26.10.2018 - 12:20 Uhr
Guttenberg bei KemnathOberpfalz

Noch kein zu großes Krabbeln

Der Käferbefall ist das beherrschende Thema in der Herbstgebietsversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath. Für Revierförster Heribert Bradtka besteht aber (noch) kein Grund zur Panik.

Forstingenieurin Carina Czurda (stehend) erläutert den Holzmarkt und die Käfersituation.
von Hans LukasProfil

Vorsitzender Josef Hösl ging im Gasthaus Dumler eingangs kurz auf die Situation der Waldbesitzer und die Forstbetriebsgemeinschaft (FGB) Kemnath ein. Trotz so mancher alarmierenden Meldungen, könne man hier noch zufrieden sein, meinte er.

Forstingenieurin Carina Czurda, die Geschäftsführer Walter Ehlich vertrat, informierte zunächst über den Holzmarkt im Allgemeinen. Seit Herbst 2017 und den Sturmtiefs sei der Holzmarkt sehr angespannt. Das habe sich im Frühjahr fortgesetzt. Klimawandel und Wetterkapriolen seien deutlich zu spüren gewesen. Wegen des sehr warmen Frühjahrs und des insgesamt fehlenden Regens im Sommer sei es zu Trockenschäden im Wald und am Baumbestand gekommen, berichtete Czurda. Die Käfer, insbesondere Buchdrucker und Kupferstecher, hätten sich so stark in drei Generationen entwickeln und ausbreiten können.

Trotz alledem sei der Käferholzanteil in der Region nicht so stark ausgeprägt gewesen wie in anderen Teilen der Oberpfalz und im südlichen Bayern. Insgesamt standen in Deutschland und den Nachbarländern aus dem Vorjahr 30 bis 35 Millionen Festmeter Sturmholz zur Verfügung. Was den Holzpreis angeht, so konnten laut Czurda nur Käferholzpreise durchgesetzt werden. Der Frischholzpreis habe sich in Grenzen gehalten. Für die Region gelte, jetzt im Winter die Käferschäden und die Sturmfolgen aufzuarbeiten.

Weiter erinnerte sie an einen Vortrag über Steuern und eine Steinwaldwanderung im vergangenen Jahr. Außerdem fanden ein Waldbesitzerinnentag statt und eine Führung durch den Stadtwald von Augsburg, der sich in der Nähe Wiesau/Friedenfels befindet, statt. Für das Veranstaltungsprogramm für 2019 bat die Referentin um Anregungen und Vorschläge.

Heribert Bradtka, zuständiger Förster am Forstrevier Kemnath des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten informierte ebenfalls über die Käfersituation. Die Oberpfalz sei noch relativ gut davongekommen. Im östlichen Teil des Landkreises habe es weniger Käfer gegeben, der östliche Teil von Kemnath sei schon stärker betroffen gewesen. Bradtka verglich die Lage mit der Situation 2003. Verstärkt sei heuer der Kupferstecher aufgetreten. Trotzdem brauche man deshalb nicht in Panik zu verfallen. Bradtka bot den Waldbesitzern hier Begehungen an. Interessierte sollten sich bei ihm melden.

Auf eine Anfrage, ob es weiter Zuschüsse für die Wiederaufforstung gebe, erklärte der Förster, dass diese - mit Ausnahme der Fichte - immer noch gewährt werden. Es sei aber zu beachten, dass die Flächen- von einer Einzelförderung abgelöst wurde. Es gebe eine Bagatellgrenze von 200 Euro. Auch hier stehe er gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Hösl wies abschließend auf Jahreshauptversammlung im Frühjahr hin. Dazu werden noch nähere Einzelheiten mitgeteilt.

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