30.07.2020 - 12:31 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Sportvereinigung Grafenwöhr bietet Brazilian Jiu-Jitsu

Die SV TuS/DJK Grafenwöhr bietet mit Brazilian Jiu-Jitsu eine neue Sportart an. Drei erfolgreiche Sportler, die bereits mehrere Meistertitel errungen haben, stehen hier als Trainer zur Verfügung.

Die Gebrüder Albert und Emilio Petri sowie Cevin Schopf (von links) freuen sich, Brazilian Jiu-Jitsu bei der SV Grafenwöhr anbieten zu können.
von Stefan NeidlProfil

Nachdem Judo vor Jahren bei der SV TuS/DJK Grafenwöhr eingestellt worden war, starteten Cevin Schopf sowie die Brüder Albert und Emilio Petri jetzt eine neue Initiative. Albert Petri: "Uns war bekannt, dass es derzeit keine Kampfsportsparte bei der SV Grafenwöhr gibt. So kam uns die Idee, der SVG etwas Neues, Modernes anzubieten. Einen modernen Kampfsport, der den Standkampf des Judo und einen attraktiven Bodenkampf beinhaltet." Die Vorstandschaft war sehr erfreut, da das Interesse vor allem bei Kindern und Jugendlichen immens sei.

"Brazilian Jiu-Jitsu ist eigentlich ein spezialisierter Judo-Stil", erklärt Albert Petri weiter. "Anfang des 20. Jahrhunderts lernten in Brasilien die Brüder Carlos und Helio Gracie die japanische Kampfkunst Kodokan Judo. Der Japaner Jigoro Kano hatte einen neuen Kampfsport entwickelt, der seine Ursprünge im Jiu Jitsu hatte, der waffenlosen Selbstverteidigung der Samurai. Jigoro Kano nannte seine neue Schule: Kodokan."

Technik ersetzt Körpergröße

Helio Gracie sei klein und schmächtig gewesen und hatte deshalb Probleme, sich in den Kämpfen durchzusetzen. Seine Gegner konnten ihre körperliche Überlegenheit viel zu gut ausspielen. Also habe Helio Gracie mit der Entwicklung von Techniken begonnen, bei denen die körperliche Überlegenheit keine große Rolle mehr spielte. Die von ihm entwickelten Techniken hätten sich als so wirkungsvoll erwiesen, dass sie bald als eigener Stil galten. Das „Gracie Jiu Jitsu“ war geboren.

Eifrig trainiert wird auch bei den Kirchenthumbacher Lauffans

Kirchenthumbach

Ziel im Brazilian Jiu Jitsu sei es, möglichst ökonomisch zu kämpfen. "Alle Techniken, die abhängig von Kraft und Schnelligkeit sind, werden vermieden, weil sie in einem Kampf gegen einen stärkeren Gegner ungeeignet sind", sagt Albert Petri. In vielen Kampfsportarten sei der Kampf entschieden, wenn ein Kämpfer zu Boden gegangen sei. "Im Brazilian Jiu Jitsu geht der Kampf dann erst richtig los. Auf dem Boden kann der Kämpfer seine Fähigkeiten erst richtig entfalten."

Drei erfolgreiche Trainer

Die beiden Petris haben den Sport beim TB Weiden seit 2012 kennengelernt. Albert hat den braunen Gurt und war schon süddeutscher Meister, vier Mal bayerischer Meister, errang einen dritten Platz bei einer internationalen Meisterschaft und in einem offenen Adidas-Turnier sowie einen Sieg bei der Bayerischen Bodenkampfmeisterschaft Judo. Emilio ist zweifacher süddeutscher Vizemeister mit Technikpreisen, vierfacher bayerischer Meister und hat einmal eine internationale Meisterschaft mit Technikpreis gewonnen. Schopf ist Quereinsteiger, kommt vom Boxen und wollte im "Mixed Material Ars" mehrere Kampfsportarten vereinen. Er ist nun seit 2019 dabei und hat die B-Trainer-Lizenz.

Das Training läuft nun bereits seit einiger Zeit, Neulinge sind erwünscht, gerne auch mit Probetraining. Albert erklärt: "Brazilian Jiu-Jitsu ist ein Kampfsport für Jedermann, sowohl für Kinder als auch Erwachsene, ganz egal, mit welchen Präferenzen man an den Sport rangeht. Jeder Sportler hat sein eigenes Ziel, das er verfolgt und verwirklichen will. Bei einem ist das Ziel, die eigenen Selbstverteidigungskünste zu verbessern, bei einem anderen, seine Fitness zu steigern, der Dritte sieht in diesem modernen Sport einen attraktiven Wettkampfsport."

Natürlich wird bei dem Training auch ein Hygienekonzept eingehalten. Trainingszeiten sind dienstags und donnerstags um 19 Uhr und 19.15 Uhr für Erwachsene, für Jugendliche donnerstags um 18 Uhr.

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