26.12.2018 - 13:58 Uhr
Haag bei UrsensollenOberpfalz

Ex-Schüler unter Gratulanten

Zu ihrem 90. Geburtstag steht das Telefon von Elisabeth Lindner aus Haag nicht still. Unter den Gratulanten sind unzählige Schüler der pensionierten Lehrerin. Noch heute steht sie mit vielen in Kontakt.

Bürgermeister Franz Mädler (links) gratuliert Elisabeth Lindner (Mitte) zum 90. Geburtstag, nebst ihrem Mann Johann (rechts).
von Autor UAProfil

Zum Ehrentag gratuliert auch Bürgermeister Franz Mädler und überbringt Grüße und ein Präsent von Landrat Richard Reisinger. Geboren 1928 in Amberg, wuchs Cäcilie Anna Elisabeth Egl mit zwei Schwestern in einem prachtvollen Herrenhaus in der Innenstadt auf. Nach dem Abitur 1948 am Erasmus-Gymnasium studierte sie zunächst zwei Jahre am Konservatorium für Musik, wechselte dann aber zum Lehramt. Der Vater legte schon früh den Grundstein für die Musikalität und Bildung seiner Töchter. Elisabeth erlernte bereits mit sechs Jahren Klavier, später folgten Geige und Gesangsunterricht.

Der Vater prägte Elisabeth. Noch heute ist sie sehr stolz auf ihn. Als damaliger Regierungsbaumeister errichtete er den Flugplatz in Lück in Ostpreußen und lernte während dieser Zeit seine Frau kennen. Unter seiner Leitung entstand auch die Ennepetalsperre, wo ihm zu Ehren noch heute ein Denkmal steht. Zurück in Amberg hatte er das Amt des Stadtbaurats inne und baute unter anderem die Brücke bei der Stadtbrille in Amberg.

Als Lehrerin war Elisabeth Lindner in verschiedenen Schulen tätig, bevor sie 1960 nach Hausen versetzt wurde. Dort kam es dann zum Wiedersehen mit ihrem damaligen Klassenkameraden aus dem Gymnasium, Johann Georg Lindner, dem sie schließlich 1962 das Jawort gab, ein Jahr später folgte die Geburt von Sohn Johannes. 1973 erhielt sie die Stelle als Konrektorin in Ursensollen und war dort bis zur Pension tätig.

Im gleichen Jahr zog die Familie nach Haag. Ihren Bub brachte die junge Mutter oft mit zur Schule, den Beruf übte sie mit Leidenschaft aus. Sie baute den Kirchenchor in Hausen mit auf, leitete die Landjugend und war im Pfarrgemeinderat tätig. 30 Jahre lang spielte sie jeden Sonntag Orgel in der Kirche Hausen. "Ich hatte ein sehr bewegtes Leben", resümiert Elisabeth Lindner. Damit einher gehen auch weniger schöne Erinnerungen: "Als die Bomber über Amberg flogen, haben wir sehr gezittert", sagt sie. Sie wurden aus ihrem Haus vertrieben und durften erst acht Tage später wieder hinein. Die Ungewissheit war groß.

Bis auf einige körperliche Einschränkungen ist sie jetzt noch topfit und spielt - wann immer es geht - Klavier. Noten braucht sie dafür nicht. Zudem löst die Jubilarin gerne Kreuzworträtsel und pflegt Kontakt zur Verwandtschaft, zu alten Arbeitskollegen und ehemaligen Schülern.

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