13.06.2019 - 09:40 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Raubritter, Schloss und Schwedenheld

Grafenwöhr ist eine Soldatenstadt. Aber gab es auch schon mal Raubritter hier? Und wie ist die Stadt eigentlich entstanden? Bei einer historischen Stadtführung gab es Antworten.

Rund 40 Interessierte begeben sich bei einer Stadtführung durch Grafenwöhr auf historische Spurensuche.
von Renate GradlProfil

Urkundlich tauchte Grafenwöhr 1361 in Erscheinung. Die Stadt Grafenwöhr und der Heimatverein hatten für Pfingstmontag zu einer historischen Stadtführung eingeladen. Die Stadtführerinnen Marianne Gottschalk und Elisabeth Schreml brachten bei einem Stadtrundgang durch die historische Altstadt dabei Licht ins Dunkel.

Los ging es beim Rathaus und seinem Brunnen, der bildhaft für die Stadt steht, die wie eine Insel aus dem Wasser gestiegen war. Bei der Pestsäule erinnerten die Führerinnen auch an den Sebastianstag, dem Ortsfeiertag, der immer am 20. Januar begangen wird. Nur einige Meter weiter spazierte die Gruppe an der Stadtmauer entlang, wo die Lage der ehemaligen Schlossanlage war und Martin Posser als Schwedenheld hervorging. In der Mariä-Himmelfahrtskirche fand der Taufstein von 1425 eine besondere Erwähnung. Die Hoch- und Seitenaltäre hat Wolf Dietrich Mayr finanziert, nach dem auch eine Straße benannt wurde.

Der abendliche Spaziergang führte am Museum vorbei, das geprägt ist von der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Eine weitere Station war das Rathaus mit der Mariensäule. Das spätgotische Rathaus wurde 1462 erbaut und ist das zweitälteste Rathaus in der Oberpfalz. 1567 wurde der Bau beendet. Die Wappen der Stadt und des Landkreises zieren es. Früher war ein Brotladen, die Wohnung des Nachtwächters, ein Tanzsaal, zwei Schulräume, Polizei und Feuerwehr dort untergebracht. Auch vom Pranger wurde einiges berichtet. Gegenüber des Gasthofs "Zur Post" war von 1830 bis 1890 die Poststation.

Schließlich ging es zu den Felsenkellern am Annaberg und zur Lourdes-Grotte. Früher musste man sich dort vor den Raubrittern in Acht nehmen. Auch der Maria-Hilf-Kirche auf dem Annaberg wurde ein Besuch abgestattet. Vom Annaberg aus hatte man einen wunderbaren Blick auf den Kirchturm der Friedenskirche und auf den Wasserturm. Die offizielle Stadtführung endete in der Wolf-Dietrich-Mayr-Straße. Viele der rund 40 Spaziergänger gingen jedoch noch nicht nach Hause, sondern nahmen den Tipp von Elisabeth Schreml an, um den Abend in einem der rund 30 Gasthäuser ausklingen zu lassen.

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