Fast 21 Jahre lang lenkte er als Bürgermeister die Geschicke seiner Heimatgemeinde Pechbrunn, bevor er am 30. April 2020 aus dem Amt schied. An diesem Samstag feiert der Altbürgermeister seinen 70. Geburtstag.
"Nein, ich vermisse meine Bürgermeister-Tätigkeit nicht, betont Ernst Neumann auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. "Ich genieße jetzt meine Freizeit in vollen Zügen." Der frühere hauptberufliche CNC-Fräser, der 48 Jahre lang bei der Firma Ceramtec in Marktredwitz gearbeitet hat, verweist auf seine Hobbys und seine Familie. Dafür habe er nun viel mehr Zeit, was ihn sehr freue.
Lob für Nachfolger
Mit der Kommunalpolitik habe er abgeschlossen, erklärt Neumann, der im Juli dieses Jahres für seine jahrzehntelangen Verdienste mit dem Ehrentitel Altbürgermeister und der Silbernen Bürgermedaille gewürdigt wurde. Natürlich verfolge er als treuer Leser der Zeitung "Der neue Tag" weiterhin das Geschehen. "Mein Nachfolger Stephan Schübel macht es hervorragend, immer das Beste für die Gemeinde erreichen zu wollen. Besonders freue ich mich, wenn er immer wieder mal zu mir kommt und mich nach Rat fragt." Neumann gefällt auch, dass im Gemeinderat ein gutes Klima herrsche. "Da sind jetzt viele junge Leute drin, die arbeiten gut zusammen", meint er.
Die Artikel über seine Heimatgemeinde liest er nicht nur aufmerksam, sondern bewahrt sie auch auf. Schon seit 1975 sammelt Neumann Zeitungsberichte über Pechbrunn, Groschlattengrün und Schlößl. Im Winter vor einem Jahr hat er die vielen Zeitungausschnitte geordnet und in drei großen Ordnern abgeheftet. "Ich werde immer wieder mal nach etwas aus der Vergangenheit gefragt. Dann schaue ich nach und schon hab' ich's", erzählt Neumann lächelnd.
Sein liebstes Hobby ist seit zehn Jahren das Radfahren. "Oft fahre ich alleine in der Region umher, oder aber mit früheren Berufskollegen", informiert Neumann. Das Radeln brauche er nahezu täglich, "nur jetzt bei diesem Wetter geht es leider nicht". Exakt 5482 Kilometer hat er allein in diesem Jahr schon mit meinem E-Bike zurückgelegt, wie er voller Stolz berichtet.
Stammgast im Schützenheim
Ein anderes großes Hobby ist der Schießsport. Neumann war von 1991 bis 2000 Gauschützenmeister im Stiftlandgau, er hatte damals Franz Brandl aus Waldsassen abgelöst. Noch heute ist er als Mitglied Stammgast bei seinem Heimat-Schützenverein Groschlattengrün. Vor der Pandemie besuchte er jeden Freitagabend den Stammtisch im Schützenheim. Gerne saß der Altbürgermeister auch mit Freunden und Bekannten im Gasthof Knopf zusammen. "Jeden Sonntag nach dem Gottesdienst haben wir uns dort getroffen, was jetzt nach dem Tod der Wirtsleute aber nicht mehr möglich ist", bedauert Neumann.
Nach wie vor auf dem Programm stehen die Stammtischrunden mit anderen ehemaligen Bürgermeistern aus dem Landkreis. "Wir treffen uns ein- bis zweimal im Jahr, zuletzt im Marktredwitzer Haus. Da werden immer wieder alte Erinnerungen aufgefrischt", so Neumann. Und da ist auch noch die Leidenschaft für Borussia Dortmund. Dem Fußballclub aus dem Ruhrpott hält er seit seiner Jugend die Treue. Klar, dass den Jubilar die jüngste Heimniederlage gegen den FC Bayern München noch immer schmerzt.
Feier im Familienkreis
Feiern wird Ernst Neumann im engen Familienkreis, mit Ehefrau Theresia, den Töchtern Ingrid und Birgit sowie den vier Enkeln im Alter zwischen 7 und 18 Jahren. Eine große Feier werde es wegen der aktuellen Lage heuer nicht mehr geben. "Weiterhin Gesundheit", antwortet Neumann auf die Frage, was er sich zum Geburtstag wünscht. Und er hofft, 2022 wieder ins sein geliebtes Südtirol fahren zu können. Schon seit mehr als 20 Jahren macht er dort Urlaub, unter anderem wegen der kulinarischen Spezialitäten. "Ich bin ein Liebhaber trockener Rotweine", verrät der Altbürgermeister abschließend.
Ernst Neumann
- Geboren am 11. Dezember 1951 in Groschlattengrün
- Von Mai 1996 bis Juli 1999 Mitglied des Gemeinderats Pechbrunn (CSU-Fraktion), ab Juli 1999 bis April 2020 Erster Bürgermeister der Gemeinde.
- Verheiratet seit 1975 mit Ehefrau Theresia, zwei Töchter und vier Enkel.
"Ich werde immer wieder mal nach etwas aus der Vergangenheit gefragt. Dann schaue ich nach und schon hab' ich's."
















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