Kräftig durchatmen hieß es für die Mitglieder des Bauausschusses bei einem Ortstermin in der Stadthalle. Architekt Reinhold Krausch zeigte dem Gremium eine Fülle von Schwachstellen auf, die es bei einer Generalsanierung des in die Jahre gekommenen Hallenbaues zu beheben gebe. Der Maßnahmenkatalog des Planers und die Vorschläge des Gremiums gehen allerdings ins Geld. Eine vorsichtige noch inoffizielle Kostenschätzung geht von einem Investitionsvolumen zwischen zwei und drei Millionen Euro aus. Hinzu kommt ein enger Zeitplan, um „noch“ an eine optimale staatliche Förderung zu kommen. Bürgermeister Edgar Knobloch drückt deshalb aufs Tempo. Sein ehrgeiziges Ziel ist ein Baubeginn im März 2020.
Die Vorstellungen des Architekten und die Wünsche des Rates in Einklang zu bringen, diente die intensive Diskussion im Foyer der Halle. Dieser Bereich gehört auch zu den größten Umbauwünschen und Kostenfaktoren. Im Blickpunkt standen zudem der Einbau eines Aufzuges, die Erneuerung der Hallentechnik, die energetische Sanierung, eine Rundum-Neugestaltung des Innenbereiches und eine Diskussion über die Zukunft der Gaststätte. Auch die Komplettrenovierung der Hausmeisterwohnung spielte beim Schnüren eines Sanierungspakets eine Rolle.
Rasch herrschte Übereinstimmung, den Vorraum zur Halle in Richtung Friedhof um eine Art Wintergarten zu erweitern und im Interesse der behindertengerechten Nutzung einen Aufzug in das erste Stockwerk einzuplanen. Übereinstimmend sprachen Josef Neubauer und Thomas Schopf von der Notwendigkeit eines größeren Foyers mit Erweiterung in den ersten Stock. „Da sind wir dabei“, bemerkte Thomas Weiß und ergänzte die Vorschläge seiner Kollegen mit Hinweisen zur Entschärfung der WC-Probleme. Eine Foyer-Vergrößerung um bis zu fünf Meter Breite hielt auch Architekt Krausch zur Verbesserung der Lichtverhältnisse und zur transparenteren Nutzung für sinnvoll.
Auf Widerspruch stieß der Planer mit seinem Vorschlag, anstelle einer Gaststätte ein Stadtcafé einzuplanen. „Es fehlt an temporärer Gastronomie“, argumentierte Krausch. Ohne Gaststätte könne auch der Eingangsbereich erweitert und für die Sporthalle mehr Raum gewonnen werden. Im Gegensatz dazu sprach sich Knobloch für den Erhalt des Gaststättenbetriebes aus. „Ein Café passt eher in die Altstadt“, meinte er. Schopf verwies zudem auf den zuverlässigen Gaststättenpächter. Mit einem Café ohne Zusatzangebote bestehe heutzutage kein gutes Auskommen. Küche und Gaststättenbetrieb zu erhalten, war auch der Wunsch von Neubauer. Allerdings sei die Kücheneinrichtung erneuerungsbedürftig, ergänzte Weiß. Schopf warnte aber davor, nicht jede Ecke zu erneuern. Dennoch plädierte auch er für eine neue Küche.
Einig war sich der Bauausschuss auf eine barrierefreie Kellererschließung zu verzichten. Architekt Krausch sprach von einem teuren Kompromiss, auf den mit Blick auf die unterschiedlichen Höhenverhältnisse im Keller und besserer Lösungen für die Behinderten im Erdgeschoss, verzichtet werden könne. Der Ortstermin führte noch im Bereich des Mehrgenerationenraumes zu einstimmigen Beschlüssen mit anspruchsvollen Vorstellungen. Der Planungsauftrag für den Architekten beinhaltet die Erweiterung des Foyers um circa 100 Quadratmeter, die Beibehaltung des Gaststättenbetriebes, eine neue Hallen- und Küchentechnik, die behindertengerechte Erschließung des Erd- und Obergeschosses, ein neues Hallendach, den Ersatz der kompletten Inneneinrichtung einschließlich neuer Bodenbeläge und Fassaden sowie die energetische Sanierung des Gesamtkomplexes.
Bürgermeister Knobloch sprach von einer gewaltigen Herausforderung. Den zu erwartenden Aufwand in Millionenhöhe hofft der er für den Bereich der energetischen Sanierung mit Fördergeldern aus dem Europäischen Fond zur regionalen Entwicklung (EFRE) und mit Landesmitteln abzufedern. Knobloch baut auch auf eine Förderung aus dem bayerischen Finanzausgleich. Wegen der zeitlichen Förderbegrenzung drängt der Rathauschef auf einen raschen Baubeginn. Für die Planungen und das Genehmigungsverfahren steckt sich die Verwaltung einen engen Zeitplan mit einem Baubeginn im Frühjahr 2020 und einem Projektabschluss im Jahr 2021.














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