Güttern bei Fuchsmühl
04.07.2018 - 11:19 Uhr

Barfüßig und publikumsnah

Das Warten hat sich gelohnt. Spät, aber nicht zu spät betritt Michelle die Bühne im Gütterner "Gwäxhaus". Das Publikum genießt die „Nacht der Schlager“.

Zusammen mit den Zillertaler Haderlumpen gewann das österreichische Gesangsduo Sigrid und Marina den Grand-Prix der Volksmusik 2007. Eine Auswahl ihrer und anderer bekannter Lieder stellten sie im "Gwäxhaus" vor. wro
Zusammen mit den Zillertaler Haderlumpen gewann das österreichische Gesangsduo Sigrid und Marina den Grand-Prix der Volksmusik 2007. Eine Auswahl ihrer und anderer bekannter Lieder stellten sie im "Gwäxhaus" vor.

(wro) Wer den Weg nach Güttern sucht, fragt inzwischen oft nicht mehr nur nach dem Ort selber, sondern nach dem "Gwäxhaus". Mehrere Male im Jahr verwandelt sich die Ausstellungsfläche, wo sonst Blumen und Gestecke auf Kunden warten, in ein vielbesuchtes Konzerthaus. Ein erneuter Besuchermagnet war zweifellos Michelle. Auf die 46-jährige Baden-Württembergerin aus Villingen-Schwenningen, die eigentlich Tanja Hewer heißt, musste man aber ein wenig warten.

Zuvor betraten die Volksmusik-Grand-Prix-Siegerinnen (2007) Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut die Showbühne. Mit dabei hatten sie auch ihr Siegerlied „Alles hat zwei Seiten“. Wer geglaubt hatte, dass sie nur eine nette Vorgruppe seien, sah sich getäuscht. Während ihres rund einstündigen Auftritts "rockten" die in Dirndl gekleideten Österreicherinnen das vollbesetzte Treibhaus. Erst nach einem Medley bekannter Peter-Alexander-Lieder und einer Zugabe durften sie dann im feuerroten Outfit den Saal verlassen.

Das Programm wechselte. Balladen sorgten nun für andere Stimmung. Newcomer Jonathan Zelter hatte Ausschnitte seiner Alben „Von Mannheim bis New York“ und der zu Ton gebrachten Biografie „Sei immer du selbst“ mitgebracht. Sein dezenter Auftritt mit viel Herz und dem Eingeständnis, dass er sich über die Einladung sehr gefreut habe, war der heimliche Abend-Höhepunkt. „Ich freue mich, dass ich die Chance bekam, in der Oberpfalz aufzutreten“, betonte der sympathische Autodidakt mit viel Talent und Gespür für klingende Worte. Zelters selbst verfasste Songs und seine Art sich zu präsentieren passten zum gewonnenen Bild des „lieben Nachbarsbuben von nebenan“. Unterstützt vom Bassisten Alexander Broschek, verzichtete er bald auf laute Backgroundmusik. Das Publikum durfte darüber abstimmen, die Gitarre und „nur“ das Keyboard gewannen. Alles was der knapp 24-Jährige vorstellte, schien ehrlich gemeint und war zudem auch noch per Hand gemacht. Mit einem gesungenen „Purzelbaum“ und einem echten Kompliment an sein applaudierendes Publikum verabschiedete sich der Wahl-Mannheimer aus dem "Gwäxhaus". Gerne versprach er, nach Fuchsmühl zurückzukehren.

Um 22 Uhr betrat der Stargast des Abends die Bühne. Michelle bat das Publikum, näher zu kommen. Gerne folgte man der Aufforderung der ganz ins Schwarz gekleideten Sängerin. Michelle zeigte sich nicht nur als Profi-Künstlerin. Sie bewies sich auch als publikumsnaher Typ, mit dem Ziel, sich mit den Gästen zwanglos zu unterhalten. Der "Star zum Anfassen" reichte die Hände zum Gruß. Barfüssig, das Mikrofon in der Hand,

bat sie um die Namen der Angesprochenen. „Wer bist Du, wie heißt Du?“ Auch der Platz neben ihr war ein von ihr gefordertes Muss. Die nur 1,56 Meter große Badenerin begeisterte mit ihren Liedern, besonders aber die Gäste von der „Lebenshilfe“, die zusammen mit „ihrer“ Michelle ein musikalisches Feuerwerk abbrennen durften, um damit das Bühnenfinale gemeinsam zu gestalten.

Das Publikum zeigte sich begeistert. Sigrid und Marina waren alles andere als  nur eine Vorgruppe mit Blickfang. wro
Das Publikum zeigte sich begeistert. Sigrid und Marina waren alles andere als nur eine Vorgruppe mit Blickfang.
Jonathan Zelter ist zweifelsohne der „liebe Nachbarsohn“ von nebenan. Gerne zeigte sich der Newcomer aus Rheinland-Pfalz publikumsnah. wro
Jonathan Zelter ist zweifelsohne der „liebe Nachbarsohn“ von nebenan. Gerne zeigte sich der Newcomer aus Rheinland-Pfalz publikumsnah.
Die  Zuhörer wollten es so: Jonathan Zelter (links) und Bassist Alexander Broschek verzichten auf "digitale" Hintergrundmusik. wro
Die Zuhörer wollten es so: Jonathan Zelter (links) und Bassist Alexander Broschek verzichten auf "digitale" Hintergrundmusik.
Michelle war der   Star und ließ keine Gelegenheit aus, mit ihren Fans von Frau zu Publikum zu plaudern. wro
Michelle war der Star und ließ keine Gelegenheit aus, mit ihren Fans von Frau zu Publikum zu plaudern.
Michelles Songs gehen ins Ohr. Mitsingen und Mitklatschen war ein von ihr gefordertes Muss. Ihre Schuhe hatte sie abgelegt. Gut 60 Minuten lang stand sie barfüßig auf der  "Gwäxhaus"-Bühne. wro
Michelles Songs gehen ins Ohr. Mitsingen und Mitklatschen war ein von ihr gefordertes Muss. Ihre Schuhe hatte sie abgelegt. Gut 60 Minuten lang stand sie barfüßig auf der "Gwäxhaus"-Bühne.
„Bitte kommen Sie näher“, bat Michelle. wro
„Bitte kommen Sie näher“, bat Michelle.
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