04.04.2019 - 10:30 Uhr
GuteneckOberpfalz

Endspurt in der alten Schule

Unterricht gibt es in der alten Schule von Guteneck schon lange nicht mehr. Seit zwei Jahren wird dort gehämmert, gesägt und getüncht. Auch die neuen "Bewohner" sind involviert.

Für die Sanierung der alten Schule in Guteneck sind fast alle Aufträge vergeben. Bei der Gestaltung der Außenanlagen ist jetzt auch der Gartenbauverein gefragt.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Bei der Gemeinderatssitzung in Guteneck ging es am Mittwoch um die Vergabe von diversen Arbeiten, die für die Sanierung der ehemaligen Schule noch erforderlich sind. Die Maßnahme steht kurz vor dem Abschluss. Im Erdgeschoss hat der Schützenverein als Mieter Platz gefunden, auch die Gemeinde nutzt den Bau als Wahllokal. Im ersten Stock, dort wo früher eine Wohnung war, entstehen Gemeinschaftsräume. Laut Bürgermeister Johann Wilhelm können in dem sanierten Bauwerk aber auch "Gartenbauverein, Kinderchor, Krabbelgruppe und wer sich sonst noch dafür interessiert" unterkommen.

Den Zuschlag für Türen, Geländer und eine kleine Vorrichtung mit Kochplatte erhielt nun die Firma Hofstetter aus Guteneck. Ihr Angebot lag bei 11 271,68 Euro und war das günstigste von drei abgegebenen Angeboten. Unter vier Konkurrenten setzte sich die Firma Wildenauer aus Altenschwand bei den Bodenbelägen durch: 18 770,88 Euro hatte sie für diesen Posten veranschlagt. Einstimmig billigte das Gremium die Vergabe unter diesen Bedingungen.

Zur Debatte standen außerdem die Außenanlagen. Das Architekturbüro Schönberger hatte dazu einen Entwurf vorgelegt, der Pflasterflächen aber auch eine Bepflanzung vorsieht. Ein Apfelbaum, eine kleinwüchsige Linde und eine Reihe von Sträuchern sind dort geplant. Der Bürgermeister wurde ermächtigt die Aufträge für die in zwei Lose aufgeteilten Arbeiten an die jeweils wirtschaftlichsten Firmen zu vergeben. Während die Pflasterarbeiten von einem Unternehmen erledigt werden sollen, übernimmt der Gartenbau das Pflanzen der Bäume und Sträucher in Eigenregie.

Möglich wurde die Sanierung, für die Kosten in Höhe von rund 730 000 Euro veranschlagt sind, durch zwei Fördertöpfe. "Wir müssen da natürlich noch die Abrechnung abwarten", schränkt Ulrich Süß von der Verwaltung gegenüber Oberpfalz-Medien ein. Rund 410 000 Euro könnten über die Programme KIP (Kommunalinvestitionsprogramm) und ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) ins Gemeindesäckel zurück fließen.

"Punktlandung"

Teurer als der Posten "alte Schule" wird die Neugestaltung der Hofmarkstraße mit Schlossberg und Pfarrhofgasse, die Teil der Dorferneuerung ist. Über eine Millionen Euro sind allein für die Straßensanierung einkalkuliert, die vom Verband für ländliche Entwicklung gesteuert wird. Den Bauauftrag für die Kanalisation erhielt nun die Firma Wilhelm aus Neunburg, die mit rund 520 000 Euro wesentlich billiger war als ein weiterer Anbieter. Laut Kostenberechnung war das eine "Punktlandung", berichtet Süß.

Für die Neugestaltung in diesen Bereichen ist aufgrund der komplexen Maßnahme auch eine Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination fällig. Einen Anteil von rund 3720 Euro muss die Gemeinde schultern. Die Gesamtkosten des Auftrags, der an das Ingenieurbüro Weiss in Neunburg vergebenen wurde, betragen rund 10 800 Euro.

Um all diese Projekte zu stemmen, hat sich der Gemeinderat einstimmig dafür entschieden, Grund- und Gewerbesteuer zu erhöhen. "Das Landratsamt hat uns eindringlich darauf hingewiesen, bei diesem großen Investitionsbedarf auch die Einnahmen auszuschöpfen", so Verwaltungsmitarbeiter Süß in Hinblick auf den Haushalt, der dort zur Genehmigung vorgelegt werden muss.

Steuern erhöht

So orientierte sich das Gremium nun am Landesdurchschnitt und rundete leicht auf: Die Grundsteuer A (landwirtschaftliche Grundstücke) steigt von 350 auf 390 Prozentpunkte, die Grundsteuer B von 320 auf 360 Prozentpunkte und die Gewerbesteuer von 300 auf 320 Prozentpunkte. Die Gewerbesteuer war allerdings bereits seit 1967 gleich geblieben, die Grundsteuer hatte man seit 2003 nicht mehr verändert.

Legt man die Daten von 2018 zugrunde, dann könnte das laut Rechenbeispiel der Gemeinde künftig bei der Gewerbesteuer rund 6250 Euro mehr bescheren, bei der Grundsteuer A fast 5000 Euro und bei der Grundsteuer B rund 3600 Euro. "Das große Geld ist es nicht, aber es dürfte auch keine übergroße Belastung darstellen", meint Süß aus Sicht der Verwaltung.

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