29.11.2019 - 10:02 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Selbstbewusstsein gewinnen, Ängste verlieren

Woher kommen Ängste und wie bekommt man sie in den Griff? Was ist Selbstbewusstsein? Was versteht man unter Selbstwertgefühl? Und wie entsteht gesundes Selbstbewusstsein? Michael Tiefel kennt die Antworten.

Michael Tiefel klärt die Zuhörern über Ängste, Selbstwert und Selbstbewusstsein auf und gibt alltagstaugliche Tipps. AsF-Vorsitzende Conny Spitaler (rechts) bedankte sich bei dem Referenten für seinen kurzweiligen Vortrag.
von Doris MayerProfil

Der Vortrag von Michael Tiefel zum Thema „Selbstbewusstsein steigern – Ängste verlieren“, zu dem der „Rote Donnerstag“ des Arbeitskreises sozialdemokratischer Frauen (AsF) eingeladen hatte, war sehr lehrreich. Der Coach gestaltete sein Referat spritzig und kurzweilig, so dass er die Zuhörer sofort fesselte. Eingangs nahm sich Tiefel das Thema „Kindheit“ vor. Die Besucher erfuhren, dass Heranwachsende bis zu ihrem 18. Lebensjahr über 180.000 Botschaften wie „Das kannst du nicht“ ,“Aus dir wird nie was“, oder „Der Andere kann das besser“ zu hören bekommen. „Die negativen Botschaften werden verinnerlicht und prägen, das sollte uns im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bewusst sein“, mahnte Tiefel.

„Im Alter bis zu zwei Jahren werden Kinder für jeden Schmarrn gelobt“, zeigte er auf. „Bis zum zwölften Lebensjahr etwa müssen Kinder bestimmte Dinge tun, um Lob zu erfahren, danach wird der Jugendliche – auch von anderen Jugendlichen – nach dem beurteilt, was er ist, kann und hat."

Er erklärte außerdem, wie sich das Selbstwertgefühl eines Menschen durch positive Erlebnisse entwickelt und wie darauf das Selbstbewusstsein resultiert. „Und dann kommt ein Schicksalsschlag wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit, und plötzlich ist man nichts mehr wert“, fuhr Tiefel fort. Obwohl der Mensch der gleiche sei wie zuvor, bekomme er keine Wertschätzung der anderen mehr. Darunter leide schließlich auch das Selbstwertgefühl und -bewusstsein.

Tiefel zeigte anschließend die Säulen des Selbstbewusstseins auf und ermunterte, konkrete und erreichbare Ziele zu setzen. Nachdem diese erreicht sind, sollte man sich wieder neue Ziele setzten.

Zum Thema Angst meint der Coach, dass Kinder natürlicherweise keine Angst haben. Evolutionär gäbe es die Angst vor Misserfolg, Überanstrengung und sozialer Zurückweisung. In frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte war es beispielsweise die Angst vor Misserfolg bei der Jagd, der schließlich zum Hungern oder Tod führte. Heutzutage haben Menschen Angst, Fehler zu machen. Zwar sei die Angst, sich zu überanstrengen, heutzutage nicht mehr so groß, wohl aber davor, vor anderen Menschen nicht bestehen zu können.

„Mit wenig Aufwand lässt sich das Selbstbewusstsein trainieren“, erklärte der Referent und belegte dies mit Studienergebnissen: „Durch eine bewusst aufrechte Körperhaltung und durch Lächeln. Wenn die Mundwinkel nach oben gehen, schüttet das Gehirn Glückshormone aus. Wir fühlen uns wohler und selbstbewusster.“

AsF-Vorsitzende Conny Spitaler bedankte sich für den anschaulichen Vortrag und die Zuhörer spendeten begeistert Applaus.

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