22.10.2018 - 15:52 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Theorie und Praxis des Tourismus

Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack erzählt von der Theorie des Tourismus.
von Stefan NeidlProfil

Beim Tourismustag des Oberpfälzer Waldes (wir berichteten) erzählten Unternehmer von ihren Erfahrungen: Manfred und Irene Klotz betreiben eine Ferienanlage mit Bungalows in Pleystein. Für sie war ein gutes Auge für Details und ein ansprechender Onlineauftritt besonders wichtig, um erfolgreich zu sein.

Angelika Baumer ist die Namenspatin und Chefin des Apartmenthauses "Angelika" in Nittenau-Stefling. Von der ersten Idee bis hin zum Einzug der ersten Gäste im Mai dieses Jahres vergingen keine zwei Jahre. Parallel zur Planungs- und Bauphase wurde das Onlinemarketing und Buchungssystem entwickelt. Mittlerweile werden alle Reservierungen über die Internetseite platziert.

Mut zum Risiko hatte Rudolf Schmid, als er 2015 das Schlosshotel "Ernestgrün" in Neualbenreuth sanierte. Der Komplex war über 300 Jahre alt und teilweise in einem baufälligen Zustand. Ausführlich berichtete er über Herausforderungen, aber auch Chancen, die sich mit dem Projekt ergaben. Mit Heinz-Dieter Quack von der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften in Braunschweig war ein Experte aus der Theorie vertreten. Er erklärte einen Übergang von der Erlebnis- zur Sinngesellschaft. Der wichtigste Faktor sei stets, wie der Kunde das Produkt oder die Serviceleistung wahrnimmt. Durch die Digitalisierung hat sich dessen Sicht der Dinge verändert und möchte heute anders beworben werden. Eine Mischung aus analoger und digitaler Erfahrung sei die Präferenz eines jeden Urlaubers. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte nach Meinung des Professors der Kundenwunsch analysiert und so weit möglich erfüllt werden.

Dem widerspricht wiederum Jürgen H. Krenzer von Rhönerlebnis aus Ehrenberg-Seiferts. Dieser hatte vor 25 Jahren die Idee, regionaler Marktführer im Gastronomiebereich zu werden und hatte von Anfang an ein klares Konzept. Anstatt alle Wünsche eines einzelnen Gastes zu erfüllen, konzentrierte er sich auf einzelne Bereiche. Dadurch wurde ihm klar, dass er manche Gäste verlieren würde - aber andere dafür gewinnen. Er setzte bewusst auf Spezialitäten aus der Region und bot ausschließlich traditionelle Küche an.

Und so kam er auf das Rhönschaf. ein Tier, das einst auf der Roten Liste stand. Die Tiere züchten, um sie zu verzehren: Das ist kurioserweise die Methode, die die Population stabilisierte und heute sieht man in der Region zahlreiche Herden dieser Tieren. Krenzer outet sich in seinem Vortrag als richtiger "Querdenker" und er weiß: Sobald er für eine Idee ausgelacht wird, muss sie richtig sein. Seine Vision hat er in einem Buch festgehalten. Zehn Exemplare verschenkte er an Interessierte aus dem Plenum mit einer Bitte und mit Augenzwinkern: Sobald mit Hilfe des Buches die ersten 50 000 Euro verdient sind, sollten die Beschenkten ihn doch in seiner Wirtschaft besuchen und das Buch bezahlen.

Jürgen H. Krenzer setzt auf unorthodoxe Methoden in der Gastronomie.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.