24.07.2018 - 14:00 Uhr
HirschauOberpfalz

Applaus für die Tüchtigen

Ein beeindruckender Festzug setzt das i-Tüpfelchen auf ein großartiges Fest, das die Hirschauer Feuerwehr zum ihrem 150-Jährigen feiert. Hunderte säumen die Straßen und spendeten den Vereinsabordnungen und Festdamen viel Applaus.

(u) Den morgendlichen Kirchenzug hatte Bürgermeister Hermann Falk, der Schirmherr, noch mit aufgespanntem Regenschirm angeführt. Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann, Zelebrant des Festgottesdienstes in der voll besetzten Pfarrkirche, zog in seiner Predigt Parallelen. Jesus sei freiwillig für alle Menschen da. "Freiwillig" stehe auch bei der Feuerwehr an erster Stelle.

Es gebe ein gutes Gefühl, helfen und retten zu können, wenn andere nicht mehr weiter wüssten in Not und Gefahr. Und die Fahnenaufschrift "Gott zur Ehr!" wollte der Prediger um das Psalmwort "Unsere Hilfe ist der Herr" erweitert wissen. Gott sei Dank, dass es die Feuerwehr gebe, er gebe seinen Segen für die beiden Fahnenbänder, die von den Festdamen der eigenen Wehr und der Schnaittenbacher Patenwehr an der Vereinsfahne angebracht wurden.

Lang war die Liste der Ehrengäste, die Vorstand Michael Schuminetz zum Frühschoppen im Festzelt begrüßte. Er erinnerte daran, dass bei der Gründung der Wehr am 6. Januar 1868 primär das Löschen im Fokus gestanden habe, da in diesen zeiten bei Bränden oft noch ganze Straßenzüge ein Raub der Flammen wurden. Niemand habe geahnt, dass sich das Einsatz- und Aufgabenspektrum derart erweitern werde. Heute seien Feuerwehren beispielsweise, das hätten die letzten Unwetter gezeigt, die Helfer Nummer eins bei Katastrophen aller Art. Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehren sei zudem dem Ehrenamt alle Ehre gemacht worden.

Herzblut nötig

Das 150-Jährige sei nicht zuletzt deshalb ein bedeutendes Ereignis für die Stadt. Das wurde von Bürgermeister Falk nachdrücklich unterstrichen. Er sei stolz auf die Wehr. Die Übernahme der Schirmherrschaft sei ihm eine Ehre. Die Aktiven seien mit Herzblut bei der Sache und würden immer dort "reinlaufen, wo die anderen rauslaufen". Dieser Dienst am Nächsten und der Gemeinschaft sei vorbildhaft und verdiene höchste Anerkennung.

An die mit dem Feuerwehrdienst verbundenen Risiken erinnerte Kreisbrandrat Fredi Weiß hin. Oft würden Feuerwehrleute ihre Gesundheit und nicht selten ihr Leben aufs Spiel setzen. Das könne nicht oft genug gesagt werden, weil es keine Selbstverständlichkeit sei. Für die Freiwilligen Feuerwehren sei ihr Einsatzwille auch nicht Beruf, sondern Berufung. Den Grundsatz, dass bei Grußworten, noch dazu in einem Bierzelt, "in der Kürze die Würze liegt", beherzigten nahezu mustergültig Landrat Richard Reisinger und Landtagsabgeordneter Harald Schwartz. Der Landrat betonte, das Jubiläum sei für ihn Anlass nicht nur zu 150 Jahre Einsatzbereitschaft, sondern auch zu 150 Jahre Zusammenhalt zu gratulieren. Schwartz verband seine Glückwünsche mit der Feststellung, auf diese Ehrenamtlichen ganz besonders stolz zu sein, weil man sich auf sie stets verlassen könne.

Paten-Geschenke

Die Schnaittenbacher Feuerwehr ist Pate der Hirschauer, diese wiederum Patenwehr von Kohlberg. Beide hatten Geschenke mitgebracht. Der Schnaittenbacher Vorsitzende Konrad Bierner überreichte ein Alarmhorn, der Kohlberger Amtskollege Hermann Prechtl eine Marmorplatte mit Wappen. Der Hirschauer Musikzug hatte den Frühschoppen aufgelockert, und zum Mittagessen setzte ein wahrer Gästeansturm auf das Festgelände ein, der immer mehr anschwoll, je näher die Aufstellung zum Festzug rückte. Mit einer Länge von gut eineinhalb Kilometern sollte es einer werden, wie ihn die Stadt nicht alle Tage erlebt. 108 Gruppen - darunter 80 auswärtige Feuerwehren und 20 örtliche Vereine - mit weit mehr als 1000 Teilnehmern machten sich von der Einmündung Garten-/Schönbrunnerstraße auf die Strecke durch die Innenstadt und zurück zum Festplatz. Mit dem Musikzug Hirschau, der Pirker Blechmusik, der Gebenbacher Blasmusik, der Feuerwehrkapelle Achtel, den Ehenbachtalern, der Blaskapelle Schmidmühlen und der Jugendblaskapelle Fensterbach sorgten sieben Kapellen für die richtige Marsch- und Begleitmusik.

Angesichts der vielen dunkelblauen Uniformen bildeten die Festdamen mit ihren Gewändern leuchtende Farbtupfen. Ein Extra-Hingucker war die Abordnung des Festspielvereins in Biedermeierkostümen. Durch das Spalier der applaudierenden Gastgeber und Ehrengäste zogen die Gruppen ins 1500-Mann-Festzelt ein, wo Kommandant Sebastian Jasinsky die Fahnenträger der Abordnungen begrüßte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp