Die vielfältigen Ideen von Gesundheitsminister Jens Spahn für schnellere Terminevergabe bei Fachärzten sind für den Anfang ganz nett. Aber der Ausbau der Termin-Servicestellen, offene Sprechstunden und höhere Zuschläge für Ärzte, setzen an den falschen Stellen an.
Privatpatienten erhalten schneller einen Termin als gesetzlich Versicherte. Doch bei ersteren führen manche Ärzte gerne mehr Untersuchungen durch als nötig. Das kostet Geld und Zeit, die anderswo sinnvoller eingesetzt sind.
Und die 2016 gegründeten Termin-Servicestellen sind kaum bekannt. Dort erhalten Patienten telefonisch einen Termin bei einem Facharzt in den folgenden vier Wochen. Doch die meisten Kranken suchen sich ihren Arzt lieber selbst aus oder wollen zur nächstgelegenen Praxis. Auf diese Vorlieben können die Termin-Vermittler jedoch kaum Rücksicht nehmen. Dr. Wolfgang Bärtl, Vorsitzender des Bayerischen Fachärzteverbands bezeichnete die Servicestellen einmal als "Flop". Die Lösung, die viele Patienten stattdessen wählen: Sie gehen in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Und stellen dort ein großes Problem dar. Dass Spahn den Termin-Service ausbauen will, erscheint widersinnig.
Besser wäre es stattdessen, mehr Geld in die Ausbildung der Hausärzte zu stecken. Damit sie dem Wunsch des Patienten nach einer Überweisung mal widersprechen, Kranke, bei denen es nötig ist, zum Facharzt schicken, und andere Wehwehchen selbst behandeln. Dann wäre auch in den Notaufnahmen weniger los.













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