Marienkapelle Schmuckstück in Hinterbrünst

Vor 85 Jahren war die Einweihung der Kapelle in Hinterbrünst. In dem im Eigentum der Gemeinde Georgenberg stehende Kirchlein wird in der Regel am Montagabend die Eucharistie gefeiert.

Die Kapelle in Hinterbrünst zählt zu den Schmuckstücken der Gemeinde und Pfarrei.
von Josef PilfusekProfil

„Die ursprünglichen Planungen waren ganz anders“, weiß Ludwig Herrmann. Nach den Aussagen des ehemaligen zweiten Bürgermeisters und Vorsitzenden des Kapellenausschusses Brünst war Anfang der dreißiger Jahre in der damals kleinen Gemeinde „nur“ der Bau eines Schulhauses geplant. Dass danach gleich noch eine Kapelle entstanden ist, war ein glücklicher Umstand.

In dem Schulgebäude im Georgenberger Ortsteil Hinterbrünst hätte nämlich vorerst nur ein Raum für Gottesdienste errichtet werden sollen. Doch nachdem sich bei der Abrechnung der Maßnahme herausgestellt hatte, dass neben Geld auch Material übriggeblieben war, beschlossen die Verantwortlichen: „Wir bauen eine kleine Kapelle.“ Im Oktober hat sich die Einweihung zum 85. Mal gejährt. Die Schule ist zwar längst Geschichte, umso mehr strahlt das Kirchlein im Glanz.

Über die Kapelle gibt es nur wenige Unterlagen, die über die Geschichte Auskunft geben. Vorhanden ist jedoch die Urkunde zur Einweihung mit folgendem Text: „Unter der Führung des Bürgermeisteramtes in Brünst durch Herrn Andreas Gilch in Waldheim und unter der Verwaltung der Pfarrei Neukirchen zu St. Christoph durch H. H. Pfarrer Sigmund Raith wurde 1933 in Brünst mit dem neuen Schulhaus auch eine Schulkapelle gebaut und hinzu 1934 ein Altar mit der Statue der lieben Gottesmutter mit dem Jesuskind beschafft.

Dem Hochwürdigen Herrn Bischof, der zum Kapellenbau gütigst tausend Mark aus Diözesansteuermitteln zur Verfügung gestellt hat, wird von der Gemeinde Brünst inniges ‚Vergelt’s Gott‘ ausgesprochen. 1934 wurde vom Gastwirt Josef Holfelder von Brünst auch eine neue Glocke gestiftet und von der Firma Hamm, Regensburg, gegossen. Ein neues weißes Messgewand stiftete die Familie Nickl, Vorderbrünst, ein rotes die Familie Riedl von Brünst.

Aufgrund der vom Hochwürdigsten Bischöflichen Ordinariat Regensburg unter 13. Oktober 1934, Nr. 9888, erteilten Vollmacht wurde am 19. Oktober 1934 die Glocke zu Ehren des heiligen Josef geweiht, am 20. Oktober 1934 die Kapelle in der vorgeschriebenen Form benediziert von Kooperator Georg Ruhland. Im Anschluss an die Kapellenweihe wurde nach erfolgter Ansprache die erste heilige Messe zelebriert. Vorstehendes wird hiermit beurkundet: Brünst – Neukirchen zu St. Christoph, den 20. Oktober 1934, am Kirchweihfeste.“ Neben dem Siegel haben Pfarrer Alois Maurer, Kooperator Georg Ruhland und Bürgermeister Andreas Gilch unterschrieben.

Dass sich die Dorfgemeinschaft mit ihrer Kapelle identifiziert, hat sie bei der grundlegenden und einem Neubau gleichkommenden Sanierung von 1997 bis 1999 wiederholt bewiesen. Unter der Regie von „Motor“ Ludwig Herrmann und der Gemeinde Georgenberg als Eigentümerin mit dem damaligen Bürgermeister Alfred Schriml an der Spitze erbrachten die Frauen und Männer Eigenleistungen im Wert von fast 41 000 Mark. Bei der Maßnahme betrug der Anteil der Gemeinde 80 000 Mark.

Zuschüsse kamen von der Bischöflichen Finanzkammer Regensburg (28 400 Mark) und der damaligen Direktion für Ländliche Entwicklung, Regensburg, im Rahmen der Dorferneuerung (50 000 Mark). In guter Erinnerung ist noch die feierliche Einweihung am 25. Juli 1999 mit Domkapitular Prälat Robert Hüttner.

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