Hagendorf bei Waidhaus
23.12.2022 - 13:19 Uhr

Einer der ersten Grenzgänger aus Waidhaus geht in Rente

Bei einer Feierstunde im "Haus am Eck" verabschiedet die Unternehmerfamilie Wolf im Kreise der Arbeitskollegen Miroslav Lettl (mit Präsentkorb) in die Altersrente. Bild: fjo
Bei einer Feierstunde im "Haus am Eck" verabschiedet die Unternehmerfamilie Wolf im Kreise der Arbeitskollegen Miroslav Lettl (mit Präsentkorb) in die Altersrente.

Von einer "enormen Lebensleistung" sprach Unternehmerin Gabi Wolf bei der Verabschiedung von Miroslav Lettl in den "wohlverdienten Ruhestand". Seit 4. März 1991 und damit nur acht Monate nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hatte der tschechische Staatsbürger seine Arbeitsstelle im Sägewerk Wolf angetreten: "Es war ein mutiger Schritt damals für dich. Du konntest kein Deutsch, musstest deine Familie zurücklassen und jedes Wochenende 150 Kilometer Fahrt nach Beroun zurücklegen." Die Unternehmerin dankte Lettl für dessen Verbundenheit und Treue zur ganzen Familie und zum Betrieb: "Obwohl du kein Deutsch und wir kein Tschechisch konnten, verstanden wir uns all die Jahre ohne viele Worte. Ich denke, die Chemie passte."

Wie viele Bretter, Kanthölzer oder Dielen der Geehrte in dieser Zeit mit seinen Händen gestapelt hat, ginge in die Millionen. Jeden Tag sei er bei Wind und Wetter draußen auf dem Betriebsgelände unterwegs gewesen, habe gewissenhaft die Qualität der Dimensionen beurteilt und die Pakete zum Trocknen aufgestapelt. Zahlreiche Kilometer Fußweg seien da täglich zusammengekommen. Bei anfallenden Reparaturen auf dem Kran oder Hallendach sei Lettl nie eine Höhe zu hoch gewesen. Als Springer sei zudem ein vielseitiger Einsatz beständig am Kran, der Besäum- und Nachschnittkreise oder an der Bandsäge als Urlaubs- und Krankheitsvertretung möglich gewesen. Gabi Wolf honorierte diese Leistung mit den Worten: "Wir arbeiteten gerne mit dir zusammen. Wir schätzen dein ruhiges, sympathisches Wesen, dein Wissen, deine Erfahrung. Wir werden dich sehr vermissen."

 
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