Grafenwöhr
23.01.2026 - 11:56 Uhr
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Ein Überblick über die Kommunalwahl in Grafenwöhr: Bürgermeister Knobloch ohne Gegenkandidat

Amtsinhaber Edgar Knobloch ist der einzige Bürgermeisterkandidat. Die Sitze im Stadtrat sind härter umkämpft: CSU, SPD und Freie Wähler haben Listen aufgestellt. Welche Ziele die Parteien haben und welche Herausforderungen sie sehen.

In Grafenwöhr dürfte die Kommunalwahl zumindest mit Blick auf den Posten des Bürgermeisters nicht sonderlich spannend werden: Amtsinhaber Edgar Knobloch von der CSU tritt erneut an, Gegenkandidaten gibt es nicht. „Ich mag den Wettbewerb und den Austausch eigentlich, auch wenn es im Wahljahr eher gegeneinander geht“, sagt Knobloch. Er sei aber auch nicht böse darüber, keinen Gegenkandidaten zu haben. „Vielleicht hat jemand meinen Terminkalender gesehen und tritt deswegen nicht an“, scherzt er. Der 61-Jährige ist seit 2014 Bürgermeister.

Bei der Besetzung des Stadtrats haben die Grafenwöhrer hingegen eine größere Auswahl: Die CSU, die Freie Wählergemeinschaft und die SPD haben eine Liste aufgestellt.

Stadt für Jung und Alt

Die CSU Grafenwöhr schickt 10 erfahrene Kommunalpolitiker sowie 10 neue Kandidaten ins Rennen um die Plätze im Stadtrat. Bürgermeister Knobloch belegt Listenplatz 1. „Die Bedürfnisse der Bevölkerung und die Vorgaben der Gesetzgeber sind ein Spannungsfeld. Und ich möchte das mitgestalten“, sagt er. Auch die täglichen Diskussionen und der Austausch mit der Bevölkerung seien ihm wichtig. „Im Stadtrat haben wir ein gutes Verhältnis und eine gute parteiübergreifende Zusammenarbeit“, findet er.

Er wolle mit der CSU dafür sorgen, dass Grafenwöhr eine lebenswerte Stadt für Jung und Alt bleibe. „Für die jungen Menschen brauchen wir Arbeitsplätze“, betont Knobloch. Grafenwöhr habe in der Hinsicht durch den Truppenübungsplatz ein Alleinstellungsmerkmal. Er wolle die gute Beziehung zu den Amerikanern aufrechterhalten. Zudem brauche es „maßgeschneiderte Gewerbegebiete“ und „ausreichend Bauplätze“. Doch auch für ältere Menschen wolle er barrierefreien Wohnraum und betreute Wohnangebote schaffen. Zudem sei das lebendige Vereinsleben wichtig für Grafenwöhr. „Die vielen Ehrenamtlichen der Vereine und der Feuerwehr machen die Stadt lebenswert“, meint der 61-Jährige.

„Ich finde, in den letzten 11 Jahren ist schon viel Gutes passiert. Aber ich werde weiterhin versuchen, besser zu sein. Mein Leitspruch ist: Wer aufhört, besser sein zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein“, sagt Knobloch. Aktuell hat die CSU 11 der 20 Stadtratsmandate inne.

Mehr Sitze im Stadtrat

Dass die SPD keinen Bürgermeisterkandidaten hat, begründet die Partei mit schwierigen Rahmenbedingungen. „Insbesondere für Arbeitnehmer aus der freien Wirtschaft ist die Entscheidung schwierig, weil der Wahlkampf viel Zeit in Anspruch nimmt und für den Arbeitgeber eine Phase der Ungewissheit bedeutet“, sagt Claudia Wolf für die Fraktion und den SPD-Ortsverein. Zudem habe ihr Wunschkandidat aus privaten Gründen nicht zur Verfügung gestanden. Auf Platz 1 der Liste steht der 3. Bürgermeister Thomas Weiß, der seit 2008 im Stadtrat ist. Platz 2 belegt Claudia Wolf.

Ziel der SPD sei es, mehr Sitze im Stadtrat zu gewinnen. Derzeit hat sie 5 Stück. Dritter Bürgermeister Thomas Weiß von der SPD sagte bei der Nominierungsversammlung Mitte November deutlich, dass man die absolute Mehrheit der CSU im Stadtrat verhindern wolle. „Die absolute Mehrheit einer Partei ist das Schlechteste, was einer Gemeinde passieren kann“, betonte er.

Die größte Herausforderung für Grafenwöhr sieht die SPD in einer starken wirtschaftlichen Entwicklung und der Sicherung von Arbeitsplätzen. „Gleichzeitig ist sozialer Zusammenhalt entscheidend, insbesondere die Unterstützung der schwächeren Mitbürgerinnen und Mitbürger“, betont Wolf.

Doch auch Frieden im weltpolitischen Kontext sei wichtig, da internationale Entwicklungen bis in die Kommunen hinein wirken und ein solidarisches Handeln vor Ort fordern. „Hierbei müssen Verbindungen und Kontakte, ein großes Miteinander ohne Parteigrenzen oberstes Ziel sein“, mahnt die SPD.

Ziel: Ehrungssatzung

Auch die Freie Wählergemeinschaft hat eine Liste aufgestellt. Wichtig sei, dass keine Partei die absolute Mehrheit erlange, denn dann müsse sie auch keine Kompromisse eingehen, betonte Thomas Schopf, FW-Vorsitzender, in der Versammlung. Er belegt Platz 1 der Liste. Aktuell hat die Partei 4 Sitze im Stadtrat. Einen Bürgermeisterkandidaten haben die FW nicht. Laut Schopf liege es daran, dass die Mitglieder durch Familie und Berufsleben zu sehr eingespannt seien.

In den vergangenen Jahren habe man Grafenwöhr zukunftsfähig gemacht. Man könne ein „lebenswertes Umfeld“ bieten. Junge Familien würden sich aber nur dann in der Stadt ansiedeln, wenn es unter anderem ausreichend Krippen- und Kindergartenplätze, Schulen, Ärzte, bezahlbare Wohnungen und Angebote für Kinder und Jugendliche gebe. Und auch für beeinträchtigte und ältere Bürger brauche es passende Angebote.

„Neben dem Erhalt und der Unterstützung bestehender Betriebe ist das Werben um zukunftsweisende und -fähige Betriebe sehr wichtig“, findet Schopf. Grafenwöhr brauche ausreichend erschlossene Gewerbeflächen mit einer guten Infrastruktur. Es gelte, bei allen Herausforderungen mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Schopf betont, wie wichtig Bürger seien, die sich für den Ort engagieren. Daher werde man wieder den Antrag zur Schaffung einer Ehrungssatzung einbringen. „Damit soll es in Zukunft möglich sein, unseren Bürgern und verdienten Menschen mit einer städtischen Medaille den Dank unserer Stadt zu überbringen“, sagt Schopf.

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