10.08.2018 - 10:49 Uhr
HahnbachOberpfalz

Durchstarten auf der Gockelwiese

Bergfest-Serie, fünfter Teil: Kaum haben sich die Wallfahrer von St. Anna in Sulzbach-Rosenberg verabschiedet, ruft auch schon der Frohnberg. Unser radelnder Autor hat sich für einen Tour-Vorschlag ganz schön abgestrampelt.

Eine Radltour durch Hahnbach ist nicht vorstellbar ohne das Radlfahrer-Denkmal zu besuchen. Es hat eine witzige Entstehungsgeschichte.

Hahnbach trägt das Tier im Namen. Was liegt also näher, als bei der Planung einer Fahrradtour zum Frohnbergfest (Beginn: Samstag, 11. August) eine familienfreundliche Runde mit vielen Tierbegegnungen auszusuchen. Wir starten auf der Gockelwiese an der Vils und werden unterwegs Störchen, Adlern, Papageien, Trampeltieren, Schildkröten und mächtigen Rindern begegnen. Leider ist auf dem Frohnberg selbst dann eine Tierart beheimatet, auf die wir gerne verzichten würden: die Wespen. In ihrer Gier nach Süßem umschwirren diese Plagegeister jeden Masskrug. Neben Tourbeschreibung, Helm, Tacho, Trinkflasche und Schloss gehört deshalb ein Wespendeckel für den Bierkrug unbedingt ins Radl-Tascherl.

35,7 Kilometer und 338 Höhenmeter liegen vor uns. Der erste Kilometer durch den Markt wird gleich mehrfach unterbrochen: Von der Vilsbrücke aus schauen wir zu, wie Kanus und die Archen zu Wasser gelassen werden. Eine gut gelaunte Schar junger Leute macht sich auf den Weg flussabwärts und freut sich auf einen spannenden Tag als Vilskapitäne. Natürlich kommen wir beim Amberger Tor nicht um eine Pause umhin, schließlich ist das Storchennest auf dem spitz zulaufenden Dachfirst belegt. Doch Familie Adebar ist ausgeflogen. Gleich gegenüber auf der St. Jakobus-Kirche entdecken wir die Altvögel. Putzstunde ist angesagt.

Denkmal für Radlfahrer

So weit hätten wir das Rad ja gleich durch den Markt tragen können. Doch darauf reagieren Hahnbacher sensibel, wie wir 100 Meter weiter erfahren. Das 1994 errichtete Radlträger-Denkmal beim Tor erinnert augenzwinkernd an die Zeit des 2. Weltkrieges, als Auswärtige ihre Räder durch Hahnbach trugen, um die Reifen wegen des Pflasterbelages zu schonen. Es soll durchaus vorgekommen sein, dass die Hahnbacher die spöttischen Radträger mit "schlagkräftigen" Argumenten nicht ungeschoren ziehen ließen. Nach dem Tor geht es links in die Vilsecker Straße. Wir fädeln ein auf den mit Holzbohlen belegten Naturerlebnisweg, der den natürlichen Lebensraum der Vilsauen näher bringt. Aber schon wieder drücken wir die Bremse, denn die in den Sandstein gehauenen Felsenkeller aus dem 17. und 18. Jahrhundert erzählen interessante Heimatgeschichte.

Die Bilder zur Frohnberg-Radltour

Nach 3 Kilometern Strecke biegen wir in Süß rechts ab in die Straße zum Süßer Berg, die Staatsstraße überqueren, gleich danach links in den asphaltierten Wirtschaftsweg, vorbei an der Photovoltaik-Anlage und beim Hundeplatz (Kilometer 4,6) nach rechts auf ruhiger Nebenstraße nach Frohnhof. Am Ortsende wartet eine kurze achtprozentige Steigung mit anschließender Abfahrt nach Mülles. An der Kreisstraße rechts nach Unterschalkenbach. Hier doppelt nach links den Radwegpfeilen folgen. Ein mächtiger Eschenbaum ist unser Wegweiser. Im Schatten seines Blätterdachs steht das gusseiserne Hans'n-Kreuz. Am Stamm hängt ein Bildnis des heiligen Wendelin. Ein Infoblatt erzählt die interessante Geschichte. Von hier oben hat man einen schönen Rundblick ins Kainsbachtal, zum Süßer Berg und über Hahnbach hinweg bis zur Hohen Straße.

Bequem erreichen wir die Kreuzbergkirche (Kilometer 9,8). Wer den Anstieg nicht scheut, könnte einen kurzen (markierten) Abstecher zum Teufelsstein unternehmen. Wir fahren vor bis zur Staatsstraße, kurz links und dann rechts am Landkreis-Radweg Nummer 2 (Wegweiser nach Heroldsmühle). Bei freier Sicht ins Vilstal genießen wir die luftige Abfahrt. Wir überqueren die Vils, halten auf Schönlind zu. Nach links in die Schönlinder Straße, gleich danach rechts Richtung Edelsfeld/Weißenberg, unter der Bahnbrücke durch und nach links in den mit vielen Info-Tafeln bestückten Bienenlehrpfad. Nach 14 Kilometern erreichen wir bei Eberhardsbühl eine weitläufige Koppel. Auf rund fünf Hektar halten Uschi und Alfons Heindl Hühner, Pferde, schottische Hochlandrinder und stattliche Texas Langhornrinder. Die absoluten Stars aber sind Said und Ali, zwei Trampeltiere, die es sich im Schatten hoher Bäume gut gehen lassen. Das kleine Eberhardsbühl kommt aber auch so groß raus, denn das mit Trödel gespickte Wirtshaus "Genf intern" und das Freilandmuseum Goglhof sind ganz besondere Raritäten.

Zur Auffangstation

Wir verlassen den Ort durch die 3,20 Meter schmale Bahnunterführung, kurz nach links und dann nach rechts in einen mit zwei Betonfahrstreifen versehenen Wirtschaftsweg. Beim eingezäunten Wasserhäusl frisch geschottert rechts bergan in den Wald. Bei der Kreuzung im Wald (Kilometer 16,5) nach links (asphaltiert), abwärts bis zu den Vilsauen, bei der großen Einmündung nach rechts (Fischgründetour). Dann nach links Richtung Süß und vor Ortsbeginn rechts in die Straße Am Steigweiher. Gleich nach den Weihern verlassen wir die Straße nach links und folgen wieder dem Vils-Erlebnisweg bis Hahnbach.

22 Kilometer haben wir jetzt in den Beinen. Wer meint, die Tour endet hier, der irrt, denn der "Hahnbacher Kreisel" ist nur dann komplett, wenn einmal der Frohnberg erklommen und am Ende die Tier-Auffangstation "Das Nest" in Kümmersbuch besichtigt ist. Deshalb fahren wir beim Kartoffelhof rechts ab in die Vogelloh. Beim Ortsschild geradeaus in einen holprigen Wirtschaftsweg, der uns nach Pickenricht bringt. Im Ort beim Spielplatz rechts halten Richtung Dürnsricht, im Ort links zur Kapelle, beim Radweg an der Bundesstraße 14 nach rechts nach Feuerhof. Hier geht es noch einmal schweißtreibend hinauf bis zur Edelsfelder Straße. Nun links bis zur B 14, links haltend unter der Bundesstraße die Unterführung nehmen, hinein nach Feuerhof Richtung Gallmünz , wo wir uns bei einer kleinen Trinkpause die einmalige Bergfest-Trilogie Annaberg- Mariahilfberg-Frohnberg vor Augen führen.

Nach dem Marterl ein Fest

Bei Kilometer 29,8 geht es bei der beschilderten Wegkreuzung nach links. Wir nähern uns nun dem Frohnberg von der sanften Seite her. Nur noch einmal - 500 Meter vor dem Ziel - bei einem Marterl nach rechts und schon nimmt uns die friedliche Feststimmung gefangen.

Der Weg zurück zum Ausgangspunkt der Tour ist schnell beschrieben. Denn nach dem Festplatz geht es hinab zur Frohnbergstraße, die wir geradeaus überqueren. Wir erreichen Kümmersbuch, biegen am Ortsende nach links ab und haben vielleicht noch etwas Zeit für die Tierauffangstation von Hans Weiß, der sich immer über Spenden von Gästen freut, die das kleine Tierparadies besuchen. Jetzt braucht keiner mehr einen Wegweiser, denn der Turm von St. Jakobus schiebt sich in den Mittelpunkt. Vielleicht schauen wir ja noch mal beim Amberger Tor nach den Störchen. Oder wir tragen unser Radl durch den Markt. Mal schauen, wie die Hahnbacher reagieren.

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