30.06.2019 - 15:37 Uhr
HahnbachOberpfalz

Trau keinem Ort, an dem kein Unkraut wächst

Manchmal sind die Pflanzen, die wie Unkraut aussehen, tatsächlich welches. Was aber nicht immer schlecht sein muss, wie der Permagarten der Familie Kotz in Hahnbach zeigt.

Wolfgang Kotz (links) erklärt seine Permakultur
von Autor MMAProfil

Der Obst- und Gartenbauverein Hahnbach und Umgebung lud ein zur Besichtigung des permakulturellen Versuchsgartens bei Familie Kotz. Vorsitzender Josef Moosburger freute sich über die große Anzahl der Interessierten und lobte Familie Kotz für deren "großen Mut zu Neuem".

Wolfgang Kotz, Student der Landschaftsarchitektur, schreibt derzeit seine Bachelorarbeit zum Thema und versicherte, dass für ihn die Faszination Permakultur beständig größer werde. Ziel sei eine natürliche Ökologie mit hoher Vielfalt in der örtlichen teiloffenen Baumlandschaft. Das daraus resultierende nachhaltige Ernährungssystem und eine echte nachhaltige Gesellschaft stehen aber immer noch gegen eine traditionelle Landwirtschaft, deren Boden beständig erodiere. Angestrebt werden "essbare Waldgärten" mit einem lebendigen, immer bedeckten, humosen Boden.

Da der Boden der "lebendigste Organismus überhaupt" sei, verzichte man auf jeden synthetischen Dünger und alle Pestizide oder Insektizide. Diese brauche man auch nicht, da eine Permakultur sich selber regle, so der überzeugte Junggärtner. Über 90 Prozent aller Pflanzen würden sich so selber unterstützen. Vor allem die enorme Vielfalt erzeuge Stabilität. "Permakultur ist der Tanz mit der Natur, wobei die Natur führt", versicherte Kotz. Die Besucher konnten sich von einer großen Pflanzen- und Insektenvielfalt mit eigenen Augen überzeugen und auch manch Neues dazulernen. Wie Pflanzenkohle oder stärkende Jauchen gemacht werden oder wie man leicht per Karton, Stroh, Erde und einer Blumenmischung auf dem Rasen neue Beete anlegen kann.

Sogar essbare Indianerbananen und einen japanischen Bienenbaum im Beet entdeckten die Gartler, und auch Forellensalat, echtes Herzgespann, Maulbeeren, Muskatellersalbei oder Mutterkraut. "Traue nicht dem Ort, wo kein Unkraut wächst", war ebenfalls ein Credo der Familie, die ihre Gäste zudem mit Blütenbutterbroten, einem Pestogebäck und einer Melonen-Zitronen-Minze-Holunderbowle verwöhnte.

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