17.06.2021 - 15:31 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Schwimmunterricht im Freibad: Erfrischend und ungeheuer wichtig

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Nach über einem Jahr Pause tauchen die Grafenwöhrer Schüler wieder zum Schwimmunterricht auf – und zwar im Waldbad, denn das Hallenbad ist noch geschlossen. Das sagen die Schüler und Lehrer dazu.

Die nasse Klasse: Die Lehrer Susanne Greim und Patrick Fuchs bitten ihre Schüler. zum Unterricht ins Wasser.
von Stefan NeidlProfil

Seit März 2020 gab es für die Schüler der Grund- und Mittelschule Grafenwöhr keinen Schwimmunterricht mehr. Schuld daran war die Coronapandemie. Mit den niedrigen Infektionszahlen (7-Tage-Inzidenz im Landkreis Neustadt/WN laut Robert-Koch-Institut 11,7; Stand 17. Juni) und immer mehr Lockerungen wagen sich Schulleiterin Anja Bräu und die Sportlehrer nun aber daran, den Schwimmunterricht endlich wieder aufzunehmen.

Weil die Temperaturen derzeit weit über der 20-Grad-Marke liegen, will die Schule den Mädchen und Buben der 5., 6. und 7. Klassen etwas Besonderes bieten, und so führen die Lehrer Patrick Fuchs, Ulrich Köppl, Susanne Greim, Til Humser, Josef Rodler und Uwe Brösl 62 Schüler zu einem Schwimmtag in das Grafenwöhrer Waldbad – zum Open-Air-Schwimmen also, und das sogar kostenfrei.

Endlich wieder zusammen im Wasser

Nach einem kleinen Aufwärmprogramm mit "Ball über die Schnur" auf den Volleyballfeldern geht es nach 15 Monaten Pause in das große Becken. Problem dabei: Der reguläre Badebetrieb läuft bereits, das Bad ist schon am Vormittag gut besucht. Daher ist der Schwimmunterricht jetzt nur eingeschränkt möglich. Dennoch tut es den Schülern gut, wieder gemeinsam im Wasser zu sein und von den Sprungbrettern zu springen. Wie Jonas, 13, der die 7. Klasse besucht. Er habe den Schwimmunterricht vermisst, erzählt er. Vor der Pandemie war er begeisterter Schwimmer und hat dies auch beibehalten. Im Sommer ist er darum auch fast jeden Tag im Waldbad.

Auch Lehrer Patrick Fuchs wird später ein positives Fazit zum ersten Schwimmunterricht nach langer Pause ziehen: "Das Schöne ist, dass noch alle Schwimmen können." Er selbst ist bei der Wasserwacht und wisse, wie wichtig das sei. Vorfälle und Unfälle würden sich wegen des ausbleibenden Unterrichts häufen, weiß er. Wie der Betriebsleiter des Waldbads, Stephan Potröck, feststellt, hätten die Schwimmfähigkeiten schon vor Corona nachgelassen. Fuchs' Kollegin Susanne Greim pflichtet ihm bei. Nach ihren Worten will die Schule noch einige Male das Waldbad besuchen, denn das eigene Hallenbad bleibt wohl geschlossen. Erst kürzlich habe es eine neue Filteranlage und solle in diesem Schuljahr auch wegen der Unsicherheit der Pandemie nicht mehr in Betrieb genommen werden.

Kein Fan von Chlorwasser

Und wie haben den anderen Jugendlichen die Schulstunden im kühlen Nass gefallen? Geteilter Meinung sind die Freundinnen Lena und Agata über die Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts. Lena freut sich darüber, auch weil sie seit der Unterbrechung nicht mehr im Wasser war. Früher war die 13-Jährige etwa dreimal in der Woche im Sommer beim Schwimmen. Jetzt will sie den Sport wieder regelmäßig ausüben. Agata hingegen ist kein Fan von Chlorwasser. Die 14-Jährige mag den Geruch nicht. Im Sommer meidet sie wegen ihrer empfindlichen Haut die Sonne und das Chlorwasser.

Für den Fünftklässler Stefan dagegen war der erste Schwimmtag ein Höhepunkt. Der Elfjährige ist froh, wieder mit seinen Freunden im Wasser sein zu dürfen. Und: "Im Waldbad ist es natürlich besonders schön." Sagt's und saust zum Kiosk, um sich eine Brotzeit zu holen. Sechstklässler Thierry hat den Schwimmunterricht und die -spiele ebenfalls vermisst. Er planscht auch gerne im heimischen Pool oder geht im Josephstal schwimmen.

Öffnung der Freibäder im Landkreis Neustadt/WN und in Weiden: Abwarten – mit einer Ausnahme

Weiden in der Oberpfalz
Mohammad springt vom Drei-Meter-Brett in das Wasser.
Service:

Das sollten Sie beim Anbaden beachten

  • Nicht aufgeheizt ins Wasser springen
  • Die ersten Schwimmzüge ruhig angehen
  • Wasserqualität in Badeweihern: Stinkendes Wasser ist ein Warnzeichen, auch bei blau-grün schimmernden Schlieren sollte das Wasser gemieden werden, es könnten Blaualgen sein
  • In Deutschland ist das Baden an etwa 2000 ausgewiesenen Badestellen und Naturbädern ausdrücklich erlaubt. In Naturschutzgebieten ist das Baden in Seen allerdings meist verboten.
  • Wer sich über Verbotsschilder hinwegsetzt, dem können Bußgelder von bis zu 5000 Euro drohen. (Quelle: dpa)

"Im Waldbad ist es natürlich besonders schön."

Fünftklässler Stefan (11)

 

 

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