(wro) Wer den Weg nach Güttern sucht, fragt inzwischen oft nicht mehr nur nach dem Ort selber, sondern nach dem "Gwäxhaus". Mehrere Male im Jahr verwandelt sich die Ausstellungsfläche, wo sonst Blumen und Gestecke auf Kunden warten, in ein vielbesuchtes Konzerthaus. Ein erneuter Besuchermagnet war zweifellos Michelle. Auf die 46-jährige Baden-Württembergerin aus Villingen-Schwenningen, die eigentlich Tanja Hewer heißt, musste man aber ein wenig warten.
Zuvor betraten die Volksmusik-Grand-Prix-Siegerinnen (2007) Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut die Showbühne. Mit dabei hatten sie auch ihr Siegerlied „Alles hat zwei Seiten“. Wer geglaubt hatte, dass sie nur eine nette Vorgruppe seien, sah sich getäuscht. Während ihres rund einstündigen Auftritts "rockten" die in Dirndl gekleideten Österreicherinnen das vollbesetzte Treibhaus. Erst nach einem Medley bekannter Peter-Alexander-Lieder und einer Zugabe durften sie dann im feuerroten Outfit den Saal verlassen.
Das Programm wechselte. Balladen sorgten nun für andere Stimmung. Newcomer Jonathan Zelter hatte Ausschnitte seiner Alben „Von Mannheim bis New York“ und der zu Ton gebrachten Biografie „Sei immer du selbst“ mitgebracht. Sein dezenter Auftritt mit viel Herz und dem Eingeständnis, dass er sich über die Einladung sehr gefreut habe, war der heimliche Abend-Höhepunkt. „Ich freue mich, dass ich die Chance bekam, in der Oberpfalz aufzutreten“, betonte der sympathische Autodidakt mit viel Talent und Gespür für klingende Worte. Zelters selbst verfasste Songs und seine Art sich zu präsentieren passten zum gewonnenen Bild des „lieben Nachbarsbuben von nebenan“. Unterstützt vom Bassisten Alexander Broschek, verzichtete er bald auf laute Backgroundmusik. Das Publikum durfte darüber abstimmen, die Gitarre und „nur“ das Keyboard gewannen. Alles was der knapp 24-Jährige vorstellte, schien ehrlich gemeint und war zudem auch noch per Hand gemacht. Mit einem gesungenen „Purzelbaum“ und einem echten Kompliment an sein applaudierendes Publikum verabschiedete sich der Wahl-Mannheimer aus dem "Gwäxhaus". Gerne versprach er, nach Fuchsmühl zurückzukehren.
Um 22 Uhr betrat der Stargast des Abends die Bühne. Michelle bat das Publikum, näher zu kommen. Gerne folgte man der Aufforderung der ganz ins Schwarz gekleideten Sängerin. Michelle zeigte sich nicht nur als Profi-Künstlerin. Sie bewies sich auch als publikumsnaher Typ, mit dem Ziel, sich mit den Gästen zwanglos zu unterhalten. Der "Star zum Anfassen" reichte die Hände zum Gruß. Barfüssig, das Mikrofon in der Hand,
bat sie um die Namen der Angesprochenen. „Wer bist Du, wie heißt Du?“ Auch der Platz neben ihr war ein von ihr gefordertes Muss. Die nur 1,56 Meter große Badenerin begeisterte mit ihren Liedern, besonders aber die Gäste von der „Lebenshilfe“, die zusammen mit „ihrer“ Michelle ein musikalisches Feuerwerk abbrennen durften, um damit das Bühnenfinale gemeinsam zu gestalten.



















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