05.04.2020 - 10:55 Uhr
HahnbachOberpfalz

Adebars trotzen der Corona-Krise

"Der Storch ist wieder da!" Diese Feststellung machte vor etwa zehn Jahren um Ende März in Windeseile die Runde. Mittlerweile sind die Störche aus Hahnbach nicht mehr wegzudenken.

Das Storchenpaar hat sich wieder im Nest auf dem Amberger Tor gemütlich gemacht.
von Josef IbererProfil

Storchenpaar kommt jedes Jahr zurück nach Hahnbach. Sogar in den Wintermonaten ist es in der Umgebung zu sehen, wenn es gelegentlich in dieser Zeit im Nest oder bei der Futtersuche auf den Wiesen beobachtet werden kann. Nach Aussagen von Experten vom Bund Naturschutz stammen beide Störche aus einer Aufzuchtstation, womit ihr hiesiges Überwintern begründet wird. Aber auch der Klimawandel und milde Winter beeinflussen das Zugverhalten und seien für das Überwintern mancher Storchenpaare in ihren Sommerstandorten mit ursächlich.

Für viele Auswärtige bedeuten die sympathischen Vögel in Hahnbach ein beliebtes Fotomotiv. Auch interessant: Drei bis fünf Eier werden etwa 32 Tage abwechselnd von beiden Störchen bebrütet. Nach dem Schlüpfen werden in der Regel bis zu vier Küken mit Kleintieren wie Würmer, Mäuse, Maulwürfe, Heuschrecken und Aas großgezogen. Zehn Wochen dauert es bis zu den ersten Flugübungen, ehe die jungen Adebars nach weiteren drei Wochen selbst auf Futtersuche ausfliegen und sich gegen Ende August auf den Weg nach Afrika oder die iberische Halbinsel machen. Bis zur Geschlechtsreife bleiben die Jungen drei Jahre im Süden. Dann werden sie zur Suche nach einem guten Platz für einen Horst zurück erwartet.

Hintergrund: Die Weißstörche mit dem wissenschaftlichen Namen "Ciconia ciconia" sind etwa 80 bis 100 Zentimeter groß und wurden in den Jahren 1984 und 1994 zum Vogel des Jahres gekürt. Mit einer Flügelspannweite von 180 bis 200 Zentimeter nutzen sie als gute Segelflieger die Thermik und lassen sich somit mit unbewegten Flügelschlägen in große Höhen treiben. Die Tiere haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 Kilogramm und können rund 35 Jahre alt werden. Sowohl ihrem Partner als auch dem Horst halten die Störche ein Leben lang die Treue. Ihre Verständigung geschieht durch Klappern mit den Schnäbeln, weshalb sie auch Klapperstorch genannt werden. Auch zur Begrüßung des Partners, beim Balzritual und zur Verteidigung gegen Konkurrenten wird geklappert.

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