14.06.2018 - 10:45 Uhr
HirschauOberpfalz

In 45 Minuten von Hirschau zum Mond und zurück

Über acht Tage brauchen Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins 1969 für ihren Flug zum Mond und zurück zur Erde. Die Sechstklässler der Mittelschule Hirschau schaffen dies in einer einzigen Unterrichtsstunde.

Das von Adile Karadan vorgestellte Programm Google Expeditions macht es möglich: Mit ihren Virtual-Reality-Brillen bestaunen die Mädchen und Jungen der Kombi-Klasse 1/2 und ihrer Klassenleiterin Hildegard Feyrer (hinten links) die bunte Unterwasserwelt eines Korallenriffs.

(u) Google Expeditions, konkret dessen Dozentin Adile Karadag aus Augsburg, machte das möglich. Die Grund- und Mittelschule hatte die Englisch- und Geografielehrerin, die seit Schuljahresbeginn für Google Expeditions unterwegs ist, im Rahmen ihres Jahresthemas Medien eingeladen. Rektorin Birgit Härtl war 2017 bei der Bildungsmesse Didacta auf Google Expeditions aufmerksam geworden, wo das Programm gemeinsam mit dem Partner Stiftung Lesen erstmals präsentiert worden ist. Die Schulleiterin stellte es im Kollegium vor und organisierte mit ihrem Team die weiteren Schritte.

Im Vorfeld durfte sich jede Klasse für einen von über 500 virtuellen Ausflügen entscheiden. Diese reichten von London über Vulkane, Ozeane und Museen bis hin zum Mond. Adile Karadag brachte ein Expeditions-Kit mit, das die notwendige Technologie (Router, VR-Brillen, Smartphones, Tablets) enthielt. Und schon konnten die Kinder in ihre virtuellen Ausflugsziele eintauchen. Das Cardboard-Projekt setzt auf einfachste Zutaten: Aus Pappe und mit einfachen Linsen kann sich jeder selbst eine Virtual-Reality-Brille zusammenbauen, in die man jedes beliebige Smartphone einsetzen kann, auf dem die App Google Expeditions installiert ist.

Am Anfang standen drei goldene Verhaltensregeln für den Umgang mit der VR-Brille, die sich die Kinder sofort leicht merken konnten: die Brille mit beiden Händen gut festhalten, nicht umherlaufen, den Anweisungen folgen. Danach ging es gleich los. Die Schüler tauchten förmlich ins Wasser ein, standen plötzlich im feurigen Magma oder schwangen sich in die schwindelerregende Höhen eines Mondkraters auf. Dabei eröffnete sich ihnen ein faszinierender 360-Grad-Blick auf die jeweilige Umgebung, die sie ansonsten bestenfalls in Ausschnitten von Fotos kannten. Nach vielen begeisterten Ahs und Ohs der Kinder, lenkte die Trainerin die Blicke auf wichtige Details, integrierte das Vorwissen der Kinder, gab Hintergrundinformationen durch Texte der Stiftung Lesen und beantwortete Fragen.

Adile Karadag wies immer wieder auf didaktische Vereinfachungen hin, etwa dass drei Vulkanarten nebeneinander in der Natur so nicht vorkommen. Damit förderte sie die kritische Auseinandersetzung mit diesem Medium. Bei jedem Ausflug galt es bis zu acht Szenarien zu erkunden. Diese Perspektive war Ausgangspunkt für viele Fragen – sowohl zu den gesehenen Bildern, als auch zur Technologie, die dahintersteckt.

Solche virtuellen Ausflüge ermöglichen es allen Kindern, gemeinsam mit einem Experten, die Welt auf neue Weise zu entdecken. Die Hirschauer Schulkinder waren derart begeistert, dass sie bald wieder mit ihren Lehrkräften auf Reise gehen wollen.

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