Hedwig Häring feiert am Freitag, 4. Juni, den 90. Geburtstag im Kreise der Familie. Sie ist Bäuerin mit Leib, Seele und Humor – geistig fit, nur der Körper will manchmal nicht mehr ganz so.
Als Mitte der 1950er Jahre Fritz Häring öfter mal sonntags mit Rad oder Moped Richtung Weiden fuhr, hat ihn in Etzenricht ein Quartett frecher Mädels geärgert.
Er stoppte, es kam zum Gespräch und bald verliebte sich der Hannersgrüner Bauernsohn in die „Rosner-Hedwig“, Familienname Forster.
Ein fesches Mädel mit Hauswirtschafts-Ausbildung und auch aus einer Landwirtschaft stammend. Ihr Vater arbeitete zusätzlich als Postangestellter und Schreiner. Die Holzgene scheint er an Enkel vererbt zu haben. Geheiratet haben die beiden 1957. Ihre vier Söhne und eine Tochter wurden auf dem Gouglbauernhof in Hannersgrün groß.
Die zehn erwachsenen Enkel sind ihr ganzer Stolz. Der schlimmste Schicksalsschlag im Leben der Jubilarin war 2008 der Unfalltod eines Sohnes. Ihr Mann starb vergangenen November mit 93 Jahren friedlich im Kreis der Familie.
Zu ihrem 90. Geburtstag jetzt wird Hedwig Häring wieder alle ihre Lieben um sich haben. „Sie hat wirklich ihr ganzes Leben nur gerabeitet, war früh und abends im Stall, im Garten und auf den Feldern“, sagen ihre Kinder. Sie werkelte zusammen mit ihrem Mann noch täglich auf dem Hof, auch als der schon lange an die nächste Generation übergeben war. Ruhig, freundlich, mit ausgeglichenem Wesen interessiert sie sich für Menschen und hat die früheren verwandtschaftlichen Zusammenhänge ganzer Familienclans wie ein Lexikon parat. Sie liest immer ausführlich den „Neuen Tag“. Besonders die Wetterprognosen von Andy Neumaier und die im Fernsehen interessierten sie. Daraus folgen dann Arbeitsempfehlungen für den Hoferben.
Garteln ist immer noch die große Leidenschaft „der Hedwig“ und ihr ganzer Stolz. Sie hat einen grünen Daumen für Gemüse, Beeren, Blumen und Büsche. Ein Rat aus ihrem Erfahrungsschatz: „Aa Bohnerkern mou di Kircherglockn höiern kinner“ (übertragen: „Ein Bohnensamen darf nur ein kleines Stück mit Erde bedeckt werden“).
Nicht nur um fit zu bleiben, dreht die Jubilarin fast jeden Tag mit dem Rollator ihre Dorfrunde. Der tägliche Spaziergang wird natürlich auch für ein paar Plauderminuten mit Nachbarn genutzt. Körperlich kann die nun 90-Jährige aber nicht mehr so, wie sie gern möchte. Sie selbst betont jedoch immer, dass die geistige Fitness und das Interesse am Leben um einiges wichtiger seien.
Die Jubilarin verfügt über langjährige Kocherfahrung, mit der sie ihre Familie erfreut. Und so steht aktuell Rhabarberkuchen auf der Speisekarte. Ihre Rezepte nachzukochen, gestaltet sich allerdings etwas schwierig, da die Zutatenmengen ganz nach Gefühl und Augenmaß bestimmt werden.
Für Hedwig Häring gibt es kein schöneres Geschenk, als die Zeit mit der Familie, wenn alle gemeinsam bei der Brotzeit sitzen, und sie als Oma alle bewirtet.













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