11.08.2020 - 12:57 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

St.-Michaelswerk beeindruckt Stadträte

Zu den Aufgaben eines Stadtrats gehört es, die vielen Einrichtungen seiner Stadt zu kennen. Nach den Kindergärten sehen sich die vielen Neulinge im Gremium nun im St.-Michaelswerk um.

Geschäftsführender Vorstand Tassilo Heimberg (vorne, rechts) erklärt den Stadträten das St.-Michaelswerk.
von Stefan NeidlProfil

5 Betriebsteile, 10 Fachbereiche, 83 Lehrkräfte, 700 Schüler in Grafenwöhr und noch einmal 200 in Regensburg: Schon allein die groben Zahlen, die Geschäftsführender Vorstand Tassilo Heimberg vortrug, beeindruckten die Stadträte. Ihre Tour führte sie diesmal ins St.-Michaelswerk.

Dieses ist eine private, staatlich anerkannte Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung mit dem Schwerpunkt Lernen. Dazu gibt es 72 Internatsplätze. In der Mensa werden in Nicht-Corona-Zeiten 200 Essen pro Tag ausgegeben. Insgesamt sind 147 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter beschäftigt. Damit gehört die Einrichtung zu den größeren Arbeitgebern in Grafenwöhr. Sie weist einen Jahreshaushalt von sechs Millionen Euro auf und hat einen eigenen Aufsichtsrat.

Das Hauptgebäude wurde in den 1970-er Jahren erbaut. Zur Infrastruktur gehört ein eigenes Stromhäuschen nur für die Schule. Die zehn Fachbereiche umfassen Bau-, Holz-, Farb-, Metall-, Fahrzeug- und Elektrotechnik, Wirtschaft und Verkauf, Lebensmittelhandwerk, Körperpflege sowie Betreuung und Pflege. 15 Prozent der Schüler befinden sich in einem Berufsvorbereitungsjahr. Die Stärke der Einrichtung liege in kleinen Klassen und individueller Förderung, erklärte Tassilo Heimberg. Dafür lägen die Kosten der Ausbildung ungefähr zweieinhalb mal so hoch wie in einer öffentlichen Institution.

Zum St.-Michaelswerk gehört zusätzlich zur privaten Berufsschule noch eine Schulvorbereitende Einrichtung, die 90 Kinder besuchen. In den drei Jahren vor der regulären Schulpflicht werden dort Mädchen und Buben betreut, die einer nachhaltigen Förderung bedürfen und einen sonderpädagogischen Förderbedarf aufweisen, dem in Kindergärten oder in integrativen Kindergärten, durch Frühförderung oder die mobile sonderpädagogische Hilfe nicht oder nicht ausreichend entsprochen werden kann.

Zur Ausbildung gehöre eine Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsbetrieben in der Stadt, erläuterte der Geschäftsführende Vorstand. Das Bäckerwesen sei so schon mehrfach für die Ausbildung ausgezeichnet worden.

Kürzlich gab es im Stadtrat die Idee, bei der Beschilderung von Sehenswürdigkeiten das St.-Michaelswerk mit der Anfertigung zu beauftragen. Dies sei rechtlich nicht möglich, stellte Heimberg klar: Angefertigte Produkte müssten vernichtet werden oder werden dem Hersteller geschenkt.

Um auf Schule in Corona-Zeiten vorbereitet zu sein und die Hygienevorgaben einhalten zu können, seien kürzlich für 65 000 Euro Artikel eingekauft worden, teilte der Geschäftsführende Vorstand mit. Eine kleine Bitte hat er abschließend an den Stadtrat: Wenn überall von Digitalisierung geredet werde, dann solle doch seine Einrichtung dabei mit bedacht werden.

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