14.01.2020 - 17:08 Uhr
Haidenaab bei SpeichersdorfOberpfalz

Ehrungen weiteres Kapitel

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Haidenaab-Göppmansbühl kann auf treue Mitglieder zählen. 2019 feierte sie 120-jähriges Bestehen, 2020 wird ein zweites Buch über die Gefallen des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht.

Vorsitzender Roland Veigl und Zweiter Bürgermeister Rudi Heier (hinten von links) ehrten Rainer Munz, Karl Bayer, Heinz Kettel, Gerhard Brunner und Peter Haberkorn (von links) für jahrzehntelange Zugehörigkeit.
von Autor HAIProfil

Eine beeindruckende Bilanz zog die 85 Mitglieder zählende Gemeinschaft in der Gaststätte Veigl. "Der absolute Glanzpunkt" waren für Vorsitzenden Roland Veigl die Feierlichkeiten des Gründungsjubiläum bei einem Dorffest mit Festgottesdienst, Gedenkandacht und Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal. "Feiern wir miteinander und führen gemeinsame Projekte durch für eine menschliche Erde - so wie es unsere Soldatenkameradschaft tut", zitierte er die Worte von Pfarrer Reinhard Forster.

Veigl versäumte es nicht, allen freiwilligen Helfern zu danken, die beitrugen, das Jubiläum zu einem Meilenstein werden ließen und dass die Kameradschaft ihrer Verpflichtung nachkam, die vermissten und gefallen Soldaten nie in Vergessenheit geraten zu lassen. Diesem sei man auch mit einer würdigen Gedenkfeier am Volkstrauertag nachgekommen.

Rechtzeitig zum "120-Jährigen" hatte Heimatforscher und Schriftführer Werner Veigl eine 200 Seiten starke neue Chronik der Krieger- und Soldatenkameradschaft Haidenaab-Göppmannsbühl erstellt. Der Vorsitzende würdigte ihn für die immense Arbeit an diesem zeitgeschichtlichen Dokument von unschätzbarem Wert.

In vier Vorstandssitzungen war das Vereinsjahr geplant worden. Zum 18. Mal veranstaltete die Kameradschaft einen Kappenabend. Der Erlös ging an die Tagespflege Senta des Diakonievereins Speichersdorf. Vertreten waren die Mitglieder bei den kirchlichen Festen der Pfarrfiliale, beim Fronleichnamsfest und Kirchenpatrozinium. Dem ASV Haidenaab gratulierte eine Abordnung zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die Kreisliga, drei Kameraden zum "Runden". Um einen Rückschnitt der Anpflanzung am Kriegerdenkmal hatte sich der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereines, Norbert Veigl, gekümmert, um die Anpflanzung und Pflege der Pflanztröge am Kriegerdenkmal Lisbeth Veigl.

Von einem Plus berichtete Kassier Klaus Kuchenreuther. Stephan Veigl bescheinigte ihm ordnungsgemäße Arbeit.

Am 23. Januar findet eine eineinhalbstündige Defibrilator-Schulung "Lebensretter I und II" in der Jugendstätte Haidenaab statt. Der 19. Kappenabend ist am 21. Februar, 20 Uhr, im Gasthaus Veigl an. 2020 wird die Kameradschaft auch ihr zweites Buch über die Gefallen des Zweiten Weltkriegs von Haidenaab-Göppmannsbühl und Beiträge zum Kriegsalltag herausgeben.

Neun Kameraden zeichneten Vorsitzender Veigl und Zweiter Bürgermeister Rudi Heier für ihre Treue mit der Urkunde und Treunadel des Bayerischen Soldatenbundes aus. Für 50 Jahre ehrten sie Karl Bayer, Werner Bayerl, Heinz Kettel, Rainer Munz und Karl Veigl, für 40 Jahre Gerhard Brunner, Peter Haberkorn und Walter Lux. 25 Jahre ist Paul Haberkorn dabei. Hintergrund

Hintergrund:

Gegenwart Basis für friedliche Zukunft

"Sehr traurig" stimmt Vorsitzenden Roland Veigl die schwindende Bereitschaft, "sich aktiv an weltlichen, aber auch an kirchlichen Festen im Allgemeinen und am Volkstrauertag im Besonderen zu beteiligen. Letzterer sei nicht nur der Tag, an dem Menschen erinnernd und trauernd zurückblickten, sondern ein Tag, der daran erinnere, dass der Frieden nicht selbstverständlich sei.

Die Vergangenheit mit ihren geschichtlichen Fakten und dem Verhalten der Menschen dürften nicht geändert oder geleugnet werden. Sie seien Teil der persönlichen, nationalen und internationalen Geschichte und damit unveränderbar. "Die Gegenwart und das gegenwärtige Handeln können wir aber selbst gestalten und beeinflussen." Sie sei die Basis für eine friedliche Zukunft. Veigl forderte auf, sich dieser Aufgabe anzunehmen und sich wieder aktiv zu beteiligen.

"Nur wer die Vergangenheit versteht, kann für die Zukunft planen", ergänzte Zweiter Bürgermeister Rudi Heier. Er erinnerte an die 1920er Jahre, in denen mit Weimarer Republik und Weltwirtschaftskrise Vieles schief gelaufen sei. Heute gefährdeten Themen wie nationalistische Tendenzen, Klimaschutz und Krisenherde ebenso den Weltfrieden. Deshalb sei es wichtig die Geschichte und Traditionen hochzuhalten.

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