07.09.2018 - 09:57 Uhr
GuteneckOberpfalz

Rekord beim Haushalt

Einstimmig verabschiedet der Gemeinderat den Etat für das Jahr 2018. Er steigt auf 2 722 200 Euro. Der gleichzeitig verabschiedete Finanzplan und das Investitionsprogramm 2017 bis 2021 hinterlassen im Gremium jedoch gemischte Gefühle.

Der größte Investitionsposten im Haushalt ist die energetische Sanierung und der Innenausbau des alten Schulhauses in Guteneck.
von Richard BraunProfil

Auf 134 Seiten hat der Kämmerer Friedrich Lobinger von der VG Nabburg die Finanzbewegungen für das Jahr 2018 sorgfältig dokumentiert. Es ist der 30. Haushalt, den er in seiner Amtszeit für die 826 Einwohner zählende Gemeinde erstellt hat. Der Verwaltungshaushalt, der heuer mit einer Gesamtsumme von 1 632 800 Euro abschließt, liegt um 148 700 Euro oder 10 Prozent über dem des Vorjahres. Die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen sind nicht vorgesehen. Die größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt sind der Einkommenssteueranteil (424 000 Euro), die Schlüsselzuweisung (343 000 Euro) und die Grund- und Gewerbesteuer mit 182 000 Euro. Dem stehen Ausgaben für gemeindliche Einrichtungen von 564 000, Personalkosten von 299 000 und die Kreisumlage mit 318 000 Euro als größte Einzelposten gegenüber. Die VG-Umlage beträgt 166 000 Euro. Insgesamt ergibt sich im Verwaltungshaushalt ein Überschuss von 142 600 Euro, der dem Vermögenshaushalt zur Verfügung gestellt werden kann.

Der Investitionshaushalt wird mit insgesamt 1 089 400 Euro veranschlagt. Dies sind 51 200 Euro mehr als im Vorjahr. Die Schwerpunkte des Vermögenshaushaltes bilden heuer die energetische Sanierung und der Innenausbau des ehemaligen Schulgebäudes in Guteneck mit Gesamtkosten von 630 300 Euro, die Errichtung des Kinderspielplatzes am Dorfanger mit 110 200 Euro und der Wanderparkplatz in Weidenthal von 51 400 Euro. Die Investitionsausgaben können durch Einnahmen abgedeckt werden. Beim Friedhof in Weidenthal wird mit einem Fehlbetrag von 10 000 und beim Kindergarten mit 99 900 Euro kalkuliert. Die Steuerkraft der Gemeinde beträgt 547,41 Euro pro Einwohner. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liegt bei 722,52 Euro.

Die tatsächlich aufgenommenen Schulden beliefen sich zum Jahresende 2017 auf 1 118 821 Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1354,51 Euro. Der Landesdurchschnitt liegt bei 528 Euro. Diese hohe Verschuldung ist auf die Dorferneuerung zurück zu führen, da Guteneck bei diesen Projekten in Vorkasse gehen muss. Dank der staatlichen Förderung und der Verkaufserlöse kommt die Kommune ohne Neuverschuldung aus. Es kann sogar eine Schuldenreduzierung erfolgen. Sorgen bereiten dem Gemeinderat die anstehenden Investitionen der nächsten drei Jahre.

Die Dorfsanierung Guteneck mit Hofmarkstraße, Schlossberg und Pfarrhofgasse und die Dorferneuerung Pischdorf mit Neugestaltung des Dorfplatzes machen nochmals einen Kredit in Millionenhöhe nötig. Einer Aufteilung der Maßnahmen auf zwei Abschnitte, stimmte das Amt für Ländliche Entwicklung nicht zu. Dazu kommt noch die Erneuerung der Wasserleitung in den betreffenden Gebieten. Trotz dieser Unwägbarkeiten bezeichnete der Kämmerer die Haushaltslage der Gemeinde als positiv. Die Steuer- und Gebühreneinnahmen fielen im vergangenen Jahr besser aus als erwartet. Sinkende Personalkosten führten zu einem Überschuss im Verwaltungshaushalt, so dass die Kredittilgungen voll abgedeckt werden konnten.

Mit 110 000 Euro schlägt die Errichtung eines Kinderspielplatzes im Haushalt der Gemeinde zu Buche.

Beim Wanderparkplatz in Weidenthal sind die 51 400 Euro Baukosten gut angelegt.

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