19.07.2019 - 16:52 Uhr
Guttenberg bei KemnathOberpfalz

Nicht vor Tatsachen stellen lassen

Ob später einmal 13 Windräder im Hessenreuther Wald gebaut werden oder nicht, bleibt abzuwarten. Den Guttenbergern und Schweißenreuthern sind schon die bestätigten 7 geplanten Windkraftanlagen zu viel.

Die möglichen Standorte der 13 Windräder nach einer Planskizze der Firma NES.
von Hans LukasProfil

Ob später einmal 13 Windräder im Hessenreuther Wald gebaut werden oder nicht, bleibt abzuwarten. Den Guttenbergern und Schweißenreuthern sind schon die seit einiger Zeit bestätigten 7 geplanten Windkraftanlagen im Hessenreuther Wald zu viel.

Das Vorhaben der Firma NES und der Grafenwöhrer Energiegenossenschaft NEW auf dem Höhenrücken des Hessenreuther Walds stößt auf heftigen Widerstand. Bereits vor einigen Wochen hatte sich bei einem Gespräch des Kemnather CSU-Ortsverbandes mit den Bürgern von Guttenberg und Schweißenreuth gezeigt, dass die Bewohner der beiden Orte massiv gegen die geplanten Windräder sind. Die Anlagen in der Abteilung "Silberschlag" sollen 230 Meter hoch sein. Damit stünden diese praktisch vor der Haustür und wären von Weitem sichtbar. Luftlinie wären sie von den beiden Orten gerade mal zwei bis drei Kilometer entfernt.

In der Versammlung vertraten die Bürger die Meinung, dass - auch wenn jetzt noch nichts Genaues bekannt ist - man nicht warten wolle, bis man vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Die Forderung war, schon jetzt auf den Missstand mit verschiedenen Aktionen und Schildern an der B 22 hinzuweisen. Diesen Vorschlag setzten sie nun in die Tat um. An Scheunen an den Ortseingängen aus Richtung Erbendorf und Kemnath hängt nun je ein Schild mit der Aufschrift "Nein zur Windkraft im Hessenreuther Wald".

Diese Ablehnung kann der Pressather Werner Walberer als Bürgermeister einer der Anliegerkommunen durchaus nachvollziehen, auch wenn er die Notwendigkeit einer dezentralen Energieversorgung sieht. Deshalb stehe er der Nutzung regenerativen Energien eigentlich offen gegenüber. Er sieht aber auch die "Schutzbedürftigkeit" des Hessenreuther Waldes. Wie seinen Amtskollegen liegen ihm bislang keine konkreten Unterlagen - weder über den Bau der ursprünglich geplanten 7 noch über möglicherweise weitere 6 Windräder auf dem Gebiet des Landkreises Tirschenreuth - vor. Aber eine Anlage mit 13 Standorten wäre "schon eine Hausnummer". Für den Rathauschef stellt sich dabei die Frage, ob diese auch umsetzbar sein werde. Es gebe dafür viele Bestimmungen wie die 10-H-Regelung zu beachten. Er sei sich jedoch sicher, dass es bei einem Vorhaben in einer solchen Größenordnung zu "Bürgeraufständen" kommen werde. Aber darüber werden sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht haben, meint Walberer.

Nicht zum Gebiet innerhalb der 10-H-Regelung gehört die Gemeinde Kastl. Sie werde daher dazu nicht angehört, erklärt Bürgermeister Josef Etterer. Das sei vor einigen Jahren, als es einen ähnlichen Ansatz für den Hessenreuther Wald gegeben habe, auch der Fall gewesen. Zu den Plänen habe er zwar eine persönliche Meinung, die er aber für sich behalten wolle. Sollte sich Konkretes ergeben, werde der Gemeinderat dazu eine Stellungnahme abgeben. Nicht zu erreichen waren die Kemnather und Erbendorf Stadtoberhäupter: Werner Nickl befindet sich derzeit noch in Urlaub, von Hans Donko erfolgte keine Rückmeldung.

Guttenberger und Schweißenreuther Bürger schließen sich den Protesten an.
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