühne Schönberg
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die Live-Kultur in Grafenwöhr ist zurück. Zwar nur klein und überschaubar, aber dafür von großer Qualität. Der Auftritt von „Susi & die Spießer“ am Freitagabend auf der Naturbühne Schönberg führt eindrucksvoll vor Augen und Ohren, was in den vergangenen Monaten schmerzlich gefehlt hat. Freilich, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, darf man das Konzert natürlich nicht betrachten. Die vorgegebenen Corona bedingten Abstände lassen auf dem Areal nur 100 Zuschauer zu. Die Künstler und die Stadt Grafenwöhr ziehen aber an einem Strang, so dass sich der Auftritt auch realisieren lässt. Und wenn ein Open Air mit relativ wenigen Zuhörern dennoch ein Riesenerfolg wird und sogar „echte“ Konzertstimmung aufkommen lässt, dann hat das sehr viel mit den Akteuren auf der Bühne zu tun.

„Susi & die Spießer“ sind noch eine „junge“ Combo, die erst seit Jahresanfang mit öffentlichen Konzerten unterwegs ist. „Aber dann hat uns Corona ausgebremst“, erzählt Frontfrau Susi Raith, die eine Hälfte der früheren „D‘Raith-Schwestern, den Zuhörern. Gemeinsam mit Jörg Willms, ihrem Ehemann Jochen Goricnik und Sebastian Stitzinger ist sie nun wieder auf der Bühne, Grafenwöhr ist der zweite Auftritt nach der langen Corona-Pause.

Und was die vier Musiker darbieten, kommt sehr frisch daher. Alles sind eigene Songs und Texte, jeder schreibt und komponiert. Lieder in Mundart wechseln sich mit englischsprachigen Songs ab. Musikalisch wird so auch erklärt, warum es sich um „Spießer“ handelt, besungen wird ein zwischenmenschliches „Weda“, das aufzieht, in Folge eines Nepal-Besuchs ist das Lied „Verschenk Dei Lacha“ entstanden. Instrumente und Gesang ergänzen sich zu einem stimmigen Sound. Nur ein einziges Cover ist dabei – eine äußerst gelungene Interpretation des Rolling-Stones-Hits „Wild Horses“. Das alles ist exzellenter Liedermacher-Pop mit einer kräftigen Akustik-Note. Und es ist darüber hinaus Musik mit großem Potenzial, um sich in der bayerischen „Heimatsound“-Szene unentbehrlich zu machen.

Zwischen den Liedern erzählen die Künstler manch amüsante Anekdote und Episode – sei es über das „richtige“ Aufrollen von Kabeln, den „rosa Messie“ aus der Nachbarwohnung oder das leidgeprüfte Leben eines Keyboarders. Zwischendrin darf dann auch immer wieder „Landrat Albert“ (Stellvertretender Landrat Albert Nickl) für den ein oder anderen Scherz herhalten. Mit viel Applaus werden die Darbietungen bedacht, der perfekte Sound aus den Lautsprechern und die in stimmungsvolles Licht getauchte Bühne tun ihr Übriges dazu. Um die Versorgung mit Brezen und Getränke kümmern sich die Grafenwöhrer Pfadfinder „Stamm Waldläufer“.

Es rockt im Steinbruch

Auch bei Konzerten in Corona-Zeiten müssen Abstandsregeln eingehalten werden – der guten Stimmung tut es zumindest in Grafenwöhr keinen Abbruch.
„Susi & die Spießer“ locken viele Interessierte an die Naturbühne Schönberg. Abstandsregeln gelten auch dort, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tut.

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