26.12.2019 - 09:06 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Stadtratssitzung: Grafenwöhr Kulturhauptstadt der Region

"Staade" Zeit nennt man die Tage und Wochen vor Weihnachten. Selbst in der Grafenwöhrer Ratsversammlung wird es besinnlich. Rücksicht und Einsicht herrschen vor.

"Grafenwöhr ist schöner geworden", betont SPD-Sprecher Thomas Weiß in der Jahresabschlusssitzung des Grafenwöhrer Stadtrats.
von Robert DotzauerProfil

Deshalb sprechen die Fraktionsführer von CSU, SPD und FW von einem guten Jahr für Grafenwöhr. Die Jahresabschlusssitzung des Stadtrates ist auch der Abend für die Fraktionssprecher. Das Gremium gehört zwar nicht zur „Heilige Familie“, von der in der Advents- und Weihnachtszeit die Rede ist. Doch 19 der 21 Kommunalpolitiker waren sich in der letzten Sitzung des Jahres 2019 einig: Grafenwöhr geht es gut. In ihren differenzierten Betrachtungen analysierten Gerald Morgenstern (CSU), Thomas Weiß (SPD) und Thomas Schopf (FW) das kommunale Geschehen und folgerten: in kollegialer und vertrauensvoller Zusammenarbeit wurde viel erreicht.

Symbolisch schnürte Gerald Morgenstern schon vor dem Heilgen Abend das große Weihnachtspaket mit den Geschenken für die Grafenwöhrer auf und legte sie unter einen riesigen Christbaum. Zu den vielen Gaben gehörte der langersehnte Kreisverkehr an der Wache 6, die gelungenen Ortsstraßen-Sanierungen, der im Rahmen der Dorferneuerung sanierte Ortsteil Hütten, die Erneuerung der Fahrbahndecke der B 299-Ortsdurchfahrt und die vielen Baumaßnahmen zur Verbesserung der sogenannten Daseinsvorsorge. Morgenstern begrüßte zudem die Fortschritte bei der Erschließung von Baugebieten und die Zusage des Landkreissiedlungswerkes zur Errichtung von 20 Wohneinheiten.

Im mindestens gleichem Umfang widmete sich der CSU-Sprecher den städtischen Zukunftsplänen. Im Mittelpunkt standen dabei die im März 2020 beginnende Generalsanierung der Stadthalle, Investitionen in das Waldbad und das Versprechen, den Feuerwehren der Stadt einen hochwertigen Ausrüstungsstandart zu garantieren. Von weiteren hohen staatlichen Zuwendungen ausgehend galt das Augenmerk des CSU-Sprechers auch der Kinder-, Familien- und Wohnungsbauförderung. Viel Zustimmung fand die Anregung, für jeden neuen städtischen Erdenbürger einen Baum zu spenden oder zu pflanzen.

Auf die gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse im Jahresverlauf eingehend beförderte Morgenstern seine Heimatstadt zur „internationalen Kulturhauptstadt in der Region“. Der CSU-Mann untermauerte diese Feststellung mit Hinweisen auf das überaus erfolgreiche Kulturmanagement im Zusammenspiel mit den Vereinen und dem ehrenamtlichen Engagement vieler Grafenwöhrer. Dazu zählte Morgenstern auch die unschätzbaren Dienste der Brandschützer, der BRK-Rettungskräfte und das segensreiche Wirken der sozialen Einrichtungen.

Er gratulierte in diesem Zusammenhang Hildegard Haupt für die Ehrung als „Weißer Engel“ und dem Grand Senior des Stadtrates Josef Neubauer zur Auszeichnung mit der kommunalen Verdienstmedaille in Silber. Im Namen der CSU-Fraktion dankte Morgenstern zudem dem Grafenwöhrer Netzwerk an Arbeitnehmern und Arbeitgebern, dem städtischen Personal, der US-Armee und nicht zuletzt dem Bürgermeister und der Ratsversammlung. Mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 warb Morgenstern für ein faires Werben um Wählerstimmen. Den Rück- und Ausblick verband der CSU-Sprecher mit herzlichen Weihnachts- und Neujahrswünschen.

Wünsche und Lob

Grafenwöhr ist schöner geworden, bilanzierte Thomas Weiß. Der SPD-Sprecher erinnerte wie auch sein Kollege Morgenstern an die wichtigsten Projekte, die begonnen oder schon abgeschlossen wurden. Thomas Weiß begrüßte besonders den neuen Kreisverkehr, die Straßensanierungen und die Verbesserungen bei der Stromversorgung. Die hohen Schlüsselzuweisungen des Freistaates verband er mit dem Wunsch einer Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude, der Modernisierung der Verwaltungsgebäude und des Grundschulkomplexes, den Ausbau der Eichendorffstraße, der Modernisierung des Freibades und der Generalsanierung der Stadthalle.

„Ihr ward fleißig“, bestätigte Weiß dem Bürgermeister und seinen Ratskollegen. Gleichzeitig erinnerte er an das Ausscheiden verdienter Ratsmitglieder zum Ende der Wahlperiode. An die erfahrenen und langjährigen Stadträte gewandt dankte Weiß: „Von euch konnte man eine Menge lernen.“ Ein Dankeschön richtete er auch an die Bevölkerung für den guten nachbarschaftlichen Umgang. „Auch die guten Kontakte untereinander prägen eine Wohlfühlstadt“, so Weiß. Zu den Wünschen nach Frieden, Freiheit und Gesundheit gesellten sich Wünsche und Hoffnungen an das Gremium, für die vielen anstehenden und wichtigen Entscheidungen ein gutes Händchen zu haben.

Thomas Schopf beleuchtete für die FW-Fraktion zunächst das reiche kulturelle Geschehen in der Soldatenstadt. Nicht zuletzt durch die einfallsreiche Kulturmanagerin Birgit Plößner sei das Jahr 2019 von zahlreichen gesellschaftlichen und kulturellen Höhepunkten geprägt worden. Auf das Aufzählen einzelner Projekte verzichtete Schopf zugunsten einer Würdigung der ausscheidenden Stadträte für das gute Miteinander. Vielsagend bedauerte Schopf unschöne Momente während der aktuellen Sitzungsperiode. Ohne Namen zu nennen, empfahl er einigen Stadträten, sich bei ihrem Verhalten am Gesamtwohl der Stadt zu orientieren.

Das Warm-Up der Freien Wähler in Richtung Kommunalwahl 2020 kündigte Schopf nach der Jahreswende an. Im Interesse gleicher Ziele zum Wohl der Bürgerschaft empfahl der FW-Sprecher auch in Zeiten des Wahlkampfes Kollegialität und Fairness. Sich auch im der neuen Wahlperiode ohne „Altlasten“ aus dem Wahlkampf in die Augen zu sehen, gehörte ebenfalls zu den großen Wünschen. Der abschließende Dank des Fraktionsführers galt dem Bürgermeister und allen, die die Räder der Stadt am Laufen halten. Dazu zählte Thomas Schopf auch die ehrenamtliche Kräfte in den Vereinen, die Geschäftswelt und die amerikanischen Freunde. Einer liebens- und lebenswerten Stadt wünschte Schopf in all ihren Facetten ein erfolgreiches Jahr 2020.

In seiner Funktion als Vorsitzender des Stadtverbandes nutzte Gerhard Mark die Jahresabschlusssitzung, um dem Plenum im Namen der Vereine zu danken. Gleichzeitig würdigte er den Einsatz der Ehrenamtlichen. „Ohne sie wäre die Gesellschaft ärmer“, betonte Mark und blickte bereits auf 308 gemeldete Veranstaltungen im Jahr 2020. Das bedeute Leben in der Stadt.Zu Details verwies er auf sein Grußwort im Stadtanzeiger. Mark bedauerte die überbordenden amtlichen Regulierungen, die das Vereinsleben zunehmend erschwerten. „Da vergeht vielen die Lust, für die Allgemeinheit zu arbeiten“. In seinen Dank zum Jahresschluss bezog er auch die Druckerei Hutzler ein. Das Mammutwerk des Stadtanzeigers sei ohne die Druckerei nicht vorstellbar.

Den Abschluss der Sitzung bildete die traditionelle Spendensammlung im Gremium für einen sozialen Zweck. 2. Bürgermeisterin Anita Stauber verkündete das Spendenergebnis von 390 Euro. Bürgermeister Edgar Knobloch erhöhte den Betrag auf 470 Euro. Die Spende geht an eine Grafenwöhrer Familie, teilte Anita Stauber in Absprache mit den Fraktionssprechern mit.

"Wir sind die Kulturhauptstadt der Region", erklärt CSU-Sprecher Gerald Morgenstern.
Kollegialität und Fairness wünscht sich FW-Sprecher Thomas Schopf auch in Zeiten des Wahlkampfes
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