24.09.2018 - 18:34 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Nach dem Sturm: Waldwege unbedingt meiden

Der Tag danach in Grafenwöhr: Die Stadt ist - wie alle Gemeinden des Landkreises - schwer vom Sturm getroffen. Besonders getobt hat "Fabienne" in den Wäldern.

von Stefan NeidlProfil

Bürgermeister Edgar Knobloch begutachtete zusammen mit Forstamtsrat Martin Gottsche und Reinhard Wiesent, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft sowie Koordinator des Maschinenrings, die massiven Schäden dort: Das Sturmtief "Fabienne" hat eine Schneise von Neurunkenreuth über Gössenreuth, Grafenwöhr, Gmünd und Hütten bis Mantel geschlagen.

Selbst die Bahnlinien von Pressath nach Grafenwöhr und Weiden waren deshalb zeitweise nicht befahrbar. Die Hauptverkehrsrouten konnten mit Hilfe von Feuerwehren, Bauhof, Forstbetriebsgemeinschaft und Maschinenring schnell wieder frei geräumt werden, aber auf den Wald-, Wander- und Radwegen wird noch gearbeitet. Einzelne Abschnitte - wie der Radweg am Sportpark Richtung Gmünd, der Schönbergweg und die Straße am Sportheim in Hütten - wurden sicherheitshalber mit Barken gesperrt.

Wie Gottsche erklärte, werden zu Boden fallende Äste und kippende Bäume noch für mehrere Wochen eine Gefahr darstellen. Der Forstamtsrat appellierte auch an Privatwaldbesitzer, auf ihren Grundstücken die Lage zu kontrollieren, riet aber zu äußerster Vorsicht dabei. Bei der Forstbetriebsgemeinschaft könne Rat und Unterstützung zur Sicherung eingeholt werden, merkte er an.

Reinhard Wiesent bestätigte dies: Die umgeknickten Bäume stünden unter Spannung und könnten von Laien nicht gefahrlos abgetragen werden. Gespaltene Kronen könnten aus 20 Metern Höhe mit dem 500-fachen ihres Eigengewichts auf dem Boden aufschlagen - lebensgefährlich für jeden Waldbesucher. Den Mut zu haben, gefährliche Bereiche zu sperren, zeuge von einer besonderen Reife, sagte er an die Führung der Einsatzkräfte gewandt.

Bürgermeister Edgar Knobloch sprach den Feuerwehren Grafenwöhr, Kemnath und des Truppenübungsplatzes sowie dem Bauhof und der Forstbetriebsgemeinschaft spezielles Lob aus. Es sei bemerkenswert, wie schnell und wie ausdauernd diese sich bei unzähligen Einsätzen fast die ganze Nacht um Notfälle im Stadtgebiet gekümmert haben. Selbst als Dachdecker seien sie tätig gewesen, um Wasserschäden an Häusern mit abgedeckten Dächern zu verhindern - und dies unter schwierigsten Umständen wie Stromausfall und teilweise nicht funktionierendem Funk.

Knobloch beklagte, dass es erneut zu Pöbeleien in der Bevölkerung gegen die Einsatzkräfte gekommen sei, weil diese für manche Bürger nicht schnell genug oder zu laut gearbeitet hätten. Für den Stadtchef ist ein solches Benehmen unverständlich.

Immer wieder fielen während der Waldbesichtigung Äste zu Boden. Trotzdem waren schon wieder Fahrradfahrer und Jogger auf den Straßen und Wegen unterwegs: ein Verhalten, das während der nächsten Wochen vermieden werden sollte. Alle drei "Inspektoren" waren sich einig, dass, bis die Sturmschäden in den Wäldern analysiert und beseitigt sind, ein Aufenthalt auf den Waldwegen zu gefährlich sei. Sie appellierten deshalb an die Bevölkerung, bis auf Weiteres darauf zu verzichten.

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