04.08.2019 - 16:39 Uhr
Guttenberg bei KemnathOberpfalz

Geballter Gegenwind für Windpark-Pläne

Im Hessenreuther Wald soll es keine Windparkanlage geben. Um die Pläne zu verhindern, versammelten sich am Freitag in Hahneneggaten über 80 Personen, um eine Bürgerinitiative zu gründen.

Veranstaltungsleiter und Revierförster Hans Frisch erläutert die Ziele der Bürgerinitiative „Windkraftfreie Heimat – Hessenreuther Wald (WHHW)“.
von Hans LukasProfil

Die Teilnehmer an der Zusammenkunft im Gasthaus "Waldfrieden" kamen aus allen Orten im Bereich des Hessenreuther Waldes, die von dem Vorhaben unmittelbar betroffen wären. Unter Leitung von Revierförster Hans Frisch, der die Versammlung leitete, beschloss die Mehrheit, der Bürgerinitiative den Namen "Windkraftfreie Heimat - Hessenreuther Wald (WHHW)" zu geben. Auch besprachen sie die weiteren Schritte.

Frisch erklärte zunächst, warum eine Bürgeriniative (BI) für den Hessenreuther Wald erforderlich sei. Seit 2012 gebe es Bestrebungen, dort Windkraftanlagen zu errichten. Zunächst sei von sieben Windrädern die Rede gewesen. Nun gebe es eine neue Planskizze, nach der die Firma NES und die Grafenwöhrer Energiegenossenschaft NEW 13 überdimensionale Anlagen ins Auge fassen könnten.

Der Redner zeigte auf, warum Windkraftanlagen keine saubere Energieversorgung seien. Menschen zerstörten hier, was sie eigentlich erhalten sollten. "Es werden Naturschutzgebiete kaputt gemacht", die Immobilienpreise würden in der Gegend sinken und auch auf den Tourismus wirkten sie sich negativ aus. Auch wenn immer wieder betont werde, dass für die Menschen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursacht werden, so bewiesen Gutachten das Gegenteil. Abgesehen davon, was sie in der Vogel- und Tierwelt anrichteten, seien sie einfach nicht tragbar.

Frisch zeigte auf, was BIs erreichen können. Im Bundesgebiet gebe es weit über Tausend davon. Sie sorgten für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, erhöhten die Medienwirksamkeit und könnten Entscheidungsträger erheblich beeinflussen. Einziges Ziel vor Ort sei die Verhinderung der Anlagen im Hessenreuther Wald.

Eine BI sei ein Verein, dem jeder beitreten könne. Es würden keine Mitgliedsbeiträge anfallen, die Aktionen würden durch Spenden finanziert werden. BI-Sprecher aus allen Gebieten des Hessenreuther Waldes sowie aus dem Umfeld sollen in ihrem Bereich Mitglieder werben sowie die Öffentlichkeitsarbeit fördern und unterstützen, erklärte der Revierförster. Zu diesen bestimmten die Anwesenden: Hessenreuth: Hans Schraml-Pöllath; Albenreuth: Karin Sossalla; Atzmannsberg: Rainer Birkner; Schweißenreuth: Erwin Hoffmann; Guttenberg: Josef Schraml; Erbendorf: Heike Reger; Bereich Friedersreuth und Glashütten: Martin Bösl; Pressath: Jens Fahrnbauer; Kastl: Andreas Wöhrl.

In der nächsten Zeit sind Aktivitäten und öffentlichkeitswirksame Arbeiten geplant. Es werden eine Homepage eingerichtet und Facebook-Seiten erstellt. Nach der Urlaubszeit sollen Informationsveranstaltungen mit fachkundigen Referenten veranstaltet werden. Johannes Bradtka, Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern, wird dazu Spezialisten ansprechen. Der BI sollen dafür keine Kosten entstehen.

In der Diskussion wurde angeregt, dass die BI beim Staatsforst nachfragen sollte, wie dieser zu dem Projekt stehe. Bei einigen Teilnehmern stellte sich die Frage, was die BI noch erreichen kann, wenn die Karten für den Hessenreuther Wald schon vorliegen. Hier wies Frisch darauf hin, dass die BIs auch in anderen Gegenden Windkraftanlagen verhindert haben, so in Moosbach und in Kohlberg.

Anwesend war auch der Vorsitzende des Kreisverbandes Oberpfalz-Nord der Bayernpartei, Roland Bayer. Er bot der BI Hilfe sowie Unterstützung an und zeigte sich erstaunt, keinen weiteren Vertreter anderer Parteien in der Versammlung zu entdecken. Entsprechend forderten weitere Wortmeldung, dass die Politik hier mehr für das Wohl der Bürger mehr eintreten sollte. Ziel sei deswegen auch, diese mehr zu sensibilisieren, auch wenn sie derzeit noch keinen Einfluss nehmen oder aktiv tätig werden könnten. Frisch forderte daher alle auf, unter dem Motto "Zusammenhalt macht stark" weiter zum Wohle und Nutzen der Natur die BI zu unterstützen.

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