27.05.2019 - 16:07 Uhr
Großkonreuth bei MähringOberpfalz

Freundschaft ohne Grenzen

Die „Dorfpiraten“ haben ein neues Schiff. Es soll helfen, beim Spielen Sprachbarrieren abzubauen und Vorurteile gar nicht aufkommen zu lassen. Das ist möglich im „Garten der Freundschaft“ des Mähringer Kinderhauses.

Die Kinderhaus-Kinder hießen die Gäste in deutscher und in tschechischer Sprache willkommen.
von Konrad RosnerProfil

Zahlreiche Ehrengäste kamen zur Eröffnung und Einweihung des "Gartens der Freundschaft" im Kinderhaus "Dorfpiraten" in Mähring. Pfarrer Charles Ifemeje kam wegen einer Hochzeit etwas später, so dass die Einweihung "kurz und bündig", so der Geistliche, erfolgte. Die Kinder interessierten sich mehr für die neuen Möglichkeiten und stürmten nach der offiziellen Eröffnung des Gartens sofort die vielen neuen Spielgeräte. Vor allem das Piratenschiff, ein Klettergerüst, wurde von den Kindern erobert. Vor dem offiziellen Festakt zeigten die Mädchen und Jungen mit Darbietungen und Liedern, was ihnen Freundschaft bedeutet. Dazu hatten sie sogar tschechische Begrüßungsworte einstudiert. Zwei Väter pflanzten gemeinsam mit ihren Kindern eine japanische Kirschblüte. Der Baum soll an diesen Eröffnungstag erinnern.

Keine Vorurteile zulassen

Der Themengarten ist Teil des Kooperationsprojektes mit dem Kindergarten "MS Vora" aus Marienbad. Der neue "Garten der Freundschaft" kostete rund 60 000 Euro und wurde aus dem EU-Programm "Klein und gemeinsam stark in den Gärten der Freundschaft" finanziert. Das gesamte Programm umfasst ein Investitionsvolumen von rund 200 000 Euro. An dem Garten wurde ein Jahr gebaut. Ziel des Projekts sei, Sprachbarrieren abzubauen und Vorurteile gar nicht aufkommen zu lassen. Mit gemeinsamen Spielen, Begegnungen und Ausflügen, an denen zum Teil auch die Eltern teilnehmen, werde dieses Projekt vertieft. Zudem gebe es auch für die Eltern Tschechisch-Kurse. Auch die Kinder lernten Tschechisch: "Lernen gelingt am besten in Bewegung, der Garten ist dafür optimal geeignet", erklärte stellvertretende Kinderhausleiterin Ilona Kilian.

Beim Festakt zu dem herausragenden Ereignis freute sich Bürgermeister Josef Schmidkonz über zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß sowie Freie-Wähler-Landtagsabgeordneter Tobias Gotthardt. Der Kallmünzer ist Vorsitzender des Europaausschusses im Bayerischen Landtag. Auch Jugendamtleiter Emil Slany, Magdalena Becher von Euregio Egrensis, Marienbads Zweiter Bürgermeister Zdenek Kral sowie Vertreterinnen des Partnerkindergartens "MS Vora" waren gekommen. Die Partnerschaft mit dem tschechischen Kindergarten bestehe nun schon seit zehn Jahren.

Noch attraktiver

Schmidkonz erinnerte daran, dass das Kinderhaus der ehemalige Pfarrhof gewesen sei. Vor 40 Jahren wurde dieser dann zum Kinderhaus umgewandelt. "Eine richtungsweisende Entscheidung." Dank eines Nachbarn, der etwas Grund abgab, sei der neue Garten des Kinderhauses noch größer und attraktiver geworden, freute sich das Gemeindeoberhaupt. "Damit gibt es noch mehr Möglichkeiten für die Kinder." Sein Dank galt auch Architekt Stefan Schirmer, der trotz seines Ruhestandes für dieses Projekt die Planung übernahm. Großes Lob zollte er Kinderhausleiterin Irida Haberkorn, die mit ihrem Team nicht nur Projekte einfädle, sondern auch umsetze.

Stellvertretende Kinderhausleiterin Ilona Kilian gab ihre Freude über den "Garten der Freundschaft" zum Ausdruck. Zwar sei er noch nicht ganz fertig, doch dies sei auch gut so. "Das Projekt ist noch nicht zu Ende." Kilian schloss mit den Worten: "Freundschaft heißt füreinander da zu sein, Freundschaft kennt keine Grenzen."

Grenze wächst zusammen

Tobias Reiß, der auch die Grußworte seines Landtagskollegen Tobias Gotthardt überbrachte, verwies darauf, dass aus einer guten Nachbarschaftspflege eine enge Freundschaft werde. Dies sei hier der Fall. "Dass die Einweihung einen Tag vor der Europawahl stattfindet, ist herausragend. Europa wächst an den Grenzen zusammen. Hier spielen die Kinder aus Marienbad und Großkonreuth miteinander. Ein tolles Zeichen der Freundschaft und der Nachbarschaft."

Marienbads stellvertretender Bürgermeister Zdenek Kral bekundete ebenso seine Freunde, dass dieses gemeinsame Projekt gelungen sei. Er lud deshalb alle ein, bei der Segnung des Freundschafts-Gartens in Marienbad dabei zu sein. " Eine Grenze gibt es nicht mehr, auch nicht mehr in den Köpfen. Dazu hat dieses Projekt beigetragen." Der Leiter des Jugendamtes, Emil Slany, der auch die Grüße des Landrats überbrachte, sagte: „Ihr habt hier eine tolle Punktlandung hingelegt, genau zur Europawahl.“ Slany sprach die Hoffnung aus, dass der gepflanzte Baum Wurzeln schlagen und Früchte für die Zukunft bringe. Denn miteinander könne man Probleme lösen, aber nicht gegeneinander.

Freie-Wähler-Landtagsabgeordneter Tobias Gotthardt, Bürgermeister Josef Schmidkonz, CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Pfarrer Charles Ifemeje (von links) durchschnitten das Band zum neuen „Garten der Freundschaft“. Die Kindergartenkinder assistierten.
Viele Eltern wohnten der Einweihungszeremonie im "Garten der Freundschaft" bei.
Zwei Väter pflanzten mit ihren Kindern eine japanische Kirschblüte.
Pfarrer Charles Ifemeje segnete den neuen Freundschafts-Garten, unterstützt wurde er dabei von stellvertretender Kinderhausleiterin Ilona Kilian.
Das neue Klettergerüst, ein "Piratenschiff", wurde von den Kindern sofort in Beschlag genommen.
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