15.05.2020 - 12:04 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Wieder zusammen Gottesdienst feiern

Darauf haben viele sehnlichst gewartet. Am vergangenen Sonntag war es endlich soweit: Pfarrer Bernhard Müller hat zusammen mit den Gläubigen Gottesdienst gefeiert.

Am Muttertag wurde erstmals wieder ein gemeinsamer Sonntagsgottesdienst in der Friedenskirche gefeiert. Dieser gestaltete sich jedoch anders als sonst.
von Renate GradlProfil

Zugegeben, es ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man einen Mund-Nase-Schutz anlegen muss, bevor man die Kirche betritt. Auch der Sicherheitsabstand von zwei Metern muss unbedingt eingehalten werden. "Das stellt aber kein Problem dar, da wir in unserer großen Friedenskirche genügend Platz haben", erklärt Pfarrer Bernhard Müller. Schwieriger ist es jedoch in den Filialkirchen in Gmünd und Hütten, und noch mehr in der kleinen Kapelle in Gößenreuth.

Zudem werden alle notwenigen hygienischen Maßnahmen ergriffen, auch wenn manche dies vielleicht als übertrieben ansehen. Es soll durch die Öffnung der Gottesdienste keine erneute Ansteckungsgefahr ausgehen. Desinfektionsspray steht deshalb in der Kirche zur Verfügung.

"Wir sind glücklich, wenn wir wieder – wenn auch mit Beschränkungen – zusammenkommen können", sagt Pfarrer Müller. Dem schließt sich Gemeindereferentin Christine Gößl an. Bereits beim ersten öffentlichen Gottesdienst haben einige Ordner auf die genauen Sitzplätze hingewiesen, die mit gelben Aufstellern gekennzeichnet waren. Die Plätze wurden von vorne nach hinten belegt. Und das Platzangebot wurde auch restlos ausgeschöpft. Ehepaare oder Familien mit Kindern konnten nebeneinander ohne Abstand sitzen.

Neu war beim Gottesdienst, dass weder Weihwasser noch Gotteslob-Bücher vorhanden waren. Trotzdem konnten die Gläubigen bei einigen Liedern mitsingen, da die Texte mittels Beamer auf einer Leinwand zu sehen waren. Auch der Kommunionempfang gestaltete sich etwas anders als sonst. Der Pfarrer und die Kommunionhelfer teilten die Kommunion am Mittel- und Seitengang bei den entsprechenden Bänken aus. Wer die Kommunion nicht empfangen wollte, blieb einfach sitzen.

Zu Beginn des Gottesdienstes waren auch die beiden Seiteneingänge aufgesperrt, damit im Notfall alle Türen geöffnet sind und diese am Ende des Gottesdienstes auch als Ausgänge benützt werden können. Auch beim Hinausgehen soll Abstand gehalten werden. Es wurde außerdem gebeten, die Kollekte in ein bereitstehendes Körbchen an den Ausgängen zu legen. Ansonsten galt wie bisher schon: Auf das Reichen der Hände beim Friedensgruß wird verzichtet, aber ein freundliches Zulächeln oder Nicken ist erlaubt und sogar wünschenswert.

Zusätzlich zur Vorabendmesse am Samstag um 18 Uhr und dem Hauptgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr wird nun auch eine Abendmesse am Sonntag um 19 Uhr angeboten. Die Werktagsgottesdienste werden – wie bisher üblich – in den verschiedenen Kirchen der Pfarrei gehalten.

"Es soll niemand ausgeschlossen sein. Trotzdem bitten wir alle, die krank sind, körperliche Gebrechen haben oder ängstlich sind, den Gottesdienst weiterhin am Fernseher oder per Internet anzuschauen oder auch die Hausgottesdienste zu nutzen. Die Entbindung vom Sonntagsgebot gilt für diese Personen auch für die nächste Zeit", erklärt Pfarrer Bernhard Müller.

Vor der Vorabendmesse, die am Samstag um 18 Uhr beginnt, gibt es auch eine Beichtgelegenheit. Der Priester ist dazu in der Kapelle, die mit einer Glastür verschlossen ist. Der Beichtende soll eintreten und die Türe hinter sich schließen. Auch hier wird gebeten, Abstand zu halten. Es ist einsehbar, ob sich bereits jemand in der Kapelle befindet.

Natürlich stehen Pfarrer Bernhard Müller und alle anderen Seelsorger den Gläubigen weiterhin persönlich zur Verfügung. Die Geistlichen hoffen und wünschen, dass der Herrgott besonders in diesen Wochen seine segnende Hand über alle hält.

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