Im Mittelpunkt der dritten Stadtratssitzung des Jahres 2026 in Grafenwöhr stand der Haushaltsplan – und dieser brachte erneut eine Rekordsumme mit sich. Das Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von 29.762.000 Euro verabschiedete der Stadtrat einstimmig.
Bürgermeister Edgar Knobloch betonte eingangs, dass der Haushaltsplan bereits im Vorfeld intensiv beraten worden sei. „Die Stadtratsfraktionen hatten die Möglichkeit, ihre Vorschläge einzubringen. Die Vorstellungen aller drei Fraktionen finden sich im Großen und Ganzen im Plan wieder“, so Knobloch. Damit sei ein ausgewogenes Zahlenwerk entstanden, das die aktuelle Lage der Stadt realistisch abbilde.
Auch in den Reihen der Fraktionen wurde die Bedeutung des Haushalts deutlich unterstrichen. Thomas Schopf (FWG) sprach von einer der schwierigsten Aufgaben des Stadtrats. „Der Haushalt spiegelt unsere Finanzlage wider und regelt die anstehenden Ausgaben. Jedes Jahr sprechen wir von einem Rekordhaushalt – aber in diesem Jahr handelt es sich tatsächlich um einen“, erklärte Schopf. Besonders hob er dabei die großen Investitionen hervor, allen voran das geplante neue Verwaltungsgebäude, das eine zentrale Maßnahme für die zukünftige Entwicklung der Stadt darstellt.
Gerald Morgenstern (CSU) ging auf die Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben ein. „Gerade bei einem Haushalt, der von großen Investitionen geprägt ist, sind stabile Einnahmen entscheidend“, betonte er. Gleichzeitig äußerte er Kritik an den finanziellen Rahmenbedingungen: „Sowohl bei den Einnahmen als auch durch gesetzliche Vorgaben von Bund und Land ist deutlich zu spüren, dass immer mehr eine Umverteilung von oben nach unten erfolgt.“
Für die SPD brachte Thomas Weiß die grundsätzliche Haltung auf den Punkt. „Der Haushalt zeigt eine klare Richtung. Wir müssen in diesen Zeiten umsichtig wirtschaften und dort sparen, wo es notwendig ist. Denn eines ist ersichtlich: Alles wird teurer“, so Weiß. Er bezeichnete den Haushalt als „keinen Wunschzettel, sondern einen verantwortungsvollen Plan für unsichere Zeiten“, der Mut und konsequente Umsetzung erfordere.
Der Haushalt gliedert sich in einen Verwaltungshaushalt mit 17.906.500 Euro sowie einen Vermögenshaushalt mit 11.856.400 Euro. Für Investitionen sind Kreditaufnahmen in Höhe von 2.590.231 Euro vorgesehen. Zudem werden rund 1,017 Millionen Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführt. Im Anschluss genehmigte der Stadtrat auch den Finanz- und Investitionsplan für die Jahre 2025 bis 2029. Dieser gibt laut Weiß eine klare Richtung für die zukünftige Entwicklung der Stadt vor. Der Dank von Bürgermeister Knobloch und aller Stadtratsmitglieder ging an Kämmerin Elena Jakimenko für die Ausarbeitung des Haushalts.
Bereits vor der Haushaltsberatung stand ein Bericht aus dem Mehrgenerationenhaus und dem Quartiersmanagement auf der Tagesordnung. Anja Zankl von Learning Campus zog eine positive Bilanz des vergangenen Jahres und stellte die Planungen für 2026 vor. Die zahlreichen Kurse und Veranstaltungen seien sehr gut besucht. Gleichzeitig wurde im Gremium deutlich, dass die Organisation dieser Angebote aktuell nahezu allein von ihr getragen werde. Entsprechend wurde über mögliche Unterstützung seitens der Stadt diskutiert. Hier sollte zwingend gehandelt werden, war aus der Runde zu hören. Auch im Hinblick auf Jugendliche, die die Angebote rege nutzten, wurden zusätzliche Investitionen angeregt.
Ein weiterer Punkt der Sitzung war die geplante Bebauung einer freien Fläche in der Neuen Amberger Straße. Dort sollen 20 Wohnungen sowie drei Gewerbeflächen entstehen. Architekt Georg Zunner aus Amberg stellte das Projekt im Detail vor und beantwortete Fragen. Im Zuge der Beratung wurden auch bauordnungsrechtliche Abweichungen thematisiert. So überschneiden sich die Abstandsflächen einer geplanten Stapelgarage im Westen und des Hauptgebäudes im Osten geringfügig. Da das Erdgeschoss zurückspringe, betreffe diese Abweichung lediglich einzelne Wohnungen in den Obergeschossen. Die Garage soll eine Höhe von 4,75 Metern erreichen. Laut Antragsteller ist dadurch keine Beeinträchtigung der Wohnqualität zu erwarten, da die Höhe im Verhältnis zu den Wohngebäuden gering ausfällt. Die Beschwerden, die bisher eingingen, wurden vorgetragen. Über die endgültige Genehmigung dieser Abweichung entscheidet das Landratsamt. "Auch die Beschwerden werden dorthin weitergegeben," so der Bürgermeister. Der Stadtrat erteilte dem Bauvorhaben schließlich das gemeindliche Einvernehmen.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.