Auf einmal darf man seine Freunde nicht mehr besuchen. Die Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Plötzlich kein Fußball- oder Judotraining mehr, Spielplätze wurden gesperrt. Selbst der Einzelunterricht für ein Musikinstrument fand etliche Wochen nicht statt. Für die Kinder fiel und fällt in der Corona-Krise vieles auf einmal weg. Sogar die eigenen Großeltern und Verwandte sollte man nicht mehr besuchen. Von heute auf morgen war die Kernfamilie – Vater oder/und Mutter mit Kindern – nahezu die einzigen Kontakte.
Für einige Kinder beginnt nun wieder ein bisschen der gewohnte Alltag: Schule in halbierten Klassen, dann in die Nachmittagsbetreuung der Offenen Ganztagsschule (OGS) Grafenwöhr, und später wieder nach Hause. Und selbst da ist jetzt vieles anders. Hände waschen und desinfizieren, Abstand halten, Mundschutz – immer in Hab-Acht-Stellung, dass man sich korrekt verhält. Wie empfanden Kinder aus Grafenwöhr die Corona-Zeit bisher und wie erleben sie in der OGS „neue Normalität“? Vier Kinder aus der 1. und 4. Klasse erzählen davon.
Eine Siebenjähriger berichtet, wie die Zeit zu Hause und auch in der OGS für sie war und ist: „Die Zeit habe ich als normal erlebt. Zu Hause habe ich vor allem Nintendo Switch gespielt. Ich bin schon seit einer Woche vor Ostern wieder in der Schule. Vormittags bis 12.15 Uhr bei einem Lehrer, der mich bei den Schulsachen auch unterstützt hat. Diese haben täglich gewechselt. In der OGS war ich anfangs oft auch alleine mit einer Betreuerin. Am meisten habe ich mich darauf gefreut, dass jetzt immer mehr Freunde in die OGS kommen. Hier spiele ich jetzt am liebsten mit der Hot-Wheels-Bahn."
Ein Junge aus der ersten Klasse ist gerade die ersten Tage wieder in der OGS und erzählt: "Zuhause mit den Eltern war es schon schön, aber ich musste auch ganz schön viel lernen. Gut war, dass meine Eltern und mein älterer Bruder geholfen haben. Zu Hause spielte ich gern das Roblox, das ist ein Videospiel, wo man viele verschiedene Sachen machen kann. Hier in der OGS gefällt mir die Hot-Wheels-Bahn gerade am Besten."
Bisher nutzt nur ein Junge, der bereits Unterricht hat, der 4. Klasse die OGS. Er berichtet: „Ich erlebe die Corona-Zeit manchmal als anstrengend und manchmal auch nicht. Zu Hause ist mir oft langweilig. Mein kleiner Bruder ist erst zehn Monate alt und meine Mama muss sich um ihn kümmern. Mein Papa ist in der Arbeit. Manchmal hab ich mit meinem Bruder beschäftigt oder aufgeräumt. Bei den Schulaufgaben zu Hause hat mich dann meine Mama unterstützt. Am meisten vermisse ich meine Freunde, deshalb habe ich mich wieder sehr auf die Schule gefreut. Besonders nervig finde ich gerade, dass man Abstand halten muss. Ich hoffe, dass auch mein bester Freund bald wieder mit hier ist."
Die Notbetreuung in der Schule durch Lehrer hat auch ein weiterer Junge aus der ersten Klasse erlebt. „Das Lernen zu Hause war ein bisschen blöd. Es sind so viele Aufgaben gewesen. Meine Mama hat mir dabei geholfen. In der Notbetreuung war dann immer ein Lehrer dafür da. Zu Hause hab ich viel mit meinem vierjährigen Bruder gespielt. Richtig cool ist, dass ich hier wieder Freunde treffe und wir zusammen etwas spielen können. Mir gefällt grade auch die Hot-Wheels-Bahn ganz besonders gut."
















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.