12.06.2020 - 09:29 Uhr
Hartenstein Oberpfalz

Ein Faible für BMW und Blaulicht

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Stephan Stark hat ein außergewöhnliches Hobby, mit dem er viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Er sammelt BMWs. Am liebsten kauft er ausrangierte Feuerwehr- oder Polizeiautos.

Ein ungewöhnlicher Anblick. Nahe Hartenstein sind Stephan Stark und seine Lebensgefährtin mit einem ausrangierten Feuerwehr- und Polizeiauto unterwegs.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Für seine Leidenschaft hat Stephan Stark das optimale Anwesen. Ein großer Hof, eine Doppelgarage, eine Halle und einen Stodl. Die Halle braucht der 23-Jährige vor allem für seine Selbstständigkeit: Er betreibt einen KfZ-Teilehandel. Noch mehr Platz nimmt allerdings sein Hobby ein. Stark sammelt BMWs. Warum genau diese Automarke? Stark gibt sich da ganz patriotisch: „Wenn du ein gscheider Bayer bist, fährst du BMW.“

Mittlerweile hat der 23-Jährige 14 Autos dieser Marke an der Zahl. Der gebürtige Amberger hat es aber auch auf ganz besondere Exemplare abgesehen. Er ist immer wieder auf der Suche nach ausrangierten Einsatzfahrzeugen. Solche werden regelmäßig versteigert. In Bayern beispielsweise zweimal im Jahr in Dachau.

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Polizist interessiert Kilometerstand

Das erste Mal schlägt Stark allerdings vor zweieinhalb Jahren in Bocholt in Nordrhein-Westfalen zu. Seitdem nennt er ein ausgedientes Feuerwehrauto sein Eigen. Die Sammlung hat er mittlerweile mit einem ehemaligen Zivildienstfahrzeug und zwei ausrangierten Polizeiautos erweitert. Das Besondere: Der 23-Jährige stellt den Originalzustand der Fahrzeuge wieder her. Denn die Autos werden vor der Versteigerung komplett abgerüstet, Folien, Blaulicht und Co. entfernt. Stark besorgt sich die notwendigen Utensilien und richtet die Fahrzeuge wieder (fast) genauso her, wie sie einmal im Einsatz waren. Auf den Schriftzug Polizei und das Bayernwappen muss er verzichten – sonst droht er Probleme wegen einer Amtsanmaßung zu bekommen. Der Hartensteiner hat aber Verständnis: „Die wollen sicher gehen, dass ich mich nicht als Polizist ausgebe.“

Tatsächlich müssen viele zweimal hinsehen, wenn Stark mit einem der Autos unterwegs ist. Vielen wird aber spätestens dann klar, dass es sich nicht um ein echtes Polizeiauto handeln kann, wenn sie die Farbe sehen: Mittlerweile ist die Polizei in Blau unterwegs, die des 23-Jährigen sind Grün – so wie früher. Wenn Stark fährt, darf er außerdem die Signalanlage nicht in Betrieb nehmen.

Die echte Polizei hat Stark auch schon einmal aufgehalten. Als er aus einer Waschanlage in Amberg fuhr, folgten ihn die Beamten rund sechs Kilometer, bevor der 23-Jährige rechts ranfahren musste. Probleme bei der Kontrolle gab es nicht. Ein Polizist schien neugierig zu sein. Sein lakonischer Kommentar, nachdem er einen Blick ins Auto geworfen hatte: „Der ist ja erst 106 000 Kilometer gelaufen.“

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Mittlerer fünfstelliger Betrag

Ganz so günstig ist das Hobby von Stark nicht. Wie viel genau er schon für seine Autos samt Ausrüstung ausgegeben hat, will er nicht sagen. Allerdings verriet er, dass es sich um einen mittleren fünfstelligen Betrag handelt. Seine Autos sieht Stark selbst als Wertanlage.

Wenn der 23-Jährige seine Autos nicht gerade für Bewegungsfahrten aus der Garage holt, präsentiert er seine Schätze auch gerne, wie er verrät. Bei BMW-Treffen und Messen, etwa bei der Retro Classic Bavaria in Nürnberg.

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