Grafenwöhr
18.07.2018 - 09:01 Uhr

Wohlfühlen in neuer Umgebung

Ein Stück Geschichte der Grafenwöhrer Altstadt ist erfolgreich saniert worden. Nach rund einem Jahr Bauzeit feiern die Grafenwöhrer nun die Einweihung der "neuen" Alten Pfarrgasse und der Rößlwirtsgasse.

Feierliche Enthüllung bei der Altstadtsanierung: Unser Bild zeigt von links: Stellvertretender Landrat Albert Nickl, Michael Wagner vom Architekturbüro Schultes, Alexander Dumler (Baufirma), Bürgermeister Edgar Knobloch und der leitende Baudirektor der Regierung Dr. Hubert Schmid. rgr
Feierliche Enthüllung bei der Altstadtsanierung: Unser Bild zeigt von links: Stellvertretender Landrat Albert Nickl, Michael Wagner vom Architekturbüro Schultes, Alexander Dumler (Baufirma), Bürgermeister Edgar Knobloch und der leitende Baudirektor der Regierung Dr. Hubert Schmid.

(rgr) Die Alte Pfarrgasse und die Rößlwirtsgasse gehören zu den ältesten Straßen und Gassen Grafenwöhrs. Beide haben sich durch Stadtbrände und bauliche Maßnahmen immer wieder mal verändert. Am 8. April 1945 war sogar eine Bombe eingeschlagen - bei der heutigen Hausnummer vier. "Es ist richtig und wichtig, dass wir unsere historischen Gebäude erhalten", betonte Bürgermeister Edgar Knobloch bei der feierlichen Einweihung nach der erfolgreichen Altstadtsanierung.

Zur Feier begrüßte Edgar Knobloch besonders die Haus- und Wohnungseigentümer, die bei der Planung mit einbezogen waren. "Bürgerbeteiligung kann auf Defizite aufmerksam machen, die bei den Planern und im Stadtrat vielleicht gar nicht gesehen werden. Sie ist schon deswegen unverzichtbar, weil es nur auf diese Weise einen Ansporn für private Investoren gibt", sagte Bürgermeister Knobloch, der sich im Namen der Stadt bei allen bedankte, die geholfen hatten, die Straßen attraktiver zu gestalten.

Besonderen Dank sprach er aus: Dem Planungsbüro Schultes, der Firma Dumler, den Stadtwerken und der WBG, den Mitarbeitern aus der Verwaltung, dem Bauamt und der Kämmerei, dem Büro SHL und der Stadtbau Amberg für die städtebauliche Beratung sowie der Regierung der Oberpfalz für die großzügige Förderung des Straßenbaus.

Mehr Lebensqualität

Den gestalterischen Mehraufwand könne man sehen, wenn man die Broschüre durchblättert, die von der Stadt erstellt wurde. Zu entdecken sind die Gegenüberstellungen von vorher und nachher. Was man jedoch nicht sehen kann, sind die neuen Wasserleitungen und Kanalrohre. "Insgesamt geht es um die Steigerung von Lebensqualität in der Innenstadt. Nur so erreichen wir, dass die Leute bleiben wollen", ist sich Knobloch sicher.

Gelder gut angelegt

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 770 000 Euro. Davon sind 510 000 Euro förderfähig. "Das macht bei einem Fördersatz von 60 Prozent 306 000 Euro aus", rechnete der Bürgermeister vor. Er bedankte sich dafür bei Hubert Schmid. Dieser nannte einige Beispiele der Städtebauförderung, wie das Kloster Speinshart, das Malzhaus in Eschenbach oder den Dorfladen in Schwarzenbach. Auch die Soziale Stadt gehöre dazu. Für die beiden sanierten Straßen fand Schmid nur lobende Worte: "Die Gelder sind gut angelegt." Der stellvertretende Landrat Albert Nickl gratulierte der Stadt und den Stadträten zu ihrem Mut und sagte: "Es ist gut, dass solche Straßen saniert sind." Grafenwöhr sei fast schon zu seiner zweiten Heimat geworden, die "lebens- und liebenswürdig ist". Nach der Segnung durch die beiden Pfarrer Bernhard Müller und André Fischer wurde der Stein mit der Altstadtsanierung feierlich enthüllt.

Danach gab es eine Führung durch die Gassen mit Kreisheimatpflegerin Leonore Böhm sowie ein Straßenfest, das besonders den Anwohnern und Eigentumsbesitzern galt, die bei der Sanierung sehr geduldig waren. Musikalisch wurde das Fest von der Stadtkapelle Grafenwöhr sowie von Benno Englhart und seinen Musikern festlich umrahmt.

Die ehemalige Lehrerin Anna Mock (93) hat am Tag der Einweihung der Alten Pfarrgasse und der Rößlwirtsgasse, in der sie selbst wohnt, ein Gedicht verfasst und vorgetragen::

Der "Spielplatz Nr. 1"

"Wöi old unsa Gass is, waoß ka Mensch weit und breit. Oba öitz haots a neis Gwand kräigt und des feiern ma heit.

Fröiha woas halt bloß a festtredner Bodn, oba asghalten haouts wos, des mo ma scha sogn.

Sie waor unsa Spielplatz Nummer Oans. An dem waor alles dra, ner nix feins. Auf ihm hom ma gschussat, Sand gspült, gsunga und graft, hom of ihms Radlfaohrn glernt und prowiert, wer am schnellsten laft.

D' Birna-Koarl-Metzer san auf da Gass mit die Gummistiefl umagrennt und da Dicknbinna haot seine Köih an Mistwogn aghenkt. Aa apoar Sukkala san öihamol spaziern durt ganga, oba es is allaweil friedli zouganga.

D' Leit und Kinner vo fröiha san fast alle scha dream; für sie waor d'Gass a Wegstückl zum allahöichstn Herrn.

Dass a in Zukunft a weng a Aug af d'Gass hom, dafür well ma ganz herzli 'Bitt schöi' sogn." (rgr)




Die Anwohner und viele Interessierte nahmen an der Feier teil. rgr
Die Anwohner und viele Interessierte nahmen an der Feier teil.
Führung der Rößlwirtsgasse mit Kreisheimatpflegerin Leonore Böhm. rgr
Führung der Rößlwirtsgasse mit Kreisheimatpflegerin Leonore Böhm.
Pfarrer Dr. Andrè Fischer (links) und Pfarrer Bernhard Müller erteilen den kirchlichen Segen. rgr
Pfarrer Dr. Andrè Fischer (links) und Pfarrer Bernhard Müller erteilen den kirchlichen Segen.
Anna Mock überrascht Bürgermeister Edgar Knobloch mit ihrem selbst verfassten Gedicht. rgr
Anna Mock überrascht Bürgermeister Edgar Knobloch mit ihrem selbst verfassten Gedicht.
 
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