01.06.2020 - 15:20 Uhr
HahnbachOberpfalz

Jetzt schwirren Bürgermeisterbienen

Hahnbach hat eine neue Streuobstwiese. Und Bürgermeisterbienen noch dazu. Denn die waren während des Corona-Lockdowns ausgebüxt und hatten sich im Garten von Bürgermeister Lindner niedergelassen. Jetzt haben sie ein neues Domizil bekommen.

Ein neuer Naturbienenstock krönt die frische Streuobstwiese auf der Süßer Höhe. Es freuen sich nicht nur (von links) Simon, Stefan, Veronika, Martina und Aaron Riedl, sondern auch Josef Moosburger und Gerald Schuller vom Hahnbacher Obst- und Gartenbauverein.
von Autor MMAProfil

Mit der neuen Streuobstwiese wurde eine Idee umgesetzt, mit der im Herbst Rathauschef Bernhard Lindner an Josef Moosburger, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, herangetreten war. Der Verein hatte die Herausforderung angenommen, zumal Lindner finanzielle Unterstützung und die Hilfe des Bauhofs zusagt hatte.

Noch im Herbst wurden auf der Süßer Höhe auf dem ersten, westlichen Teil des über 4000 Quadratmeter großen Ackers sechs verschiedene Obstbäume gepflanzt. Diese Obstplantage soll kontinuierlich erweitert werden. Windschutz bieten ein Pflanzwall mit drei Metern Breite und 40 Metern Länge nach Süden und ein weiterer im Norden, der zwei Meter breit und 25 Meter lang ist. Dort finden sich Weißdorn, Felsenbirnen, Schlehen, Wildrosen, Berberitzen und Liguster. Im Frühjahr gesellten sich auf dem Areal zusätzlich 19 schwach wachsende Obstbäume hinzu sowie eine Benjeshecke, also ein aus Ästen und Strauchwerk geflochtener Schutzdamm, der Brutmöglichkeiten für Vögel und Kleingetier bietet.

Mähgut als Unterschlupf

Am östlichen Ende wurde Mähgut angehäuft, um auch dort manchen Nützlingen Unterschlupf zu bieten. Totholzstämme für Insekten und eine Sitzstange für Greifvögel, zur Bekämpfung eventueller Mausplagen, ergänzen die Naturecke. Ein weiteres Highlight ist ein Bienenstock, den Moosburger aus einem großen hohlen Baumstamm angefertigt hatte. Dazu hatte ihm die Zimmerei Hans Weiß das Grundmaterial spendiert. Unter Anleitung von Imkerin Martina Riedl entstand schließlich ein neues Zuhause für Honigbienen. Im vergangenen Monat büxten dann - und damit mitten im Corona-Lockdown - einem Imker ein Schwarm Bienen mit seiner alten Königin aus. Ausgerechnet im Garten von Bürgermeister Bernhard Lindner ließen sie sich nieder. Dort holte Riedl die Bienen ab. "Jetzt haben wir echte Bürgermeisterbienen", wurde geschmunzelt. Eine neu gezüchtete Königin, gut aufgebettet in Futterteig, und den Schwarm brachte Familie Riedl zum Bienenstock. Vorsichtig setzte Martina Riedl die Bienen samt Königin ein. Ihr Mann Stefan assistierte, die Kindern Simon, Aaron und Veronika schauten gespannt zu.

Die beiden OGV-Vorsitzenden Josef Moosburger und Gerald Schuller überraschte die Imkerin mit süßem Naturwaben-Honig. Alle sahen interessiert zu, als die Bienen in den Stamm drängten, um dort die Königin freizufressen und umgehend mit dem Bau der Waben zu beginnen. In ummittelbarer Nähe des Zeidlerstockes wird Martina Riedl noch einen Warnhinweis befestigen.

Nachwuchs bei Rebhühnern

Bei einem Arbeitseinsatz entfernten Vereinsmitglieder wucherndes Unkraut und häufte noch einen Steinwall in der Umweltecke für Echsen und sonnenliebende Kriechtiere auf. Groß war die Freude über den Nachwuchs der ersten Rebhühner: Die Küken fühlen sich auf der Streuobstwiese offensichtlich sehr wohl. Lediglich Rehe trübten die Freude: Sie nämlich hatten wichtige Triebe der vielen neu gepflanzten kleinen Obstbäume verbissen. Künftig werden die Stämme mit Drahtkörben gesichert.

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