Gesegneter Strauß

Die Zahl der Kräuter soll "magisch" sein, mindestens sieben Kräuter müssen also gesammelt werden: Beim Binden von Kräuterbuschen gibt es einiges zu beachten. Aber auch 9 (3 mal 3), 12 (für die Apostel) oder gar 77 Kräuter sind möglich.

Beifuß, Fenchel, Minze: Das sind nur drei der Kräuter, mit denen die Helferinnen des Kapellenvereins bunte Buschen gestalteten. Vor dem Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt in der Waldkapelle fanden die Sträuße reißenden Absatz.

(hzi) Ganz so viele Arten von Kräutern sind es bei den Helferinnen des Kapellenvereins diesmal nicht geworden: Schon wegen der langanhaltenden Hitze und Trockenheit gab die Natur nicht so viel her, wie man es sonst gewohnt ist.

Aber knapp 20 Sorten von Kräutern und Pflanzen waren es dann schon: zum Beispiel Sonnenhut und Beifuß, Goldrute und Fenchel, Schafgarbe und Minze, Kamille und Zinnkraut. Aus ihnen stellten die Helferinnen am Vortag von Mariä Himmelfahrt eine große Anzahl an Kräuterbüscheln her. Diese wurden dann am Feiertag selbst vor Beginn des Gottesdienstes den Gläubigen zum Kauf angeboten und fanden reißenden Absatz.

Pater Samuel Patton zelebrierte den Festgottesdienst in der Waldkapelle anlässlich des Hochfestes "Mariä Aufnahme in den Himmel". In seiner Predigt beschrieb er den Lebensweg der Gottesmutter. Musikalische ergänzt wurde der Volksgesang durch Solistin Sabine Rütz mit den Marienliedern "Es sollen die Lüfter erschallen", "Dich will ich freudig grüßen" und "O Maria gnadenvolle". Vor dem Schlusssegen weihte Pater Samuel schließlich die Kräuterbuschen.

Zur Legende: Seit dem 7. Jahrhundert feiert die katholische Kirche am 15. August die Aufnahme Mariens in den Himmel. Traditionell werden dazu vor allem im ländlichen Raum Kräuter gesammelt und daraus Büschel gebunden, die am Hochfest selbst geweiht werden.

Doch schon in vorchristlicher Zeit waren Kräuter den Göttern geopfert worden. Nach der Missionierung durch christliche Missionare war die Kräuterweihe ursprünglich verboten gewesen. Da der Brauch jedoch bei den Menschen stark verwurzelt, kam man in der Kirche auf einen intelligenten Kompromiss: Der 15. August wurde Maria bzw. deren Aufnahme in den Himmel geweiht.

Einer Legende nach waren die Apostel nach Mariens Tod einige Tage später zu deren Grab gekommen, fanden dieses allerdings leer vor: Maria sei mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden, hieß es. Dem Grab entströmten jedoch Düfte von Rosen und Lilien, rings herum sprossen Heilkräuter, so die Legende. Daraus entstand auch der Brauch des Sammelns von Kräutern. Vor allem im süddeutschen Raum treffen sich die Menschen in den GemeindGläubigen dazu, um gemeinsam die Kräuter zu sammeln und zu binden. (hzi

Zahlreiche Kräuterbuschen hatten die Frauen gebunden.

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