Wirt mit vielen "Amigos"

So manches einsame Herz hat in seinem Lokal schon Anschluss gefunden. Gastwirt Josef Weiß könnte darüber Bücher schreiben, tut es aus Diskretionsgründen natürlich nicht. Der "Alm-Sepp" feiert am Mittwoch, 13. Februar, seinen 70. Geburtstag.

"Alm"-Wirt Josef Weiß feiert am Mittwoch seinen 70. Geburtstag. Darüber freut sich auch sein vierjähriger Pudel „Floh“.
von Josef RosnerProfil

Er ist einer der bekanntesten Gastronomen des Stiftlandes. Josef Weiß war es, der die "Tanztenne zur Alm" und das Restaurant "Almhof" zur heutigen Größe ausgebaut hat. Die Gäste aus ganz Nordbayern werden es gerne hören, dass ihr Treffpunkt Bestand hat: Josef Weiß will weitermachen, solange es ihm Spaß macht und gesundheitlich geht.

Stars und Sternchen gingen und gehen in seinem Tanzlokal ein und aus. Gastspiele der "Flippers" und "Amigos" gehörten dazu, Auftritte des "Nockalm-Quintetts", der "Calimeros" und der "Grubertaler". All diese Bands sind in der Volksmusik- und Schlagerszene deutschlandweit bekannt und Stammgäste im Fernsehen. Noch heute bietet die "Alm" dreimal wöchentlich Livemusik an - eine Seltenheit in der Region.

Bei Singles beliebt

Schon seit über 50 Jahren führt Josef Weiß das Traditionslokal in Großbüchlberg, von wo aus er täglich einen herrlichen Rundumblick über das Stiftland genießen kann. Gemeinsam mit seiner Frau Monika, mit der er seit 42 Jahren verheiratet ist, hat er aus dem einstigen Dorfwirtshaus ein Speise- und Tanzlokal gemacht, das weit über die Grenzen des Stiftlandes hinaus bekannt ist.

Aufgewachsen ist er mit seinen vier Geschwistern im elterlichen Wirtshaus, so dass er schon von Kindesbeinen an mit der Gastwirtschaft in Kontakt kam. Das Jahr 1967 markiert eine Wende im Leben des jungen Josef Weiß, denn damals stieg er mit in den elterlichen Betrieb ein. Schon kurze Zeit später eröffnete er das Tanzlokal, das sich noch heute größter Beliebtheit vor allem bei den Junggebliebenen und Singles erfreut.

"Alm-Beziehungen"

Dankbar blickt der Jubilar auf die Anfangszeit zurück. "Die Gastronomie früher war schöner und gemütlicher, nicht so stressig wie heute", urteilt er. Auch das Publikum war damals noch jünger, es gab ja noch keine Diskotheken. Heute dagegen kommt eher die mittlere Generation, sagt Josef Weiß. Diese Gäste reisen allerdings aus ganz Nordbayern an. Gerne erinnert sich der Jubilar an die Sonntagabende, als in den 1970er- und 80er-Jahren immer die Post abging und die "Alm" geradezu einen legendären Ruf genoss.

Viele Besucher im heute mittleren Alter haben sich auf der "Alm" kennen und lieben gelernt. Freilich weiß der Wirt über die dauerhaften Erfolgsquoten dieser "Alm-Beziehungen" wenig Bescheid, meint aber augenzwinkernd: "Die halten auf Lebenszeit." Dass es da ab und an auch recht bunt zuging, verhehlt er nicht. "Ich könnte ganze Bücher darüber schreiben, wie sich Weiblein und Männlein kennenlernen."

Besonders stolz ist Josef Weiß darauf, dass die "Alm" von ganzen Generationen besucht wird. Früher kamen die Eltern, heute deren Kinder und sogar schon Enkelkinder. Das Wichtigste für den Jubilar sind ihm seine Stammgäste. "Sie sind mein Leben", sagt er. "Ich habe schon mehr als eine Million Besucher bewirtet", überschlägt Josef Weiß, wenn er jährlich rund 20 000 Besucher zugrunde legt. Wie geht es weiter mit dem Kult- und Traditionslokal? "Ich will auf jeden Fall, dass es weiter geht. Wir arbeiten daran", verspricht der "Alm-Sepp".

Fußball und Schafkopf

Doch nicht nur als Gastronom hat er Geschichte geschrieben. Auch dem Fußball und hier insbesondere dem SV Mitterteich ist er auf das Engste verbunden. 15 Jahre lang gestaltete er als Vorsitzender die Geschicke des erfolgreichsten Fußballvereins der Region. "Ich bin infiziert mit dem SV-Virus", sagt der Jubilar heute und lässt kaum ein Heimspiel seiner Lieblinge aus. "Und ich habe damals den Bau der Tennishalle initiiert. Ich bin mit dem Stadtpfarrer zum Notar gefahren und habe die Verträge unterschrieben. Ohne meine Unterschrift gäbe es diese Halle nicht", erzählt Josef Weiß. Eine weitere Leidenschaft gilt dem Schafkopfen. Selbstsicher erklärt er: "Ich habe schon so manchem das Schafkopfspielen gelernt."

Der Jubilar schätzt die Gemütlichkeit und widmet sich gerne seinem geliebten Hund "Floh". Seiner Gattin Monika, mit der er seit Jahrzehnten die "Alm" führt, ist er an seinem Ehrentag besonders dankbar. Stolz ist er auf seinen Neffen, den Mitterteicher Bürgermeister Roland Grillmeier: "Ich gebe ihm schon ab und an Ratschläge von Freund zu Freund", meint er schmunzelnd. Freilich, dass der Neffe mal sein Lokal übernimmt, von diesem Gedanken muss er sich wohl verabschieden, spielt er auf die Landrats-Kandidatur von Roland Grillmeier an.

Heute macht Josef Weiß aufgrund des zu erwartenden Trubels ein bisschen Urlaub. Gefeiert wird dann am Wochenende mit der Verwandtschaft, den Freunden und Stammgästen. Der Gastronom wünscht sich zu seinem Geburtstag Zufriedenheit, viel Gesundheit und augenzwinkernd "weiter viele schöne Frauen zum Anschauen".

Stars und Sternchen gehen in seinem Tanzlokal ein und aus. Auch die „Amigos“, Deutschlands wohl erfolgreichstes Schlagerduo, waren schon mehrfach zu Gast, letztmals im Dezember 2012. Josef Weiß begrüßt hier die Brüder Karl-Heinz Ulrich (links) und Bernd Ulrich (rechts).
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